Die fehlgeleiteten Ideen linker Klimaterroristen

7. Januar 2026Lesezeit: 3 Min.
Sara Grasel Illustration
Kommentar von Sara Grasel

Sara Grasel ist Chefredakteurin von Selektiv. Sie ist seit fast 20 Jahren Wirtschaftsjournalistin mit Stationen bei „Die Presse“, Trending Topics und brutkasten. Zuletzt war sie Chefredakteurin der Magazine der Industriellenvereinigung.

Was sich in Berlin abspielt, ist unerträglich. Linker Klimaterrorismus hat dafür gesorgt, dass Menschen bei Minusgraden in dunklen und kalten Wohnungen ausharren und die Polizei auf gut Glück weiße Kastenwagen am Straßenrand kontrollieren muss, um Raubzüge durch lahmgelegte, dunkle Stadtteile zu verhindern. Das ist das Ergebnis des Kampfs gegen die Reichen, denen „der Saft“ abgedreht werden muss, um den „Raubbau an der Erde“ zu stoppen. Ausgerufen von Links-Radikalos, die nun dabei zusehen müssen, wie ihr Feldzug vor allem ärmere und alte Menschen trifft, die in dunklen Wohnungen frieren und hungern und orientierungslos von Polizisten auf der Straße aufgegriffen werden.

In den Villen, die laut Bekennerschreiben getroffen werden sollten, wird der Kamin eingeheizt – sich vor fehlgeleiteter Klimapolitik und einem übergriffigen Staat zu schützen, ist tatsächlich ein Privileg der Wohlhabenden geworden: egal, ob es darum geht, sich abseits vom politischen Willen eigene Heizsysteme auszusuchen oder in jedem anderen Bereich der Vorsorge. Der Staat regelt das für die meisten Menschen – geht auch nicht anders, denn Rekordabgabenquoten sorgen dafür, dass immer weniger Menschen selbst dazu in der Lage sind.

Dass der Schaden in Berlin so langanhaltend ist, dürfte selbst die Attentäter überraschen. In Beamtendeutsch wird in dem Bekennerschreiben ein beinahe naives Vertrauen in die Berliner Infrastruktur ausgedrückt: „Das mehrfach gesicherte Energienetz wird über andere Wege der Energieleitungen die Haushalte in kürzester Zeit wieder über das weit verzweigte Stromnetz anschließen“. Sollte es tatsächlich gelingen, die Stromversorgung bis Donnerstagnachmittag wieder vollständig herzustellen, waren zigtausende Haushalte sechs Tage lang im Dunklen. Der Blackout in Spanien und Portugal, der Europa vergangenes Jahr in Atem hielt, dauerte 12 Stunden.

Der terroristische Kampf gegen Gaskraftwerke ist der Gipfel der blinden Verranntheit der Erderhitzungsfetischisten. Weg von der Digitalisierung, dem technologischen Fortschritt und dem Kapitalismus – das wünschen sich die Verfasser des Bekennerschreibens. Es ist das unreflektierte und kindische Einmaleins der Degrowth-Gläubigen und Greta-Ideologen. Die reichen Länder zerstören die Welt, da sie mehr CO2 ausstoßen als die armen Länder. Hat irgendeiner dieser Ökos mal darüber nachgedacht, dass der höhere CO2-Ausstoß in diesen Ländern alle reicher macht? Armut ist im Westen ein relatives Maß, das einen bestimmten Abstand zum (dort höheren) Durchschnittseinkommen anzeigt. Dort, wo mehr Emissionen anfallen, gibt es auch mehr Jobs und besser bezahlte Jobs. Wie durch ein Brennglas sieht man diesen Zusammenhang in China, wo in den vergangenen Jahrzehnten hunderte Millionen Menschen der Armut entkommen sind, während das Land zum größten CO2-Emittenten geworden ist. Es ist dem unternehmerischen Erfindergeist zu verdanken, dass sich dieser Zusammenhang im Westen langsam entkoppelt – Wohlstand wächst, während die Emissionen zurückgehen. Wohlstand ist kein begrenzter Kuchen, der unter einigen Gierigen aufgeteilt wird. Dem infantilen Glauben daran, dass der Staat alles richten wird, steht die Realität gegenüber, dass der (technologische) Fortschritt und die größtmögliche Freiheit Probleme löst – wenn man sie zulässt.

Die Berliner Terroristen haben ihrer eigenen Sache wohl mehr geschadet als jede Erklärung dieser simplen ökonomischen Realität. Möchte man glauben. Die linke deutsche taz sieht darin lediglich eine Ablenkung von „der viel größeren Gefahr durch Rechtsextremismus“ und kommt zu dem Schluss, dass diese „einfältigen Linksextremen“ vielleicht gar nicht für den Anschlag verantwortlich sind. So kann man sich die Welt auch richten, wie sie einem gefällt.

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