Österreich

Kommentar von Laura Raggl

Dachfonds: Wenn Kapital endlich arbeiten darf

Nehmen wir einmal an, wir könnten – ganz ohne zusätzliche Kosten für den Staat – große Summen an Kapital für Innovation und Startups mobilisieren. Wir könnten damit die Leitbetriebe von morgen schaffen und, noch wichtiger, sie in Österreich halten. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht. Genau diesen Effekt nutzen Länder wie Frankreich, Dänemark und Deutschland seit vielen Jahren. Das Konzept dazu liegt auch hierzulande längst in der Schublade.

Interview

AMS-Chefin: „75 % der arbeitslosen Flüchtlinge leben in Wien“

AMS-Co-Vorständin Petra Draxl erklärt warum der Talboden der Arbeitslosigkeit in Österreich noch nicht durchschritten ist und welche Branchen ihr aktuell besonders Sorge bereiten. Zwar steige mittelfristig das Arbeitskräfteangebot doch „die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden sind seit Jahren rückläufig.“ Eine Bleibepflicht für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte wäre für Draxl sinnvoll. „Derzeit leben 75 % der arbeitslosen Flüchtlinge in Wien. Österreichweit einheitliche Sozialleistungen würden dieser Tendenz entgegenwirken.“

Kommentar von Georg Renner

Rezession zu Ende: Jetzt nur ja nicht jubeln!

Die Politik sollte sich vom Licht am Ende des Tunnels nicht blenden lassen: Nicht nur ist das nicht ihr Verdienst, sondern jener der österreichischen Konsumenten und Unternehmerinnen. Das Wachstum ist auch nur ein sehr, sehr zartes Pflänzchen, das sie hegen und pflegen sollte – und dem sie vor allem Raum geben muss. Was heißt das in konkreter Politik?

Interview

Energieexperte: „Deutschland wird keine Alternative zu Atomkraft haben“

Wenn Deutschland in seinen neuen Gaskraftwerken in Zukunft grünen Wasserstoff verheizt, wird es teuer. Während Österreich für die Grundlast Wasserkraft hat, habe Deutschland praktisch keine Alternative, um zu Atomkraft zurückzukehren, sagt Johannes Benigni. Er rechnet damit, dass der Gaspreis in Österreich weiter steigen wird – schon jetzt ist er höher als in Nachbarländern.

Johannes Benigni ist Direktor von JBC Vienna © Benigni | Montage: Selektiv
Kommentar von Matthias Reith

Das österreichische Arbeitsmarkt-Scheinwunder

Rekordbeschäftigung trotz Langzeitrezession. Wie passt das zusammen? Der Blick unter die Oberfläche zeigt: Das „Beschäftigungswunder“ ist in Wirklichkeit ein „Scheinwunder“. Ein Grund: Wie viel in Österreich insgesamt gearbeitet wird (Stundenvolumen), ist derzeit der eigentliche „Seismograph“ am Arbeitsmarkt für den konjunkturellen Gegenwind – und nicht wie viele in Österreich arbeiten.

Kommentar von Markus Hengstschläger

Polanyis Paradoxon: Der entscheidende Vorteil älterer Mitarbeiter

Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zusätzliche Qualifikationen von unschätzbarem Wert: Ein nach dem Philosophen Michael Polanyi benanntes Paradoxon beschreibt das Phänomen, dass der Mensch im Laufe seines Lebens sehr viel Wissen implizit besitzt und vermehrt, es aber nicht in Form von Anleitungen aufschreiben und einfach übertragen kann.