Das IHS erwartet in seiner am Donnerstag präsentierten Mittelfristprognose, dass das Produktionspotenzial (jenes Wachstumstempo, das die heimische Wirtschaft bei Normalauslastung von Arbeit und Kapital erreichen kann) von 0,85 % im Jahr 2026 auf 0,75 % im Jahr 2030 sinkt, im Schnitt 0,8 % pro Jahr. Grund ist vor allem der demografisch bedingt schrumpfende Beitrag des Arbeitsvolumens. Damit wächst auch das reale BIP trotz Nachholeffekten nur noch um durchschnittlich 1,0 % pro Jahr, nach 1,9 % im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Beim Budget rechnet das IHS für 2028 mit einem Defizit von 3,6 % des BIP und liegt damit anders als das Finanzministerium weiterhin über der Maastricht-Grenze von 3 %. Auch 2029 und 2030 sollen mit 3,5 % bzw. 3,6 % darüber liegen. IHS-Chef Holger Bonin führte die Abweichung zum BMF auf unterschiedliche Einschätzungen der Maßnahmen und der Konjunkturannahmen zurück; die Konsolidierung selbst bremse das Wachstum kaum, da sie überwiegend einnahmenseitig erfolge. Er kritisierte aber, dass die Demografie bei Pensionen und Gesundheitsausgaben nicht ausreichend berücksichtigt sei, und forderte eine „Reformpartnerschaft 2.0″ von Bund, Ländern, Sozialpartnern, Regierung und Opposition.
Quelle: IHS