Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) kritisiert die Teilzeitarbeit in Österreich als „zu attraktiv“. Wenn jemand in Teilzeit arbeitet, ohne dafür einen Grund wie Betreuungspflichten zu haben, dann müsse das Konsequenzen haben. Dem Kurier sagte Hattmannsdorfer, dass er Menschen, die ihre Arbeitszeit reduzieren, über die negativen Auswirkungen auf deren Pensionshöhe in Kenntnis setzen will. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hält dagegen: Es gäbe „keinen Grund, die – vorwiegend weiblichen – Teilzeitbeschäftigten zu kritisieren“. Arbeitgeber sollten „gute Teilzeit anbieten, von der man auch leben kann“, so Marterbauer. Der Trend zur Teilzeitarbeit hält in Österreich seit Jahren an: Von 2013 bis 2023 verzeichnete Teilzeitarbeit einen Anstieg von knapp 31 %. Dabei arbeitet rund ein Viertel der Männer und Frauen Teilzeit, weil keine Vollzeitstelle gewünscht wird. Betreuungspflichten sind für 40,1 % der Frauen aber nur für 7,2 % der Männer Grund für Teilzeitarbeit. Im Vorjahr lag die Teilzeitquote in Österreich insgesamt bei 31,5 % – bei Männern 13,7 %, bei Frauen 51,1 %.
Quellen: Hattmannsdorfer in Ö1, Hattmannsdorfer im Kurier, Marterbauer auf Bluesky, Statistik Austria I, Statistik Austria II