„Danke für gar nichts“ – ein programmatischer Budgetrede-Satz
Der UNO-Sicherheitsratssitz und die Schurken-Douze Points
Köppl-Turyna: „Die Entgelttransparenz-Richtlinie würde am Gender-Pay-Gap nichts ändern“
Sagen Sie keinesfalls Konsolidierung dazu
Kulinarisches-Briefing: Die neuesten Business-Lunch-Geheimtipps
Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik
Possnig: „Das wäre unser Ticket zum Mond gewesen“
Europa ist im Weltraum „vollständig abhängig von anderen Playern“, sagt die ESA-Ersatzastronautin und Weltraummedizinerin Carmen Possnig. „Alles, was die menschliche Erforschung des Weltraums betrifft, und auch der Weg zur Internationalen Raumstation, läuft im Moment über die Nasa“. Europa habe keine Rakete, die stark genug ist, um aus dem niedrigen Erdorbit hinauszukommen.
Demograf: „Der Babyboom kam nicht von ungefähr“
Österreich verzeichnete 2025 das sechste Jahr in Folge eine negative Geburtenbilanz. Dieser Trend wird sich laut dem Demografen Stephan Marik-Lebeck auch in den nächsten Jahrzehnten durchgehend so fortsetzen – „wenn sich an der Fertilität nicht radikal etwas ändert“.
KSV1870-CEO: „Ich sehe keine strukturellen Reformen im Doppelbudget“
Vybiral identifiziert im Selektiv-Interview vier Problemfelder: Kostensteigerungen, Personalmangel, überbordende Regulatorik und wegfallende Förderungen – während gleichzeitig keine strukturellen Reformen angegangen werden. Die Budgetkonsolidierung werde von der Regierung nur als „taktische Aufgabe“ verstanden, um das Defizitverfahren zu beenden. „Das ist zwar sinnvoll, aber auch nur ein Kurzstreckenlauf. Österreich braucht aber einen Langstreckenlauf, da den Unternehmen das Vertrauen in die Zukunft fehlt“.
Katzmair: „Wir haben Souveränität durch bürokratische Regeln ersetzt“
Harald Katzmair ist Experte für Netzwerk- und Diskursforschung und hat für Selektiv die Methodik und die Analyse hinter den „Selektiv 100“ entwickelt. Welche Themen beschäftigen Unternehmensvorstände, die wirtschaftspolitisch besonders aktiv sind? „Unternehmen fragen sich, wie sie unter wachsender Regulierung, geopolitischem Druck, Energie- und Fachkräftethemen sowie Finanzierungsfragen handlungs- und wettbewerbsfähig bleiben“, sagt Katzmair. Die Analyse habe aber auch die tieferliegenden Mechanismen beleuchtet.
Selektiv Summer Opening: Die besten Bilder des Abends
Das Selektiv Summer Opening am 28. Mai bildete den Auftakt zu den „Selektiv 100“ – die Unternehmensvorstände, die die Wirtschaftspolitik prägen. Gesehen …
Selektiv stellt die „Selektiv 100“ vor: Diese Vorstände prägen die Wirtschaftspolitik
Selektiv veröffentlicht im Rahmen des Summer Openings Österreichs erste wissenschaftlich fundierte Analyse jener 100 Unternehmensvorstände, die die Wirtschaftspolitik prägen.
Rainer Will: „Paketsteuer schickt Österreich in die digitale Steinzeit“
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will hegt Hoffnungen, dass die geplante Paketsteuer noch abgewendet werden kann, da selbst das Wirtschaftsministerium eine „vernichtende Stellungnahme“ abgegeben hat. Er appelliert im Selektiv-Interview an die Regierung: „Spart euch bitte diese „Linke Tasche, Rechte Tasche“-Politik, die nur die Bürokratie befeuert und Wettbewerbsfähigkeit kostet!“.
Hattmannsdorfer: „Schaffen die Voraussetzungen für Neu-Industrialisierung“
Die Regierung hat den Stromkostenausgleich für die energieintensive Industrie ausgebaut und will ab 2027 weitere Unternehmen mit einem Industriestrompreis entlasten. 750 Mio. Euro stehen dafür insgesamt bis 2029 bereit – wie sich das auf die beiden Maßnahmen aufteilt, lässt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer im Interview offen
Spitzenreiter und Schlusslicht: Österreich in 18 Rankings
Seit einigen Jahren schon scheint Österreich von einer Krise in die nächste zu taumeln. Der Standort, die Energie, das Leben werden teurer, …
Kommentare
Die Lohnpolitik wird vorsichtiger, aber auch komplizierter
„Danke für gar nichts“ – ein programmatischer Budgetrede-Satz
Der UNO-Sicherheitsratssitz und die Schurken-Douze Points
Sagen Sie keinesfalls Konsolidierung dazu
A1-CEO: „Österreich bei Glasfaser-Ausbau noch deutlich schlechter als gedacht“
A1 CEO Jiří Dvorjančanský lässt im Selektiv-Interview aufhorchen: Österreich steht sogar noch viel schlechter da als gedacht.
Magenta-CEO: „Kurzfristig ein Problem der Branche, langfristig eine Standortfrage“
Österreich hinkt beim Glasfaserausbau hinterher und das wird zunehmend zum Problem: „Der Datenkonsum steigt jedes Jahr um mehr als zehn Prozent. Und die Anforderungen an digitale Infrastruktur steigen mit KI noch einmal dramatisch“, sagt Magenta-Telekom-CEO Thomas Kicker. Die Hürden seien hausgemacht: „Ein Glasfaseranschluss kostet in Österreich fünf- bis siebenmal so viel wie in anderen europäischen Ländern. Warum? Extrem fragmentierter Markt, sehr aufwändige Genehmigungsverfahren und hohe Regulierung beim Ausbau“. Die Breitbandmilliarde, die den Ausbau beschleunigen sollte, ist laut Kicker falsch gestaltet: „Hier lebt der Föderalismus auf und mit ihm die subventionierte Bauwirtschaft, die sich über die Breitbandförderung freut“.
KELAG-Vorstand: Neue Steuern auf E-Autos „kontraproduktiv“
KELAG-Vorstand Danny Güthlein kritisiert das geplante Ende der Sachbezugsbefreiung für privat genutzte Firmen-Elektroautos deutlich: „Diese Maßnahmen sind kontraproduktiv. Nachträglich einzugreifen, kostet viel Vertrauen.“ Er fordert daher ein „klares Bekenntnis zur Elektrifizierung“ ein, denn mehr Abnehmer ins Netz zu bekommen, wäre die effektivste Maßnahme, um die Netzkosten zu senken. Gelingt das, würde es schon bald „keine Diskussionen mehr über steigende Netzkosten geben“.
Atos-Group-Vizepräsident: „Arbeitskosten waren in den letzten Jahren eine unglaubliche Belastung“
Markus Schaffhauser ist Global Senior Vice President der Atos Gruppe und muss den Standort Österreich konzernintern immer öfter verteidigen: „Die Frage ist immer: Wo werden Investitionen getätigt, wo werden Kompetenzzentren aufgebaut, wo geht man mit neuen Technologien hin? Wenn Österreich bereits sehr hohe Personalkosten hat und dann auch noch die größten Kostensteigerungen weltweit verzeichnet, ist das ein ernsthaftes Argument gegen Investitionen am Standort.“
Drei-CEO Schrefl: „Investoren fragen sich, warum sie in Österreich investieren sollen“
Drei-CEO Rudolf Schrefl sieht die eigentliche Herausforderung der österreichischen Telekom-Branche in stagnierenden Umsätzen bei kontinuierlich steigenden Kosten – Letztere getrieben u. a. …
Evva-CEO: „Das erinnert mich ein bisschen an Planwirtschaft“
Die Entgelttransparenz-Richtlinie der EU soll Lohnunterschiede für gleiche Arbeit bekämpfen – vor allem auch zwischen Männern und Frauen. Das sei ein gutes Ziel, die genaue Ausgestaltung aber wirtschaftsfeindlich, meint Evva-CEO Stefan Ehrlich-Adám, der die Umsetzung in Österreich mitverhandelt. Man müsse sich fragen, „wie so ein Text entstehen konnte“. Und weiter: „Werden diese Texte von den Abgeordneten überhaupt gelesen?“ Würde Österreich die Umsetzung stoppen, um wieder bei der EU-Richtlinie selbst anzusetzen, wie Schweden, wäre das ein „dezidiert mutiger Schritt“.
AMS-Chef: „Acht Bundesländer sind froh, dass alle Geflüchteten nach Wien fahren“
AMS-Chef Johannes Kopf erwartet positive Effekte auf Beschäftigung und internationale Wettbewerbsfähigkeit durch die Lohnnebenkostensenkung im Doppelbudget 2027/28. Ohne vorliegende Gesetzestexte sei eine genaue Bewertung jedoch verfrüht. Die Anpassung der Arbeitslosengeld-Beiträge für Niedrigverdiener behebt eine Systemwidrigkeit, es wäre jedoch „eine gute Idee gewesen, diese Beträge seinerzeit gar nicht zu senken.“ Kopf warnt vor einem demografiebedingten Fachkräftemangel und fordert eine bessere Verteilung von Geflüchteten in Österreich durch die Einführung einer Residenzpflicht für zwei Jahre.
Wieviel dem Finanzminister von der Bankenabgabe netto bleibt
Die Regierung plant im Zuge des kommenden Doppelbudgets eine Verlängerung der erhöhten Bankenabgabe und will damit pro Jahr 300 Millionen Euro in die Staatskassen spülen. EcoAustria äußert in einer Studie, die die WKÖ in Auftrag gegeben hat, Zweifel daran, dass die Einnahmen daraus wirklich so hoch sind.
Badelt zum Budget: „Es muss jeder vor seiner Türe kehren“
Fiskalrat-Chef Christoph Badelt sieht im 5,1-Milliarden-Euro-Paket der Regierung zu wenig Substanz für die langfristige Budgetsanierung. Der Konsolidierungsbedarf werde 2028 deutlich größer ausfallen als geplant. Badelt fordert rasche strukturelle Reformen, etwa im Föderalismus durch den Abbau von Doppelförderungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden sowie im Gesundheitswesen durch eine Finanzierung „aus einer Hand“. Zugleich warnt er davor, die Abgabenquote weiter zu erhöhen: „Wenn wir uns die Höhe der Staatsausgaben und die Höhe der Steuern in Österreich ansehen, dann sollte man vermeiden, diese Quoten noch mehr hinaufzudrehen.“
Energie-Experte: „Werden der Reihe nach Flugabsagen sehen“
Energie-Experte Johannes Benigni von JBC Vienna erwartet aufgrund eines drohenden Flugtreibstoff-Mangels „der Reihe nach Flugabsagen“, da Europa „zu einem hohen Grad“ von Kerosin-Importen abhängig ist. Die „AccelerateEU“-Strategie der EU-Kommission sieht Benigni als „verzweifelten Versuch“, die aktuellen Entwicklungen kontrollieren zu wollen. In den letzten 15 Jahren hätten aber 25 Raffinerien aufgrund immer schärferer Auflagen schließen müssen. Statt „Planwirtschaft“ zu betreiben müsse man jetzt den Markt arbeiten lassen, so sein Appell.