Carmen Treml

Carmen Treml ist Ökonomin beim wirtschaftsliberalen Thinktank Agenda Austria und externe Lektorin an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre Kerngebiete sind Bildung, Arbeitsmarkt und Verteilung.

Kommentar

Der Pleitefonds ist pleite – wer zahlt nun die Rechnung?

Die Absurdität lässt sich kaum überbieten. Jene Einrichtung, die Arbeitnehmer vor den Folgen einer Unternehmensinsolvenz schützen soll, ist angesichts der anhaltenden Pleitewelle selbst nicht mehr ausreichend gerüstet. Bereits 2027 dürften rund 160 Millionen Euro fehlen. Der Fall zeigt lehrbuchmäßig, was passiert, wenn Sozialpolitik nach Kassasturz statt nach Systemlogik gemacht wird. Und er schürt Sorgen, dass die Lohnnebenkosten nun erst wieder steigen könnten. 

Kommentar

Weiterbildungszeit: Berufliche Weiterbildung ist kein Allgemeingut

Berufliche Weiterbildung ist in erster Linie eine individuelle und betriebliche Investition, kein Allgemeingut auf Steuerzahlerkosten. Entsprechend ist es sinnvoll, auch Arbeitgeber stärker an den Kosten zu beteiligen. Genau hier setzt die neue Weiterbildungszeit an – allerdings nicht konsequent.

Kommentar

Reformitis: Wie die Matura sich selbst abschafft

Ab 2027 treten erneut umfassende Änderungen bei der österreichischen Reifeprüfung in Kraft. Wieder einmal, muss man inzwischen sagen. Die Matura verliert dadurch nach und nach ihren Wert als erste große Leistungsprüfung und als ernstzunehmende Vorbereitung auf Studium und Beruf. Gerade die Erfahrung, zu einem bestimmten Zeitpunkt unter Druck Leistung erbringen zu müssen, besitzt einen Wert, der weit über den eigentlichen Prüfungsstoff hinausgeht. Sie vermittelt Disziplin, Eigenverantwortung und häufig auch Konsequenz – Eigenschaften, die sowohl im Studium als auch im späteren Berufsleben entscheidend sind.