Lost in France
Die verstörenden Bilder von den Ausschreitungen in Frankreich haben auch eine massive wirtschaftliche Dimension. Das Wachstum ist bedroht, die Staatsanleihen geraten unter Druck, und auch der Aktienmarkt kommt nicht ungeschoren davon.
Monika Rosen war mehr als 20 Jahre Chefanalystin einer heimischen Großbank. Als Kapitalmarktexpertin bei e-fundresearch ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Themen rund um den Finanzmarkt.
Die verstörenden Bilder von den Ausschreitungen in Frankreich haben auch eine massive wirtschaftliche Dimension. Das Wachstum ist bedroht, die Staatsanleihen geraten unter Druck, und auch der Aktienmarkt kommt nicht ungeschoren davon.
Mehr denn je fließen gigantische Summen in den Ausbau der KI. Aber mittlerweile werden die Investitionen zunehmend hinterfragt. Die Anleger wollen wissen, welche Renditen die neue Technologie erzielt. Und es geht die Angst um, dass selbst die prall gefüllten Kriegskassen der US-Tech-Giganten nicht mehr reichen könnten, um diese gewaltigen Beträge zu stemmen.
Der Goldpreis konnte von den vielen Krisen des heurigen Jahres kaum profitieren, im Gegenteil. Vom Höhenflug des Vorjahres sind wir mittlerweile weit entfernt. Paradoxerweise hat der Iran Krieg nicht geholfen, und auch der neue Chef der US Notenbank erwies sich als Spielverderber. Wie wahrscheinlich ist es also, dass der Goldpreis demnächst wieder Rekorde bricht?
Nach einem schwachen Jahresstart haben sich US Tech-Aktien zuletzt massiv zurückgemeldet. Die Anleger setzen wieder voll auf den Ausbau der Infrastruktur im Rahmen der KI und bescheren vor allem den Halbleiterproduzenten enorme Kursgewinne. Aber die Straße von Hormus ist immer noch blockiert, und das hat auch Auswirkungen jenseits des Ölmarktes. Viele Rohstoffe, die für die Chipproduktion benötigt werden, kommen über den Persischen Golf in den Westen … oder eben auch nicht!
Der Krieg im Mittleren Osten hat den Ölpreis massiv in die Höhe getrieben. Gleichzeitig konnte Gold seine Rolle als Krisenwährung nicht in gewohnter Manier ausspielen. Was sind die Hintergründe, und warum hat Europa mit dem aufgewerteten Dollar jetzt ein zusätzliches Problem?
Die Finanzmärkte sorgen derzeit für einige Schwindelanfälle bei den Anlegern. Auf dramatische Abstürze folgen rekordverdächtige Erholungen, von Bitcoin und Gold bis zu den Aktienmärkten, die als letzte in den Strudel hineingezogen wurden. Aber wo viel Schatten ist, muss irgendwo auch Licht sein. Es gibt Segmente an der Börse, die von den aktuellen Turbulenzen durchaus profitieren.
Kaum hat die Welt das Eingreifen der Amerikaner in Venezuela halbwegs verdaut, da tut sich schon das nächste Feld auf: US-Präsident Trump möchte Grönland unter seine Kontrolle bringen. Notfalls will er die Insel (und ihre Bewohner) kaufen. Warum eigentlich? Welche Investmentchancen tun sich am Rand des Polarmeeres auf? Und bringen sich einige Player vielleicht schon jetzt in Stellung?
An der Börse gehören europäische Rüstungsaktien zu den ganz großen Gewinnern der letzten Jahre. Allein seit Jahresbeginn 2025 hat der Sektor über 50 Prozent zugelegt. Dabei wird aber zunehmend eine prinzipielle Frage diskutiert: was geschieht mit den Werten, wenn es wirklich in der Ukraine zu einem Friedensabkommen (oder zumindest zu einem Waffenstillstand) kommt? Gibt es für den Sektor jenseits des Konflikts eine längerfristige Perspektive?
Die US-Notenbank sitzt derzeit nicht nur zwischen zwei, sondern eigentlich zwischen drei Stühlen. Da ist Präsident Trump, der tiefere Zinsen sehen will und das auch lautstark kommuniziert. Da ist der zuletzt deutlich schwächere Arbeitsmarkt, der eine solche Senkung durchaus „hergeben“ würde. Aber da ist auch die Inflation, die immer noch meilenweit vom Zielwert entfernt ist.
Mehr als zwei Drittel der Unternehmen im S&P 500 haben ihre Halbjahreszahlen schon vorgelegt. Dabei zeigt sich: werden die Erwartungen der Wall Street für Gewinn und Umsatz verfehlt, geht der entsprechende Aktienkurs mehr als doppelt so stark in die Knie, als es im Schnitt der letzten fünf Jahre der Fall war. Trotzdem: die US-Gewinne steigen derzeit stark an.
Die europäischen Börsen haben heuer die Nase vorn, angetrieben von massiven Investitionen vor allem in Deutschland. Die Gewinnprognosen spiegeln derweil den hohen Grad der Unsicherheit wider, der seit der Zollankündigung von US Präsident Trump Anfang April herrscht. Bis jetzt sind die Aktienkurse mit einem blauen Auge davongekommen.
Die monatliche Umfrage der Bank of America unter 300 globalen Fondsmanagern spiegelt de facto nur ein Thema wider, nämlich die Zollpolitik von US Präsident Trump. Man reduziert die Gewichtung bei US-Aktien und erwartet einen schwächeren Dollar. Mehr als 80% der Befragten befürchten, dass sich das globale Konjunkturbild eintrüben wird.
Die von US Präsident Trump in der Vorwoche angekündigten Zölle haben die Finanzmärkte sowohl in Bezug auf Ausmaß als auch Stilistik schockiert. Die Wall Street reagierte mit den stärksten Tagesverlusten seit Covid, besonders die Tech-Aktien kamen unter die Räder. Und auch die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA steigt.
Einige Analysten haben bereits Schätzungen abgegeben, nach denen ein Zoll in Höhe von 25 Prozent auf alle EU-Exporte in die USA das Wachstum der CEE-Länder um rund 0,5 Prozent dämpfen würde. Diese zusätzliche Hürde kommt zur Unzeit für eine Region, die schon jetzt massiv betroffen ist vom Anstieg der Inflation und von der Rezession in Deutschland. Dazu kommt noch eine weitere Bedrohung.
Bis jetzt hat die Börse alle Schritte, die Donald Trump seit seiner Wiederwahl zum US-Präsidenten gesetzt hat, fast frenetisch gefeiert. Doch damit könnte jetzt Schluss sein.
Rohöl hat jetzt zwei schwache Jahre in Folge hinter sich. Der stotternde Wirtschaftsmotor in China und der Trend zu E-Autos zeigen Wirkung. Offen ist, welche Auswirkungen die 2. Amtszeit von Trump auf den Ölpreis haben wird. Er gilt als großer Freund fossiler Energieträger, das Beziehungsgeflecht zwischen Produzenten und Konsumenten ist aber äußerst vielschichtig.