Österreich

ZeitGeschichten von Gerhard Jelinek

„Das Eigenthum ist unverletzlich“ – von wegen

Man könnte beinahe Sehnsucht bekommen nach der „guten alten Zeit“ in der ein Satz galt: „Das Eigenthum ist unverletzlich“. Die politischen und rechtlichen Entwicklungen der letzten paar Jahre und der letzten Wochen, lassen diese Sehnsucht nach der liberalen Phase der k.u.k Monarchie wachsen: Grundlegende Rechte und grundlegende Prinzipien einer freien Gesellschaft werden angegriffen, von bekennenden Marxisten sowieso, aber auch unter Zutun vermeintlich bürgerlicher Parteien. 

Kommentar von Barbara Schmidt

Energiewirtschaft zu Unrecht Sündenbock für hohe Strompreise

Zwar haben viele Energielieferanten ihre Strompreise in den vergangenen Monaten spürbar gesenkt, doch der Wegfall der Strompreisbremse kann dadurch nicht vollständig ausgeglichen werden. Entsprechend wird sich das Ende dieser Unterstützungsmaßnahme nach der Methodik zur Berechnung der Inflationsrate noch bis Ende 2025 spürbar in den Inflationsdaten niederschlagen und jeden Monat die Energiewirtschaft als Sündenbock durch die Schlagzeilen getrieben.

Interview

Arbeitsmarkt: „Haben ein Anreizproblem im Sozialsystem, nicht nur bei Flüchtlingen“

Arbeitsökonom Martin Halla analysiert warum die Arbeitsmarktintegration syrischer Flüchtlinge immer noch schleppend verläuft, was Länder wie Dänemark besser machen und wie viel wirklich an der These des Pull-Faktors Wohlfahrtsstaat dran ist. Außerdem geht er der Frage auf den Grund, wie sehr unterschiedliche heimische Sozialleistungsniveaus in den Bundesländern zu Binnenmigration vor allem nach Wien beitragen. Halla spricht sich vor diesem Hintergrund für eine einheitliche Sozialhilfe mit mehr Arbeitsanreizen aus: „Integration funktioniert besser, wenn Unterstützung und Verpflichtung Hand in Hand gehen.“

Martin Halla ist Professor für Gesundheitsökonomie und Digitalisierung an der Wirtschaftsuniversität Wien @ beigestellt / Montage: Selektiv
Kommentar von Rainer Nowak

Der letzte ÖVP-Kanzler…

Stocker und drei ÖVP-Landeshauptleute bilden zudem die letzte Bastion, die verhindern sollen, dass Kickl sein strategisches Zeil erreicht: die Zerstörung der ÖVP, beziehungsweise die Redimensionierung zur Kleinpartei, die der FPÖ die Koalitionsmehrheit beschafft. Nach zwei bis drei Jahren Sparkurs, den die Wähler vor allem auf Gemeindeebene spüren werden, stehen drei ÖVP-Länder möglicherweise vor dem Fall: Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich. Drei Landtagswahlen, die nicht nur das Schicksal Stockers besiegeln könnten, sondern das der Volkspartei.

Interview

IV-Vizegeneralsekretär: „Klimaneutralität bis 2040 bringt keinerlei Mehrwert für das Klima“

IV-Vizegeneralsekretär Peter Koren sieht im neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) positive Ansätze für die Industrie. Kritisch bewertet er Sozialtarife, teure Erdkabel-Pilotprojekte und unklare Lieferverpflichtungen, die Mehrkosten ohne Mehrwert verursachen würden. Nationale Alleingänge wie ein fixes Klimaneutralitätsziel 2040 lehnt er ab. Bei der Suche nach einer parlamentarischen Mehrheit für das ElWG müsse man sich überlegen, wer für die Kostentreiber der letzten Jahre verantwortlich war.

Peter Koren ist Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung © IV/Horak/Montage: Selektiv
Kommentar von Gunter Deuber

Zartes Wachstum als Armutszeugnis für Österreich

Österreich profitiert offenbar weniger als andere kleine und offene Ökonomien und Nachbarländer von Vorzieheffekten der Trumpschen-Zollpolitik. Noch dramatischer als im Außenhandel ist Österreich im Vergleich zu Peers bei der privaten Investitionsdynamik zurückgefallen. Die verhärtet schwache Investitionsdynamik ist gerade in einem Hochlohnland wie Österreich ein schrillendes Alarmzeichen.

Kommentar von Georg Renner

Ab in die Vollkasko-Gerontokratie

Sollten die Pensionen kommendes Jahr tatsächlich um den vollen Anpassungsfaktor steigen, wäre es der endgültige Beweis, dass wir in einer Vollkasko-Gerontokratie leben. Vollkasko, weil die Politik mit einer solchen Erhöhung die Idee der vergangenen Steigerungen konterkarieren würde: Wenn der Wohlstand der Gesellschaft wächst, sollen alle davon profitieren, auch die, die nicht mehr arbeiten – das ist ein fairer Gedanke. Aber dass dieselben Leute dann nicht mitzahlen sollen, wenn es einmal schlechter läuft, wenn die Wirtschaft schrumpft, die Produktivität stagniert und die Schulden steigen – das wäre weder gerecht noch nachvollziehbar.

Kommentar von Sara Grasel

Wenn der Mutterinstinkt des Staates in freien Märkten wütet

Ein haarsträubender Markteingriff folgt dem nächsten und das ausgerechnet in Bereichen, in denen Nachbarländer bereits vorexerziert haben, welche katastrophalen Folgen das hat. Was bleibt ist der schale Geschmack, dass Österreich zum Schreckgespenst für kleine und große Investoren wird.