International

Kommentar von Bernhard Seyringer

Wie die „Made in China“-Strategie China in 10 Jahren unabhängiger machte

Im Mai 2015 hat die chinesische Führung die Smart Manufacturing-Strategie „Made in China 2025“ verabschiedet. Das Ziel war, die Abhängigkeit von internationalen Anbietern und Märkten zu reduzieren. Da es aber kein „Zoll“ war, hat man die darin liegende Kampfansage im Westen meist nicht verstanden. Während in Europa die Auswirkungen schon zu spüren sind, haben zumindest die USA begonnen zu reagieren.

Interview

OPEC-Generalsekretär: „Ölindustrie muss zur Emissionsreduzierung beitragen“

Der Ausbau erneuerbarer Energie wird mit viel Nachdruck vorangetrieben. Trotzdem wird die weltweite Nachfrage nach Öl wohl auch in den nächsten 25 Jahren nicht sinken. Das liegt an der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung, hat aber noch einen Grund: „Es ist ein Mythos, dass neue Energiequellen automatisch ältere ersetzen. Die Realität sieht anders aus“, sagt OPEC-Generalsekretär Haitham Al Ghais.

Haitham Al Ghais ist seit 2022 Generalsekretär der OPEC © OPEC/ Montage
„Wohin mit dem Geld?“ von Monika Rosen

Fondsmanager kehren der Wall Street den Rücken

Die monatliche Umfrage der Bank of America unter 300 globalen Fondsmanagern spiegelt de facto nur ein Thema wider, nämlich die Zollpolitik von US Präsident Trump. Man reduziert die Gewichtung bei US-Aktien und erwartet einen schwächeren Dollar. Mehr als 80% der Befragten befürchten, dass sich das globale Konjunkturbild eintrüben wird.

Kommentar von Heike Lehner

Fed-Sitzung: Ein Plädoyer für langweilige Zentralbanken

Gerade in Zeiten historischer Unsicherheit und politischer Nervosität braucht es eine Zentralbank, die Ruhe ausstrahlt und deren Handeln langweilig erscheint. Während die EZB Unsicherheit als Handlungsaufforderung interpretiert, versteht die Fed sie als Signal zur Zurückhaltung – und handelt entsprechend. Geldpolitische Glaubwürdigkeit entsteht in der aktuellen Situation aber vor allem durch Ruhe, Konsistenz und die Fähigkeit, in einem nervösen Umfeld bewusst nicht zu schnell zu reagieren.

Kommentar von Alexander Purger

Trumponomics bald auch in Österreich?

Schön langsam kommt die Welt zwar drauf, dass das ständige Drohen ein Teil von Trumps Deal-Making der Marke Hinterhof-Immobilienhai ist, und zwar ein Teil, den man nicht unbedingt ernst nehmen muss. Allzu oft wird die Masche also nicht mehr funktionieren. Aber bis dahin: Wie wäre es, wenn Österreich sich ein bissel etwas von den Trumponomics abschaut und ebenfalls zu drohen beginnt?

Interview

„Automobilzulieferer müssen sich breiter aufstellen“

Europäische Autohersteller geraten immer mehr unter Druck und das belastet auch die österreichische Zulieferindustrie. „Die Arbeitslosigkeit in der Herstellung von Kraftwagen und -teilen stieg von 2023 bis 2024 um 45 Prozent, was doppelt so hoch ist wie im allgemeinen Manufacturing-Sektor und vierfach so hoch wie in der Gesamtwirtschaft“, sagt Industrie-Experte Stefan Rathausky. Er sieht vor allem in der Europa-Zentrierung der Zulieferer ein Problem.

Stefan Rathausky ist Senior Director bei Alvarez & Marsal © Alvarez & Marsal / Montage: Selektiv
Interview

Österreich als „Tor zu Osteuropa“ zieht noch immer

„Wir sind kein Niedriglohnland und das werden wir auch nicht mehr“, sagt René Tritscher, Geschäftsführer der Austrian Business Agency, die ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Österreich berät. Der Standort konkurriere nicht mit Niedriglohnländern, sondern eher mit nördlichen EU-Staaten. Österreich würde noch immer in vielen Punkten gut abschneiden.

René Tritscher ist Geschäftsführer der Austria Business Agency © ABA/Patricia Weisskirchner / Montage: Selektiv