Morning in Brief

Morning in Brief, 23. Jänner 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing um 7 Uhr! Heute zusammengestellt und editiert von Stephan Frank, Sara Grasel, Christoph Hofer und Maximilian Kern – wir melden uns aus Wien.

News – das müssen Sie heute wissen:

💡 Niederösterreich und Burgenland dominieren bei Windkraft. In Österreich gibt es 1.447 Windräder mit einer Gesamtleistung von 4.221 Megawatt (MW). Im Jahr 2025 wurden 48 neue Anlagen mit 285,3 MW Leistung errichtet und 23 Anlagen mit einer Leistung von 41,5 MW abgebaut. 55 % der gesamten Windkraftleistung sind in Niederösterreich installiert, 35 % im Burgenland und 10 % im restlichen Bundesgebiet. Bis Ende 2026 soll der Bestand 1.491 Windkraftanlagen (+44) mit einer Gesamtleistung von 4.472 MW (+251) erreichen. Der Bau von zusätzlichen 3.405 MW befindet sich laut IG Windkraft in geplanten, beantragten oder bereits genehmigten Projekten – in den nächsten 3 bis 4 Jahren könnte die installierte Windkraftleistung somit verdoppelt werden, so IG-Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer. [Quelle: IG Windkraft – Pressekonferenz, Aussendung | Grafik von Stephan Frank]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Kommentar: Bablers populistische Maßnahmen und ihre Folgen
von Gerhard Jelinek

Andreas Babler (und die Regierungsmitarbeitenden) sollten gelegentlich Sophokles lesen – oder ihn zumindest googeln. Die „Erfolge“ des Vizekanzlers sind quasi Opfer wider die Vernunft, die für den Erhalt der Dreierkoalition offenbar notwendig sind.

🇦🇹 Statistik-Austria-Chefin erteilt Änderung der Inflationsberechnung Absage. Dem Wunsch nach Anpassung der Inflationsberechnung im Bereich Tourismus durch die Bundesregierung könne die Statistik Austria nicht nachkommen, führte die fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, Monika Lenk, Im gestrigen ZIB2-Interview aus. Das widerspreche dem rechtlichen Auftrag, denn man unterliege „internationalen Regeln“ und müsse „auf die Qualität achten“, so Lenk. Durch das Wegfallen des Einmaleffekts der ausgelaufenen Energiepreisbremse Anfang 2025 rechnet Lenk für heuer mit einem Absinken der Inflation um 0,8 Prozentpunkte. [Quelle: ZIB2 | Grafik: Inflationsentwicklung 2024/25]

🇦🇹 Österreichs CEOs pessimistischer als internationale Kollegen. Während weltweit 61 % der CEOs mit einem globalen Wirtschaftswachstum rechnen, erwarten in Österreich lediglich 24 % ein Wachstum im eigenen Land. Auch das Vertrauen in die eigene Geschäftsentwicklung ist mit 12 % geringer als der weltweite Wert von 30 %. Als zentrale Einflussfaktoren nennen die Unternehmenschefs makroökonomische Unsicherheiten, Cyberrisiken und die Inflation. Zudem geben 68 % der CEOs an, dass sie sich hinsichtlich der Geschwindigkeit der technologischen Transformation ihres Unternehmens besorgt zeigen. Als wichtigste internationale Investitionsziele aus österreichischer Sicht werden die USA genannt, gefolgt von Indien, dem Vereinigten Königreich und Deutschland. [Quelle: PwC]

🇦🇹 Weitere Digitalisierung im Gesundheitsbereich geplant. Die Sozialversicherungsträger und die Österreichische Ärztekammer haben mit der „Zukunftsvereinbarung e-Health“ neue Services beschlossen, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören u. a. Neuerungen bei elektronischen Zuweisungen, Verordnungen und Terminvergaben, die künftig vollständig digital erfolgen sollen. Ab 2027 ist zudem geplant, Befunde aus Vorsorgeuntersuchungen in der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) zu speichern. [Quelle: APA via Medienberichte | Reaktion: ÖGB]

🇦🇹 Heizkosten 2025 höher trotz niedrigerer Preise. Die Heizkosten für Haushalte dürften 2025 um 8,3 % über den Kosten des Jahres davor liegen. Die Analyse von Techem Research basiert auf Wetterdaten und der daraus errechneten theoretischen Heizbedarfsänderung. Die Preise seien zwar gesunken, das werde aber durch die kalte Witterung überkompensiert. Der Heizbedarf sei 2025 im Jahresabstand um 12,7 % höher. Die Kosten steigen in Wien, Niederösterreich und Burgenland besonders stark, in der Steiermark und in Tirol moderat und in Kärnten sinken sie leicht. [Quelle: Techem Research]

🇦🇹 Immobilienkauf: Volumen kräftig gestiegen. In Österreich wurden vergangenes Jahr laut EHL Immobilien im Gesamtwert von 4 Mrd. Euro gekauft, 2024 waren es 2,8 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerung um rund 43 %. Etwa ein Drittel der Käufe betrifft Bestandswohnhäuser, die laut EHL auch 2026 den Handel dominieren sollen. Neue Projekte würden aufgrund hoher Bau- und Finanzierungskosten, des erhöhten Zinsniveaus sowie gestiegener Renditeanforderungen nur eingeschränkt realisiert. Ein Viertel des Volumens entfiel auf Büroimmobilien. Die Käufer von 64 % des Volumens kamen aus Österreich. [Quelle: EHL]

🇦🇹 Land Vorarlberg und WKV arbeiten beim Bürokratieabbau zusammen. Die Bürokratieabbau-Stelle des Landes Vorarlberg wird künftig mit der entsprechenden Ombudsstelle der Wirtschaftskammer Vorarlberg verschränkt. Die Stelle sei in Kürze voll besetzt und habe ihre Arbeit bereits aufgenommen, so das Land Vorarlberg. Große Gesetzesmaterien sollen im Sinne des Bürokratieabbaus novelliert werden – darunter Raumplanung, Baugesetz, Bautechnikverordnung und Naturschutzgesetz. [Quelle: Land Vorarlberg]

🇪🇺 Handelsteil des Mercosur-Abkommens möglicherweise schon ab März in Kraft. Der handelspolitische Teil des EU-Mercosur-Abkommens soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters trotz der laufenden Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorläufig angewendet werden. Die EU-Kommission kann dies entscheiden. Reuters zitiert einen EU-Diplomaten, der erklärte, die Anwendung solle beginnen, sobald der erste Mercosur-Staat das Abkommen ratifiziert hat. Dies werde voraussichtlich im März durch Paraguay geschehen. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich bereits kurz nach dem Beschluss des EU-Parlaments für eine vorläufige Anwendung ausgesprochen. [Quellen: Reuters, Merz auf X | Grafik: Österreichs Handel mit den Mercosur-Staaten]

🇪🇺 EU kündigt Grönland-Investitionen und verstärkte Arktispräsenz an. Nach Trumps zurückgenommenen Strafzoll-Androhungen werten die Staats- und Regierungschefs beim gestrigen Treffen des Europäischen Rates ihre geschlossene Haltung als Erfolg. Von der Leyen kündigte nach dem EU-Gipfel ein umfassendes Investitionspaket für Grönland an. Zudem werde die EU ihre Arktis-Präsenz massiv ausbauen. Ein Teil der Verteidigungsausgaben solle für arktistaugliche Ausrüstung genutzt werden (z. B. europäischer Eisbrecher) und eine verstärkte Kooperation mit Kanada, Norwegen, Island und dem Vereinigten Königreich erfolgen. Gesprochen wurde auch über das Mercosur-Abkommen, eine Einigung zu einer vorläufigen Anwendung steht noch nicht im Raum. [Quellen: Europäischer Rat, APA via Kurier]

🇪🇺 Europäischer Gaspreis um 40 % gestiegen. Der Preis für eine Megawattstunde Gas an der Amsterdamer Börse (Dutch TTF) ist innerhalb der letzten zwei Wochen von 28 auf über 41 Euro pro MWh gestiegen – ein Anstieg um 40 %. Der Preis ist inzwischen wieder leicht auf knapp 38 Euro pro MWh zurückgegangen, bleibt damit aber auf dem Niveau von Juni 2025. Die heimischen Gasspeicher leeren sich indes deutlich schneller als in den Vorjahren und weisen einen Speicherstand von 52,3 % auf. [Quellen: Investing.com, Energie.gv.at | Grafik: Gasspeicher leeren sich schneller als in den Vorjahren]

🇪🇺 Öffentliches Defizit und Schuldenstand steigen im Euroraum und der EU. Das öffentliche Defizit ist im Euroraum und in der EU im 3. Quartal 2025 gestiegen und lag jeweils bei 3,2 % des BIP, nach 2,8 % im Euroraum und 2,9 % in der EU im 2. Quartal. In Österreich stieg das Defizit um 0,6 Prozentpunkte auf 4,8 % des BIP. Griechenland, Dänemark, Irland und Zypern wiesen im 3. Quartal einen Überschuss auf. Der öffentliche Schuldenstand stieg auf 88,5 % des BIP im Euroraum und 82,1 % in der EU. In Österreich betrug er 83,7 %, in Deutschland 63 %. Griechenland verzeichnete mit 149,7 % den höchsten Stand, gefolgt von Italien (137,8 %) und Frankreich (117,7 %). Die niedrigste Staatsverschuldung meldet Estland mit 22,9 % des BIP. [Quellen: Eurostat – Defizit, Schuldenstand]

🇪🇺 Wind und Solar liefern erstmals mehr Strom als fossile Quellen in der EU. Im Jahr 2025 erzeugten Wind- und Solarkraft in der EU erstmals mehr Strom als fossile Quellen. Zusammen produzierten sie 30,1 % des Stroms, fossile Quellen lieferten 29  %. In den vergangenen 5 Jahren stieg der Anteil von Wind und Solar um über 10 Prozentpunkte, während der Anteil fossiler Quellen um fast 8 Prozentpunkte sank. In 14 von 27 EU-Ländern übertraf 2025 die Stromerzeugung aus Wind und Sonne jene aus fossilen Quellen. Für die Niederlande und Kroatien war dies erstmals der Fall. In Österreich ist dies ab 2023 eingetreten. [Quelle: Ember Energy]

🇪🇺 Europäischer Flugverkehr 2025 auf Vor-Corona-Niveau. Die Anzahl der Flüge in Europa stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 4 % auf 11,1 Mio. Flüge und erreichte damit wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie 2019. Vor allem in Südeuropa nahm der Flugverkehr zu, während er in Nordeuropa noch unter dem Wert von 2019 blieb. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg um rund 3 % auf 11,4 Mio. Flüge erwartet. Zum ersten Mal überstieg der Marktanteil von Billigairlines den der klassischen Linienfluggesellschaften. Ryanair führte mit 3,18 Mio. Flügen die Liste der Airlines mit den meisten Flügen an. [Quelle: Eurocontrol]

Selektive Agenda:

Heute, Davos: 5. und letzter Tag des Weltwirtschaftsforums WEF [Info]

Heute, Lefkosia, Zypern: Informelles Treffen der EU-Justiz- und Innenminister (letzter Tag) [Info]

Heute, Wien: 5. KV-Verhandlungsrunde in der IT-Branche [Info]

Heute, Wien: Klausur der Wiener Stadtregierung

10:00 Uhr, Frankfurt: S&P Global gibt Einkaufsmanagerindex für die Eurozone bekannt

16:00 Uhr, Ann Arbor, Michigan, USA: Bekanntgabe des US-Verbrauchervertrauens im Jänner [Info]

Sonntag, Hamburg: Internationaler Nordsee-Gipfel für unabhängige und sichere Energie in Europa (bis 26.1.) [Info]

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Montag.

Selektives Networking:

Jobwechsel und Karriereschritte: Julian Steiner ist neuer Pressesprecher für Billa in Österreich, Natalia Michalak wird Regionalsprecherin für Billa in den Bundesländern. Marie-Stefanie Spitzy ist neue HR Direktorin von Sodexo Service Solutions Austria. Michael Strebl wird ab dem 25. März neues Vorstandsmitglied der E-Control, Alfons Habers Amtszeit wird 5 Jahre verlängert. Monica Rintersbacher übernimmt die Gesellschaftsanteile der Leitbetriebe Austria von Andreas Gnesda.

Geburtstage: Wir gratulieren Georg Baselitz zum Geburtstag. Am Sonntag hat Heinz P. Adamek Geburtstag.

Sehen & gesehen werden:

16:30 Uhr, Wien: Neujahrsempfang der Freunde der Freiheit „Freiheit – Ist das in Krisenzeiten so wichtig?“ mit Lukas Mandl, Rudolf Mitlöhner, Barbara Schmidt und Wolfgang Gerstl im ManagementClub [Info]

19:00 Uhr, Wien: Buchpräsentation von Johanna Hager und Peter Thier „Deadline. Wer bestimmt die Wahrheit?“ (editition a) im Thalia Mariahilferstraße 99 [invite only]

20:00 Uhr, Kitzbühel: 33. Weißwurstparty beim Stanglwirt [Info]

21:00 Uhr, Wien: Wiener Kaffeesiederball in der Hofburg [Info]

Samstag, 14:00 Uhr, Wien: Bischofsweihe und Amtseinführung von Josef Grünwidl u. a. mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen [Info]

Samstag, 20:00 Uhr, Wien: Regenbogenball im Austria Trend Parkhotel Schönbrunn [Info]

Samstag, 20:00 Uhr, Wien: Wissenschaftsball im Rathaus Wien [Info]

Samstag, 22:00 Uhr, Wien: 136. Ball der Industrie und Technik im Musikverein [Info]

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