Weekender ・ 04.04.2026

Weekender, 4. April 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – ich melde mich aus Wien.

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Editor’s Note: Das ist vielleicht nur die Spitze des Markteingriffs-Eisbergs
von Sara Grasel

Sara Grasel Illustration

Dass die Inflation wieder nach oben geschnellt ist, dürfte kaum überraschen, für die Erzählung des Bundeskanzlers kommt das dennoch zur Unzeit: aus 2-1-0 könnte 3-0-0 werden, stellt Raiffeisen-Chefökonom und Selektiv-Kolumnist Gunter Deuber lapidar fest. Während dieser Teil der ÖVP-Erzählung ganz ohne dem Zutun der Regierung wegbröselt, muss man den Schwarzen nun auch dabei zusehen, wie ihnen die Story der starken Wirtschaftspartei wegbricht. Dass ausgerechnet der ÖVP-Wirtschaftsminister Eingriffe in die Gewinne von Unternehmen als quasi alternativlos verteidigt, um die Inflation in den Griff zu bekommen, mag schon alleine erstaunen – von den Neos als Überzeugungstäter bei der Spritpreisbremse ganz zu schweigen. Das könnte aber nur die Spitze der Übergriffigkeit sein. 

Kommentar: Kraftlos in die nächste (Energie-)Krise

Grafik: Irankrieg befeuert Inflation erneut

Im Fahrwasser der Spritpreisbremse gewinnt auch die Idee, die Kompetenzen der Bundeswettbewerbsbehörde zu erweitern, wieder Oberwasser. Die Behörde soll nicht nur prüfen und berichten dürfen, sondern auch eingreifen, wenn sie „Störungen“ am Markt ortet. Zuletzt hat dieses Ansinnen BWB-Chefin Natalie Harsdorf in einem gemeinsamen Kommentar mit Wifo-Chef Gabriel Felbermayr in der Presse aufs Tapet gebracht. Den Wunsch hegt die Behörde spätestens seit 2022, als zwar ein deutlicher Anstieg der Margen bei Treibstoffen festgestellt werden konnte, mehr als ein Bericht aber nicht möglich war. Inspiriert ist das ganze von einer ähnlichen Gestaltung in Deutschland, die wiederum von den Briten abgekupfert wurde – wo das „Market Regime“ laut EU-Kommission zu einer noch höheren Marktkonzentration geführt hat. In Deutschland geht das auf den Punkt gebracht seit 2023 so: Zunächst führt das Bundeskartellamt wie auch zuvor eine Sektoruntersuchung durch. Die muss nun aber nicht mit einem Bericht enden, sondern kann auch Maßnahmen anordnen. Ausreichend dafür ist, dass die Behörde eine „Störung des Marktes“ feststellt. Zuvor war dafür ein eindeutiger Rechtsverstoß notwendig. Jetzt reicht das Argument der Marktstörung, um „unrechtmäßig erwirtschaftete Gewinne“ abzuschöpfen.  

In Österreich zittert nun vor allem der Lebensmittelhandel. In einem ersten Schritt werden die Kontrollen durch die BWB verschärft. Im Jänner hat die Regierung nicht nur die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Quitten, Kohl und Spargel beschlossen, sondern auch die Meldung von Gewinnmargen entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette an die BWB. Es geht hier also um eine Menge Unternehmen und um eine große Vielzahl an Produkten – das wird ein durchaus aufwendiges Prozedere. Ziel ist es, die Mehrwertsteuersenkung ab Juli umzusetzen. Wann genau die neuen Meldepflichten greifen, ist noch unklar, aber die BWB soll schließlich kontrollieren, ob die Senkung auch an die Kunden weitergereicht wird. Die Branche versetzt das gelinde gesagt in Unruhe. 

Kommentar: Es gäbe ein besseres Mittel gegen hohe Gewinne: Einen freien Markt

Interview: Handelsverband – „Lebensmittelhandel ist Blitzableiter für politisches Versagen“

Agrana-Chef Stephan Büttner äußerte den Verdacht, dass das Margenbeschränkungen bei Lebensmitteln Tür und Tor öffnen konnte, vor Journalisten ganz unverhohlen: „Da würde festgelegt, was ein Landwirt oder Verarbeiter überhaupt noch verdienen darf. Das wäre ein beispielloser Eingriff in die Marktwirtschaft“. Dass die Lebensmittelpreise infolge des Irankriegs noch unangenehm anziehen könnten, kann man sich schon denken: Knappheit und damit Teuerung bei den Düngemitteln, höhere Spritpreise verteuern den Transport usw. So verlockend es für unsere rote Regierung dann wieder ist, den Staat die Preise gestalten zu lassen, so falsch ist es. Es verschlimmert die Situation mittelfristig, weil es Unternehmen aus dem Markt drängt, dadurch den Wettbewerb einschränkt, die Versorgungssicherheit gefährdet und als Gießkannenmaßnahme auch nicht taugt, die Inflation einzudämmen. Unternehmen, die um ihre Renditen zittern, investieren hier nicht.

[Quellen und Infos: Inflation – Statistik Austria, Brezinschek auf Linkedin | Deuber auf Linkedin, Gunter Deuber & Matthias Reith | Harsdorf/Felbermayr | Anhörung zur deutschen GWB-Novelle, Untersuchung der EU-Kommission zur „evolution of competition in the EU“ | Büttner laut APA]

News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:

🇦🇹 Die Spritpreisbremse bringt unterschiedliche Preissenkungen. Seit Donnerstag ist die Spritpreisbremse in Kraft. Die Senkung um jeweils 5 Cent bei Mineralölsteuer und Margen sind als Nettobeträge zu verstehen, insgesamt sinken die Preise also um bis zu 12 Cent. Zahlreiche Ausnahmen sorgen für unterschiedliche Senkungen je nach Tankstelle – teilweise muss nur die MÖSt-Senkung weitergegeben werden. Die E-Control überwacht die Einhaltung der Margenbegrenzung, das Strafmaß beträgt höchstens 7.265 Euro bzw. 14.535 Euro im Wiederholungsfall. Kleinere Tankstellen fürchten einen Wettbewerbsnachteil, da sie keine 5-Cent-Senkung von Vorlieferanten erhalten, sondern direkt am Spotmarkt einkaufen müssen. Bundeskanzler Christian Stocker betonte in der ZIB2 am Donnerstag, dass es derzeit keine Engpässe gebe. Energiesparmaßnahmen seien eine freiwillige Entscheidung, mit der jeder selbst seine Kosten senken könne. Die Sparte Transport und Verkehr der österreichischen Wirtschaftskammer fordert einen Gewerbediesel für die gesamte Branche, die Spritpreisbremse reiche nicht aus. [Quellen: Ö1 Mittagsjournal 2.4., ZIB2 2.4.; E-Control – Aussendung, Q&A; Gewerbediesel – WKÖ]

🇦🇹 Weitere Energiepreis-Dämpfer in Kraft. Neben der Spritpreisbremse sind mit April noch zwei weitere preisdämpfende Maßnahmen im Energiebereich in Kraft getreten. Für rund 290.000 Haushalte startete der Sozialtarif, der den Strompreis auf 6 Cent/kWh deckelt (bis zu 2.900 kWh Jahresverbrauch); Steuern und Abgaben werden nicht gedeckelt. Des Weiteren greift der von der E-Control verordnete „Sommer-Nieder-Arbeitspreis“ (SNAP). Die Netzentgelte werden dadurch von 1. April bis 30. September im Zeitraum von 10 bis 16 Uhr um 20 % reduziert. [Quellen: Sozialtarif, SNAP]

🇦🇹 🌐 Energiepreis-Update. Die mittleren Preise für Diesel lagen am Mittwoch noch bei 2,199 Euro pro Liter und für Benzin bei 1,869 Euro. Nach Inkrafttreten der Spritpreisbremse waren es am Donnerstag dann 2,132 Euro für Diesel und 1,784 Euro für Benzin. Am Freitag lagen die Preise bei 2,209 Euro für Diesel und 1,788 Euro für Benzin. Öl der Sorte Brent sowie der für den Gaspreis in Europa richtungsweisende Terminkontrakt TTF wurden am gestrigen Karfreitag nicht gehandelt. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis]

🇦🇹 Hattmannsdorfer will strategische Gasreserve verlängern. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer drängt auf die Verlängerung der strategischen Gasreserve um 2 Jahre bis 2029. Der Gesetzesentwurf hierzu befindet sich in „koalitionsinterner Koordinierung“, offen dürfte dabei die Finanzierung der Speicherkosten sein. Die strategische Gasreserve umfasst 20 Terawattstunden (TWh), was ungefähr einem Viertel des Jahresverbrauchs entspricht. Derzeit sind die Gasspeicher zu 34 % gefüllt. Energie-Experte Johannes Benigni betonte bereits bei Ausbruch der Krise gegenüber Selektiv, dass das Wiederauffüllen der Gasspeicher „zu einem Problem“ werden wird. „Derzeit ist einfach keine ökonomische Motivation fürs Auffüllen gegeben, weswegen wir mit sehr niedrigen Gasspeicherständen in den nächsten Winter gehen werden“, so Benigni. [Quellen: BMWET, Medienberichte, Energie.gv.at, Benigni im Selektiv-Interview | Reaktionen: FPÖ | Grafik: Wie viel Gas Österreich noch bleibt]

🇦🇹 Schultz streicht Wirtschaftsbund-Vizepräsidenten. WKÖ- und Wirtschaftsbund-Präsidentin Martha Schultz will laut Krone im Wirtschaftsbund künftig mit 2 statt bisher 5 Vizepräsidenten auskommen. Alle bisherigen Vizes verlieren ihren Posten, darunter auch der Wiener WK-Chef Walter Ruck. Neue Stellvertreter sollen Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und der burgenländische WK-Präsident Andreas Wirth werden. [Quelle: Krone]

🇦🇹 Inflation könnte auf über 4 % steigen. Laut Schnellschätzung lag die österreichische Inflation im März bei 3,1 % (VPI). Im Monatsabstand stiegen die Preise voraussichtlich um 1,1 %. Der Anstieg geht laut Statistik Austria „fast vollständig“ auf Treibstoffe und Heizöl zurück. Bisher wirkten die Energiepreise preisdämpfend (Februar -4,1 %), im März stiegen sie im Jahresvergleich jedoch um 6,1 %. Auch Dienstleistungen verteuerten sich um 4,5 %. Finanzmarktexperte Peter Brezinschek hält einen Anstieg der Inflation auf „deutlich über 4 %“ für realistisch. In Deutschland liegt die Schnellschätzung für März bei 2,7 %, die Energiepreise stiegen um 7,2 %. In der Eurozone dürfte die Inflation auf 2,5 % gestiegen sein. Die höchsten Inflationsraten des Euroraums verzeichneten Kroatien (4,7 %), Litauen (4,5 %) und Luxemburg (3,8 %). In der Slowakei und in Slowenien sind die Inflationsraten gesunken, während sie in Italien bei 1,5 % stabil blieb. [Quellen: Statistik Austria, Brezinschek auf Linkedin, Statistisches Bundesamt, Eurostat | Reaktionen: FPÖ/Belakowitsch, FPÖ/Kassegger, Grüne, SPÖ NÖ, ÖGB, Volkshilfe | Grafik: Irankrieg befeuert Inflation erneut]

💡 Arbeitsstunde in Österreich besonders teuer. Eine Arbeitsstunde in Österreich kostete im Jahr 2025 durchschnittlich 46,3 Euro. Nur Luxemburg, Dänemark und die Niederlande verzeichneten höhere Kosten. Österreich belegt damit den 4. Platz im EU-Vergleich (ohne Belgien). Noch im Jahr 2008 lag Österreich auf Rang 10, 2016 auf Rang 8. Österreich sticht mit überdurchschnittlich hohen Lohnnebenkosten (12,5 Euro) hervor, welche rund 27 % der Gesamtkosten ausmachen. Im Eurozonen-Durchschnitt kostete eine Arbeitsstunde 38,6 Euro. [Quelle: Eurostat | Grafik von Christoph Hofer]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 Verfügbares Einkommen 2025 gesunken. Das verfügbare Einkommen, das nicht für den Konsum verwendet wird, ist in Österreich im Jahr 2025 real um 1,6 % gesunken. Im Jahr 2024 ist es noch real um 3,5 % gestiegen. Im vergangenen Jahr sparten die Österreicher 9,9 % ihres verfügbaren Einkommens. 2024 lag die Sparquote bei 11,7 %; zwischen 2020 und 2023 bewegte sie sich zwischen 13,6 % und 8,6 %. Einnahmenseitig stiegen die Arbeitnehmerentgelte nominell um 3,7 % und die monetären Sozialleistungen um 5,9 %. Ausgabenseitig mussten die Haushalte 4,9 % mehr Steuern von ihrem Einkommen zahlen sowie 5 % mehr für Sozialbeiträge ausgeben. Der Konsum stieg nominell um 3,2 % und real um 0,5 %. [Quelle: Statistik Austria – 2025, Übersicht]

🇦🇹 Arbeitslosigkeit bei Männern gesunken, bei Frauen gestiegen. Im März waren 400.451 Personen arbeitslos oder in einer AMS-Schulung, um 0,9 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Männer ist dabei um 2 % gesunken, während die Zahl der Frauen um 4,5 % zugenommen hat. Die Beschäftigungsquote von älteren Frauen ist gleichzeitig auf 28,1 % gestiegen. In der Baubranche (-2,7 %) und im Tourismus (-3,2 %) ist die Arbeitslosigkeit gesunken, während sie im Handel (+4,6 %) und im Gesundheitswesen (+10,6 %) gestiegen ist. Bei Personen mit max. Pflichtschulabschluss ist die Arbeitslosigkeit im März um 2,6 % zurückgegangen, während sie bei Akademikern um 11,3 % gestiegen ist. [Quellen: AMS, BMASGPK | Reaktionen: IV, AK, WKÖ | Grafik: Was die Anhebung des Frauenpensionsalters bringt]

🇦🇹 Pensionisten-Bonus kommt 2027. Finanzminister Markus Marterbauer bestätigte gegenüber der Tageszeitung Die Presse, dass sich der geplante Steuerfreibetrag von 15.000 Euro für Zuverdienste in der Pension sowie für Erwerbstätigkeit nach Erreichen des Pensionsantrittsalters in Umsetzung befinde und ab 2027 gelten werde. [Quellen: Die Presse, Bundeskanzleramt]

🇦🇹 Staatsdefizit lag 2025 bei 4,2 % des BIP. Das gesamtstaatliche Budgetdefizit Österreichs lag 2025 bei 4,2 % des BIP und damit besser als die prognostizierten 4,5 % und besser als die 4,6 % des Jahres 2024. Die Staatsschuldenquote stieg von 80,0 auf 81,5 % des BIP. Die Einnahmen wuchsen mit +4,5 % deutlich stärker als die Ausgaben (+3,6 %). Der Bund reduzierte sein Defizit von 3,4 auf 3,0 % des BIP, die Länder (ohne Wien) von 0,5 auf 0,4 %. Bei den Gemeinden (mit Wien) stieg der Fehlbetrag hingegen leicht von 0,6 auf 0,7 %, während die Sozialversicherungsträger ihren Abgang von 0,2 auf 0,1 % senken konnten. [Quellen: Statistik Austria – Pressekonferenz, Präsentation, Aussendung, Marterbauer auf Bluesky, ZIB2 | Reaktionen: BMF, FPÖ, Grüne, ÖVP Wien, FPÖ Wien, Gemeindebund, IV | Grafik: Wien schreib Rekorddefizit]

💡 Bundesländer verringerten Defizit im Jänner und Februar. Die Statistik Austria hat erstmals Daten zu den Einnahmen und Ausgaben der Bundesländer auf Monatsbasis veröffentlicht. Dazu war eine Verordnung notwendig, die Finanzminister Markus Marterbauer Mitte Februar unterschrieben hatte. Bisher wurden die Länderdaten nur einmal pro Jahr, Ende März, veröffentlicht. In der Steiermark und im Burgenland hat sich das Defizit Jänner-Februar im Jahresabstand vergrößert, während es in allen anderen Ländern gesunken ist. Das kumulierte Bundesländer-Defizit belief sich in den ersten 2 Monaten auf -439 Mio. Euro, eine Verbesserung um 943 Mio. Euro im Jahresabstand. Für den Bund lag der Nettofinanzierungssaldo bei -2,2 Mrd. Euro, eine Verbesserung um 897 Mio. Euro. [Quelle: Statistik Austria | Grafik von Christoph Hofer]

🇪🇺 Wirtschaftsstimmung trübt sich ein, Bauwirtschaft zuversichtlicher. In der Eurozone ist die Wirtschaftsstimmung laut Economic Sentiment Indicator (ESI) von 98,2 Punkten im Februar auf 96,6 Punkte im März gesunken. In Österreich gab es einen Rückgang um 1,2 Punkte auf 91,9 Punkte. Innerhalb der Eurozone ist die Wirtschaftsstimmung nur in Estland (91,2) und Belgien (89,5) niedriger als in Österreich. Das Bild bestätigt auch der Wifo-Konjunkturklimaindex, der von -0,9 Punkten im Februar auf -1,7 Punkte im März sank. Während sich die Stimmungslage in nahezu sämtlichen Wirtschaftssektoren verschlechterte, wurden in der Bauwirtschaft positive Entwicklungen verzeichnet. Dort stieg der Lageindex um 3 Punkte an, verbleibt jedoch mit minus 2,6 Punkten weiterhin im negativen Bereich. Die Erwartungen in der Bauwirtschaft verbesserten sich um 4,8 Punkte und drehten mit plus 2,1 in den positiven Bereich. [Quellen: Economic Sentiment Indicator, Wifo]

🇩🇪 Wirtschaftsprognose für Deutschland halbiert. Das gemeinschaftliche Frühjahrsgutachten führender deutscher Wirtschaftsinstitute prognostiziert für das Jahr 2026 ein BIP-Wachstum von 0,6 %. Im Vergleich zum Herbstgutachten wurde die Prognose damit halbiert. Zwar dämpfe der Irankrieg die Erholung der deutschen Wirtschaft, doch sorge eine expansive Finanzpolitik dafür, dass diese nicht einbreche. Während Unternehmen in der Verteidigungsindustrie und im Tiefbau von dieser Entwicklung profitieren dürften, bleibe die Lage im verarbeitenden Gewerbe weiterhin verhalten. [Quellen: Ifw Kiel – Übersicht, Gutachten]

Wochenendprogramm:

Meistgelesener Kommentar der Woche. Gunter Deuber & Matthias Reith: „Kraftlos in die nächste (Energie-)Krise“ [Hier lesen]

Meistgelesenes Interview der Woche. Christian Diewald und Anil Rai: China-Züge in Österreich: „Das war auf jeden Fall ein Warnsignal“ [Hier lesen]

Long Read I. Wie hat Österreich in der Vergangenheit das Budget konsolidiert? Im Vorfeld der Budgetverhandlungen analysiert das Wifo bisherige Konsolidierungsepisoden. [Hier lesen]

Long Read II. „Bei einem Preisschock besteht die Versuchung, die Preise zu drücken – wie es während der Energiekrise 2022-2023 zu beobachten war. Das wäre ein Fehler“, schreiben die Ökonomen des Bruegel-Instituts in der Analyse „How Europe should respond to the Iran gas shock – and how it shouldn’t“. [Hier lesen]

Long Read III. Bevölkerungsprognose 2025. In einem neuen STATreport bietet die Statistik Austria einen umfassenden Überblick über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung Österreichs und der Bundesländer. [Hier lesen]

Journal zu Gast. Religionssoziologin Regina Polak [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]

Kulinarisches Briefing
29. März – 3. April

Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik  

MADAME SERADJ

Afterwork statt Mittag – aber mit Charakter. Die Architektin Heide Schicht hat aus dem ehemaligen Otto e Mezzo im Freihausviertel eine sehr blaue Bar gemacht, die an die Salontradition ihrer iranischen Großmutter anknüpfen soll. Die Snacks folgen dem Motto „Safran meets Schampus“: persisch inspirierte Klassiker, mit unterschiedlichem Erfolg. Der „Madame’s Hug“ (Safran-Tortilla mit Jalapeños, € 9,–) überzeugt, der Oliviyeh-Salat ist zu blass, das stärkste Gericht ist das „Veal & Lime“ – Spalterbsen mit Kalbsragout und Zitrusnote. Kein Lunch-Tipp, aber eine stimmungsvolle Afterwork-Adresse mit Persönlichkeit, findet Florian Holzer im Falter.

BOCA (COMPANION HOTEL)

Mutige Adresse, beachtliche Küche. Lauryn Thérin, zuletzt Küchenchefin bei Ottolenghi in London, kocht im neuen Companion Hotel gegenüber dem Westbahnhof elaboriert und innovativ. Die gebackene Melanzane mit Zitronenjoghurt und Mojo Rojo (€ 13,–) ist ein Pflichtgericht, das Chicken Schnitzel alla Milanese solide. Einziger Schwachpunkt: eine Weinkarte mit zu selbstbewusster Kalkulation für diese Lage urteilt Severin Corti in Der Standard

HEIDINGERS GASTHAUS

Das gebackene Gulasch bleibt – der Rest kommt aus Tirol. Neupächter Ingobert Könczöl aus Tirol führt das Haus nach dem Motto „Alpin trifft Wien“ weiter. Das Signature Dish Gulasch – drei Tage gekocht, doppelt paniert – blieb glücklicherweise unangetastet. Neu und empfehlenswert: die Zillertaler Ofenleber aus Leber und Schweinsschopf. Fazit von Anna Burghardt in Die Presse: Die Alt-Wiener Seele des Hauses lebt weiter – mit alpiner Schlagseite, die gut sitzt.

Jetzt jeden Samstag im Weekender!

Nächste Woche auf der Agenda:

Politik Österreich. Am Dienstag gehen die KV-Verhandlungen im Finanzsektor in die 4. Runde. Am Mittwoch tagt der Ministerrat und der Wirtschaftsausschuss des Nationalrates befasst sich u. a. mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz. Am Donnerstag gehen die KV-Verhandlungen der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) in die 2. Runde. Am Freitag segnet der Bundesrat die jüngsten Nationalrats-Beschlüsse ab. 

Politik international. Am Dienstagabend läuft die Frist von US-Präsident Donald Trump für die Öffnung der Straße von Hormus ab. Ab Freitag ist Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer in Indien. 

Daten und Fakten. Am Dienstag präsentiert die Industriellenvereinigung ihr „Industriestrategiebarometer“ und das Wirtschaftsministerium präsentiert ein Update zum Stromnetz-Ausbau. Ebenfalls am Dienstag veröffentlicht die Statistik Austria die Großhandelspreise für März, am Mittwoch folgt der Einzelhandelsumsatz für Februar. Am Freitag veröffentlichen Wifo und IHS ihre aktualisierte Konjunkturprognose für 2026 und 2027. Die Statistik Austria veröffentlicht die Produktionsindizes (Februar) und Kfz-Neuzulassungen (März).

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.

Selektives Networking:

Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Lukas Maukner erweitert mit April die Geschäftsführung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wolfgang Pacher hat die Funktion des COO Österreich innerhalb der Swietelsky AG übernommen. Magdalena Ebmer ist die neue Geschäftsführerin von Volvo Austria. Theresia Vogel wird stellvertretende Vorsitzende des Rates für Forschung, Wissenschaft, Technologie und Innovation (FORWIT). Rainer Vogelmann übernimmt die Funktion des designierten Landesdirektors der DONAU Landesdirektion Wien. Gerhard Rauniak übernimmt die Führung der Direktion 4 – Logistik des österreichischen Bundesheeres. In der ordentlichen Hauptversammlung der Helvetia Versicherungen AG wurden Karina Schreiber und Christine Theodorovics in den Aufsichtsrat gewählt. Albert Angersbach wird neuer Risikovorstand der UniCredit Bank Austria.

Neuerscheinung. Martin Kolozs: Andreas Khol – Ein politisches Leben. Braumüller-Verlag 2026 [Zum Verlag]

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