Wohin mit dem Geld? von Monika Rosen

Tech-Aktien feiern ein Mega-Comeback

5. Mai 2026Lesezeit: 2 Min.
Kommentar von Monika Rosen

Monika Rosen war mehr als 20 Jahre Chefanalystin einer heimischen Großbank. In ihrer aktuellen Funktion als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Themen rund um den Finanzmarkt.

US-Tech-Aktien hatten heuer einen schwierigen Jahresstart. Die Anleger begannen, die Investitionen der großen Tech-Firmen in die Künstliche Intelligenz zu hinterfragen. Dazu kam ein regelrechter Einbruch bei Software-Aktien, deren Geschäftsmodell ebenfalls durch die KI unter Druck zu kommen drohte. Als Ende Februar der Irankrieg ausbrach, ging es mit den Aktien generell, und mit Tech-Werten im Speziellen, nochmals nach unten. Aber dann kam der April und mit ihm ein sensationelles Comeback. Die Nasdaq legte allein im April 15 % zu und verbuchte damit das beste Monatsergebnis seit der Covid-Pandemie. Besonders stark in Szene setzen konnten sich die Halbleiter, wobei das Feld von Intel angeführt wird. Der einstige Chip-Gigant, der in den letzten Jahren ins Straucheln geraten war, verdoppelte sich im April und legte damit den besten Monat in der 55-jährigen Unternehmensgeschichte hin.

Hinter dem großen Optimismus steht zu einem Gutteil der ungebrochene Glaube an die transformative Kraft der Künstlichen Intelligenz. Geholfen hat auch die Tatsache, dass viele große Tech-Unternehmen, die die Investitionen in die KI antreiben, ihre Gewinndynamik trotz der hohen Ausgaben halten können. Paradoxerweise hat auch der Ausbruch des Irankriegs den Chip-Produzenten Zuwächse beschert. Nach den schmerzlichen Erfahrungen der Vergangenheit wollte offenbar kaum jemand das Risiko eingehen, bei einer Verschärfung der Lage ohne ausreichenden Vorrat an Halbleitern dazustehen.

Mit Fortdauern der Blockade in der Straße von Hormus melden sich allerdings immer mehr kritische Stimmen zu Wort. Es geht nicht nur um eine Verknappung des Angebots an Öl und Gas. Auch Rohstoffe, die für die Halbleiterproduktion unverzichtbar sind, wie z. B. Helium, sind nicht mehr im bisher üblichen Ausmaß verfügbar. In Europa stockt der Nachschub an Chips auch auf Grund der Störung der Flugrouten aus Asien. In den Gewinnschätzungen der US-Tech-Unternehmen sind diese Überlegungen noch nicht abzulesen. Der Sektor soll im ersten Quartal des heurigen Jahres Gewinnzuwächse von über 30 % erzielen. Bis zum 3. Quartal soll sich die Dynamik auf 40 % steigern. Na dann, es möge so kommen …

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