Guten Morgen Österreich!
Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing um 7 Uhr! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – wir melden uns aus Wien.
News – das müssen Sie heute wissen:
Energiepreise. Die Energieagentur meldet für Jänner deutlich gestiegene Großhandelspreise für Strom und Gas. Der Strompreisindex ÖSPI steigt im Monatsvergleich um 14,2 Prozent und im Jahresvergleich um 26,9 Prozent. Der Gaspreisindex ÖGPI steigt im Monatsvergleich um 2,7 Prozent und im Jahresvergleich um 26,4 Prozent. Für Haushalte sind die Energiepreise im November im Monatsvergleich um 0,1 Prozent gestiegen – sie lagen jedoch um 14,7 Prozent unter den Preisen des Vorjahreszeitraums. Preistreiber war der Diesel. Gas und Strompreise für Haushalte sind im Monatsvergleich gesunken. [Quelle: Energieagentur I; Energieagentur II]
Kommentar: Wider die klassenkämpferische Unkultur des Gegeneinander
von Elisabeth Zehetner
Pauschale Vorwürfe, dass Unternehmer ausschließlich Gewinne abschöpfen und Risiken auf andere abwälzen, sind einseitig. Denken wir an jene ehrbaren Kaufleute, Handwerker, Dienstleister und Produzenten, die jeden Tag kämpfen, um Arbeitsplätze in ihrer Region zu sichern. Statt Unternehmen und Arbeitnehmer gegeneinander auszuspielen, sollten wir uns die Frage stellen, wie wir gemeinsam eine Erfolgsbasis schaffen können, die beiden Seiten hilft.
Grafik (von Christoph Hofer): Das beliebteste Weihnachtsgeschenk 2024 ist der Gutschein. Mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) gaben in einer Deloitte-Erhebung an, diesen unter den Christbaum zu legen. Auch Spieleartikel (27 Prozent) und gemeinsame Zeit (26 Prozent) stehen hoch im Kurs. Eine Mehrheit möchte heuer zwischen 100 und 499 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. [Quelle: Deloitte]

Regierungsverhandlungen. Die Parteichefs von ÖVP, SPÖ und Neos trafen sich gestern Nachmittag zu einem letzten Austausch vor Weihnachten. Laut gemeinsamer Aussendung ging es vor allem um die budgetäre Bewertung möglicher Leuchtturm-Projekte. Weitere Details wurden nicht genannt. In der Mittags-ZIB sprach sich der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) für einen Beitrag von „Super-Millionären“ aus – Vermögensteuern gelten als eine große Trennlinie zwischen SPÖ und ÖVP. Die Teams der Regierungsverhandler setzen die Gespräche am 26.12. fort – die Parteichefs sollen am Freitag wieder zusammenkommen. [Quelle: Aussendung; Medienberichte; Nehammer auf X; Mittags-ZIB 23.12.]
Gebrauchte Autos billiger. Die Preise für Gebrauchtwagen sind in Österreich gesunken. Ein gebrauchtes Auto kostete durchschnittlich 26.310 Euro – 3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Preis liegt leicht unter dem deutschen Durchschnitt. Das Angebot ist um 3 Prozent gestiegen und die Nachfrage um 19 Prozent. Hybridfahrzeuge waren mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 44.864 Euro am teuersten – die Nachfrage stieg dennoch um 45 Prozent. Auch bei E-Autos stieg die Nachfrage – um 44 Prozent – der Durchschnittspreis sank jedoch im Unterschied zu Hybridfahrzeugen. [Quelle: Aussendung]
Finanzbetrug wächst. Der höchste gemeldete Verlust durch Finanzbetrug einer Privatperson betrug heuer 996.109 Euro. Der gemeldete Gesamtverlust lag bei rund 15,5 Mio. Euro, 2023 waren es 12,8 Mio. Euro. 840 Personen meldeten sich bei der Finanzmarktaufsicht. Kryptobetrugsfälle stiegen von 244 auf 409. Häufig wurden Opfer über soziale Netzwerke mittels Deepfake-Postings von vermeintlichen Prominenten kontaktiert, die Investments anpriesen. [Quelle: FMA]
Weniger neue Euro-Münzen. 2025 werden in den Euroländern Münzen im Wert von rund 2,17 Mrd. Euro produziert – heuer lag der Wert etwa bei 2,35 Mrd. Euro. 2023 lag die Produktion aufgrund des Beitritts Kroatiens zum Euro bei 2,6 Mrd. Euro. Ende 2023 befanden sich in Europa laut EZB 148 Mrd. Münzen im Umlauf – bei der Euro-Einführung 2002 waren es 40 Mrd. Münzen. Die meisten Münzen will nächstes Jahr Deutschland produzieren, gefolgt von Frankreich und Spanien. Die EZB legt jährlich auf Basis des gemeldeten Bedarfs eine Obergrenze für neu geprägte Münzen fest. [Quelle: EZB]
EZB-Ziel Inflation. In einem Interview sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass die Inflation in der Eurozone demnächst nachhaltig auf das mittelfristige Ziel von zwei Prozent gebracht werden könne. 2025 geht sie von 2,1 Prozent aus, 2026 von 1,9 Prozent. Wachsam müsse man bei der Inflation im Dienstleistungssektor sein, die derzeit um die 4 Prozent schwankt. [Quelle: Financial Times]
Baubranche in Deutschland. In Deutschland ist der Auftragseingang in der Baubranche im Oktober im Monatsvergleich um 5,6 Prozent angestiegen. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg preisbereinigt um 1,7 Prozent. Von Jänner bis Oktober sanken die Aufträge um 1,9 Prozent und der Umsatz um 1 Prozent. Die Branche hofft nun auf Erholung durch die gesunkenen Zinsen. [Quelle: Destatis]
Britische Wirtschaft stagniert. In Großbritannien mussten die Zahlen für das BIP-Wachstum im dritten Quartal nach unten korrigiert werden. Statt einem leichten Wachstum von 0,1 Prozent, stagnierte die Wirtschaft. Auch das Wachstum im zweiten Quartal wurde um 0,1 Prozentpunkte auf 0,4 Prozent nach unten revidiert. Für das vierte Quartal prognostiziert die Bank of England ebenfalls Stagnation. [Quelle: ONS; Bank of England]
Handelsstreit USA-China. Die US-Regierung hat eine handelspolitische Untersuchung zu Halbleitern aus China angekündigt. Ziel sei es, US-Hersteller vor einer Flut an staatlich subventionierten Microchips aus China zu schützen. Die Ermittlungen könnten Grundlage für höhere Zölle auf chinesische Importe sein. [Quelle: US-Handelsministerium]
Selektives Networking
Jobwechsel und Karriereschritte: Mit 1. Jänner 2025 übernimmt Dominic Weiss, bisher Geschäftsführer bei der Urban Innovation Vienna GmbH (UIV), die Leitung der Geschäftsstelle der Wirtschaftsagentur Wien von Gerhard Hirczi. Florian Kazalek, von März 2022 bis heuer WESTbahn-Geschäftsführer, wird bei der grosso rail gmbh in der Geschäftsführung mitgestalten. Alfred Zens folgt als kaufmännischer Geschäftsführer der EBG MedAustron GmbH auf Ludwig Gold per 1. März 2025 für einen Zeitraum von fünf Jahren. Eugen B. Hug bleibt weitere fünf Jahre medizinischer Geschäftsführer. Mit Jahresbeginn 2025 übernimmt Roland Mader die ärztliche Leitung des Anton Proksch Instituts.
Geburtstage: Wir gratulieren Othmar Karas, Harald Serafin, Erwin Pröll und Helmut Schüller zum Geburtstag. Am 25. Dezember hat Stefan Ruzowitzky Geburtstag.
Sehen & gesehen werden:
Heute, 19:00 Uhr, Vatikanstadt: Papst Franziskus eröffnet das Heilige Jahr mit der Öffnung der Heiligen Pforte am Petersdom (ab 23:00 auch auf ORF2); anschl. Christmette im Petersdom.
Heute, 23:55 Uhr, Wien: Christmette im Stephansdom mit Dompfarrer Anton Faber; bereits um 16:30 Uhr: Vesperfeier mit Kardinal Christoph Schönborn.