Carmen Treml

Carmen Treml ist Ökonomin beim wirtschaftsliberalen Thinktank Agenda Austria und externe Lektorin an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre Kerngebiete sind Bildung, Arbeitsmarkt und Verteilung.

Kommentar

Mehr Finanzbildung allein macht noch keine Aktionäre

Die Österreicher sind Musterschüler beim Sparen, beim Investieren brauchen sie aber dringend Nachhilfe. Am Wissen allein scheitert es nicht. Wer mehr Menschen an den Kapitalmarkt bringen will, muss auch dafür sorgen, dass ihnen am Monatsende etwas zum Anlegen bleibt.

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Lehrer sind keine Manager

Mit dem Chancenbonus tritt im neuen Schuljahr ein Instrument in Kraft, das überraschenderweise in die richtige Richtung geht. Mit der Einführung des „Mittleren Managements“ legt das Bildungsministerium aber eine Themenverfehlung hin. Mehr Autonomie für die Schulen ist zu begrüßen – wenn man Lehrer aber als Amateurmanager von ihrem eigentlichen Job abzieht, wird sich am Ende wohl kaum etwas zum Besseren wenden.

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Sommerlicher Reformdrang an falscher Stelle

Wer glaubt, mit einer Verschiebung der Sommerferien eine nachhaltige Lösung gefunden zu haben, verschiebt lediglich das Problem. Die Sommer werden dadurch nicht kühler, die Schulgebäude nicht besser und der Unterricht nicht angenehmer. Mit nachhaltigen infrastrukturellen Anpassungen könnte man auch den leidigen Diskussionen über geeignete Hitzemaßnahmen oder ein generelles „Hitzefrei“ ein Ende setzen und Schulen zu einem Ort machen, an dem zu hohe Temperaturen kein Argument sind, zu Hause zu bleiben.

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Der Pleitefonds ist pleite – wer zahlt nun die Rechnung?

Die Absurdität lässt sich kaum überbieten. Jene Einrichtung, die Arbeitnehmer vor den Folgen einer Unternehmensinsolvenz schützen soll, ist angesichts der anhaltenden Pleitewelle selbst nicht mehr ausreichend gerüstet. Bereits 2027 dürften rund 160 Millionen Euro fehlen. Der Fall zeigt lehrbuchmäßig, was passiert, wenn Sozialpolitik nach Kassasturz statt nach Systemlogik gemacht wird. Und er schürt Sorgen, dass die Lohnnebenkosten nun erst wieder steigen könnten. 

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Weiterbildungszeit: Berufliche Weiterbildung ist kein Allgemeingut

Berufliche Weiterbildung ist in erster Linie eine individuelle und betriebliche Investition, kein Allgemeingut auf Steuerzahlerkosten. Entsprechend ist es sinnvoll, auch Arbeitgeber stärker an den Kosten zu beteiligen. Genau hier setzt die neue Weiterbildungszeit an – allerdings nicht konsequent.

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Reformitis: Wie die Matura sich selbst abschafft

Ab 2027 treten erneut umfassende Änderungen bei der österreichischen Reifeprüfung in Kraft. Wieder einmal, muss man inzwischen sagen. Die Matura verliert dadurch nach und nach ihren Wert als erste große Leistungsprüfung und als ernstzunehmende Vorbereitung auf Studium und Beruf. Gerade die Erfahrung, zu einem bestimmten Zeitpunkt unter Druck Leistung erbringen zu müssen, besitzt einen Wert, der weit über den eigentlichen Prüfungsstoff hinausgeht. Sie vermittelt Disziplin, Eigenverantwortung und häufig auch Konsequenz – Eigenschaften, die sowohl im Studium als auch im späteren Berufsleben entscheidend sind.