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Aktuelle Kommentare
Österreich kann plötzlich Startup – aber wer hält es am Laufen?
Allein im ersten Quartal 2026 floss mit rund einer Viertelmilliarde Euro fast so viel Risikokapital in heimische Startups wie im gesamten Jahr 2025. Doch das eigentlich Bemerkenswerte ist nicht die Höhe der Summen. Es ist das Tempo. Es ist in Österreich strukturell möglich, aus dem Nichts in kürzester Zeit Unternehmen von internationalem Rang zu bauen. Aber während wir die Exits und Finanzierungen von heute feiern, versiegt im Stillen der Nachschub.
Die Lohnpolitik wird vorsichtiger, aber auch komplizierter
Die Frühjahrslohnrunde 2026 steht unter anderen Vorzeichen als noch vor wenigen Monaten erwartet. Damals lasen wir Prognosen, nach denen die Inflation wieder …
„Danke für gar nichts“ – ein programmatischer Budgetrede-Satz
Aus dem Zusammenhalt und der Kompromissfähigkeit ist ein gemeinsames Durchhalten ängstlicher Parteien in einer Zwangskoalition geworden. Bloß nicht die Finger schmutzig machen. …
Der UNO-Sicherheitsratssitz und die Schurken-Douze Points
Es muss sich um den weltpolitischen Songcontest gehandelt haben. Zumindest reagierte die österreichische Delegation in der UNO-Generalversammlung so wie die Länderteams in der Wiener Stadthalle vor wenigen Wochen. Nach der Punkteauszählung und dem fixen Platz im Sicherheitsrat statt Deutschland gab es kein Halten mehr. Da wurde gejubelt, umarmt und triumphiert. Aber beim Song Contest weiß man, wer einem die Douze Points gibt und wer nicht. In New York war das anders.
Sagen Sie keinesfalls Konsolidierung dazu
Fast könnte man glauben, der ORF-Stiftungsrat wäre politisch beeinflussbar. Aber natürlich ist es nur ein reiner Zufall, dass die große „wer wird Generaldirektor“-Show ohne Not just am Tag nach der Budgetrede des Finanzministers angesetzt ist.
Wehrdienst verlängern? Dann auch später in Pension
Österreich entdeckt seine Wehrhaftigkeit wieder. Notgedrungen. Die Welt ist rauer geworden, und wer Verteidigung ernst meint, muss sie auch glaubwürdig absichern. Nur läuft die Debatte gerade in eine Richtung, die politisch bequem, aber generationenpolitisch unfair ist.
Reformitis: Wie die Matura sich selbst abschafft
Ab 2027 treten erneut umfassende Änderungen bei der österreichischen Reifeprüfung in Kraft. Wieder einmal, muss man inzwischen sagen. Die Matura verliert dadurch nach und nach ihren Wert als erste große Leistungsprüfung und als ernstzunehmende Vorbereitung auf Studium und Beruf. Gerade die Erfahrung, zu einem bestimmten Zeitpunkt unter Druck Leistung erbringen zu müssen, besitzt einen Wert, der weit über den eigentlichen Prüfungsstoff hinausgeht. Sie vermittelt Disziplin, Eigenverantwortung und häufig auch Konsequenz – Eigenschaften, die sowohl im Studium als auch im späteren Berufsleben entscheidend sind.
Angsthase Österreich verschläft die nächste Wirtschaftschance
Während die Industrie nach zwei Rezessionsjahren immer noch mühsam Tritt sucht, findet Europa dort neue Nachfrage, wo Österreich sich am liebsten „neutral“ versteckt: bei Sicherheit und Verteidigung.
Bei Innovation kürzen, Pensionen um Milliarden erhöhen
Der Koalition dürfte inzwischen ziemlich egal sein, wie ihre Politik im Land ankommt. Anders kann man es kaum interpretieren, dass sie diese Woche praktisch gleichzeitig bekannt gegeben hat, einerseits das Budget für die öffentlichen Universitäten im Land empfindlich zu kürzen und auf der anderen Seite die Pensionen um fast drei Prozent zu erhöhen, nur ganz knapp unter der erwarteten Inflationsrate.
Das Wunderknopferl fürs Budget
Ein österreichischer Geschäftsmann mit guten Kontakten zur südkoreanischen Unterhaltungselektronik erzählte einmal folgende Anekdote: Es war zu Beginn des DVD-Booms, da fragte er einen der dortigen Konzernchefs, warum die Fernbedienungen seiner Recorder mit gefühlten 95 Knöpfen ausgestattet seien? Wo doch fünf reichen würden? Ja, schauen Sie, antwortete der Firmenchef schlau, so ein Knopferl kostet mich in der Produktion praktisch nichts, und die meisten haben auch gar keine Funktion. Aber die Konsumenten glauben halt, je mehr Knöpfe eine Fernbedienung hat, desto besser und hochwertiger sei sie. Nach dieser Strategie geht auch die österreichische Politik vor.