Weekender ・ 14.03.2026

Weekender, 14. März 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Stephan Frank – ich melde mich aus dem Weinviertel.

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Editor’s Note: Der nicht „absolute“ Markteingriff der Neos
von Sara Grasel

Sara Grasel Illustration

Diese Regierung findet auch dann eine Lösung, wenn es nicht einmal den kleinsten gemeinsamen Nenner gibt. Immerhin, man könnte ja auch völlig ratlos sein. Wie das dann aussieht, hat man diese Woche erstaunt miterleben können. Die einen wollen in der Causa Spritpreise einen Markteingriff, die anderen eine Steuersenkung. Das trennende Element zwischen Rot und Schwarz in a nutshell. Wobei die Grenzen in den vergangenen Monaten manchmal verschwommen sind, aber sei’s drum. Bekommen hat jedenfalls niemand, was er wollte. Das Ergebnis ist eine Placebo-Dreitages-Lösung für Tankstellen. Als ob Tankstellen es nicht einpreisen könnten, wenn sie Preise nur noch seltener erhöhen dürfen. 

Kommentar: Einfach mal tanken lassen

Interview: Energie-Experte: „Anstieg an der Zapfsäule kommt wie das Amen im Gebet“

Die gute Nachricht: Es gibt keine Preiseingriffe. Noch nicht. Denn in diesem Spiel hat niemand die Rechnung mit den Neos gemacht. Parteichefin Beate Meinl-Reisinger war dieser Tage in Kroatien, um sich dort Loblieder auf den Preisdeckel anzuhören. Sie findet, dass die Lösung dort ja eh kein „absoluter“ Deckel, sondern „nur“ eine Margenbeschränkung sei. Wir übersetzen gerne: Bei einer Beschränkung von Margen verbietet man Verkäufern, ihre Aufschläge auf den Einkaufspreis so zu gestalten, wie es der Markt hergibt, um damit einen Gewinn zu erzielen. Der Staat beschränkt die Gewinne. Ein bisserl Markteingriff gibt es nicht. Die ÖVP steht bald ziemlich allein da und der Wind dreht ohnehin gerade Richtung Preisdeckel: Der Ministerrat hat diese Woche beschlossen, die Grundlage zu schaffen, Eingriffe beim Spritpreis per Verordnung ohne parlamentarischen Prozess beschließen zu können. Damit sollen natürlich auch „Übergewinne“ beim Finanzminister „abgeschöpft“ werden können – ähem, rechte Tasche, linke Tasche?

Zwischen Öl-Ängsten und ORF-Katastrophe ist diese Woche eine ganz andere Nachricht völlig untergegangen. Wahrscheinlich, weil sie niemand mehr hören kann. Das macht sie aber nicht weniger wichtig: „Österreicher arbeiten immer weniger“ wurde von der Statistik Austria mit neuen Zahlen unterlegt und die sollten mindestens so aufregend sein, wie die Frage, wer jetzt im ORF mit wem wie intrigiert hat. In den letzten 20 Jahren ist die Wochenarbeitszeit in Österreich um 5,3 Stunden auf 29,4 Stunden gesunken und die Überstunden sind um 52 % zurückgegangen. Macht uns das offiziell zu einer der effizientesten Arbeitsnationen Europas? Das wäre wohl zu optimistisch – die Arbeitsproduktivität ist in Österreich eher am absteigenden Ast –, aber machen Sie sich selbst Ihren Reim auf diese Zahlen. 

Aus dem Archiv: Anderswo ist die 6-Tage-Woche eine logische Antwort auf Krisen

[Quellen und mehr Info: Spritpreise – BKAMinisterrat, Hattmannsdorfer zu Ö1SPÖ/SchrollSPÖ/Seltenheim, Meinl-Reisinger – APA via Medienberichte, Arbeitsmarkt – Statistik AustriaPressekonferenzArbeitsmarktdaten Q4 2025]

News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:

🇦🇹 Inflationsprognosen angehoben, Wachstumsprognosen gesenkt. Die Bank Austria hat ihre Inflationserwartung für 2026 von 1,9 % auf 2,5 % nach oben korrigiert. Hintergrund sind steigende Energiepreise infolge des Irankriegs. Während der Preisanstieg bei Treibstoffen bereits unmittelbar spürbar sei, dürften zeitverzögert auch die Kosten für Haushaltsenergie steigen und die Inflation ab März antreiben, so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Parallel dazu wurde die Prognose für das BIP-Wachstum um 0,1 Prozentpunkte gesenkt: Für 2026 werden nun 0,9 % und für 2027 etwa 1,4 % erwartet. Die OeNB erwartet je nach Verlauf des Krieges um 0,25-0,5 Prozentpunkte weniger Wirtschaftswachstum und eine um 0,5-1,0 Prozentpunkte höhere Inflation. [Quellen: UniCredit Bank Austria, OeNB]

🇦🇹 Stern empfiehlt Steuersenkung. OMV-Chef Alfred Stern verteidigt sich gegen die Vorwürfe, mit hohen Spritpreisen Übergewinne zu erzielen. Der wahre Profiteur sei der Finanzminister, der pro Liter Benzin 90 Cent einstreife. „Ohne Steuern und Abgaben könnte die OMV Sprit um 80 Cent pro Liter verkaufen“, so Stern. Er empfiehlt eine Senkung von Mehrwertsteuer und CO2-Steuer. [Quelle: Die Presse am Samstag]

🇦🇹 Das Sparpotenzial von 50 weiteren Konsolidierungsmaßnahmen. Der Fiskalrat hat die Effekte weiterer Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung zusammengestellt. Die bereits von der Regierung beschlossenen Maßnahmen reichen laut Fiskalrat nicht aus, um das Defizit mittelfristig unter 3 % zu senken – mindestens 5 Mrd. Euro an Sparmaßnahmen würden dazu noch fehlen. Ausgabenseitig würde eine Rücknahme diverser Vergünstigungen im Pensionsbereich und die Korrektur der Pensionsanpassung 2027 um die erhöhten Pensionsanpassungen 2019/22/22 insgesamt 1,7 Mrd. Euro bringen. Eine Abschaffung des Klimatickets Ö brächte 500 Mio. Euro. Bei zusätzlichen Maßnahmen listet der Fiskalrat diverse Steuererhöhungen auf, die kurzfristig wirken würden, darunter eine Anhebung der Umsatzsteuer um 1 Punkt auf 21 % (1,6 Mrd. Euro). Ausgabenseitig würde ein Aussetzen der Indexierung bei Pflegegeld, Pensionen und Mindestsicherung 1,6 Mrd. Euro bringen. [Quelle: Fiskalrat | Reaktionen: Die Grünen]

🇦🇹 KI soll Verwaltung entlasten. Die Bundesregierung will das Allgemeine Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) novellieren, um u. a. den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Chatbots in Verwaltungsverfahren zu ermöglichen. Chatbots sollen z. B. Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen leisten. Bürger sollen ihre Anliegen aber auch „direkt und jederzeit über einen Chatbot“ einbringen können. Auch wird eine gesetzliche Grundlage für vollständig automatisierte Entscheidungen in einfachen und standardisierten Fällen geschaffen, bisher braucht jede Entscheidung einer Behörde eine menschliche Genehmigung. [Quelle: BKA | Reaktion: Grüne]

💡 Größtes Handelsbilanzdefizit seit 13 Jahren. Im Jahr 2025 sind Österreichs Importe um 4,1 % auf 196,72 Mrd. Euro gestiegen, während die Exporte um 0,5 % auf 190,14 Mrd. Euro gesunken sind. Insgesamt ergibt sich ein Handelsbilanzdefizit von 6,58 Mrd. Euro, das tiefste Defizit seit 2012. Jedes Monat wies im Vorjahr eine negative Handelsbilanz auf. Für Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer zeigt die negative Handelsbilanz, dass die österreichische Wettbewerbsfähigkeit „massiv unter Druck steht“. [Quellen: Statistik Austria, Pressekonferenz | Grafik von Stephan Frank]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 2050 fehlen in Österreich 120.000 Arbeitskräfte. In den letzten 20 Jahren ist die erwerbstätige Bevölkerung in Österreich um 750.000 Personen gewachsen, gleichzeitig sind die pro Jahr gearbeiteten Stunden aber kaum gestiegen. Daran ist nicht nur der Trend zur Teilzeit, sondern auch der Rückgang der Überstunden um 52 % Schuld. Im Jahr 2050 werden Österreich laut AMS-Berechnungen rund 120.000 Arbeitskräfte fehlen. Der Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte könne die Lücke nicht kompensieren, da der Wettbewerb um internationale Fachkräfte zu hart ist, so AMS-Chef Johannes Kopf. Stattdessen müsse man verstärkt inländische Potenziale heben: Geflüchtete, Vertriebene, Frauen, Ältere und Lehrlinge. [Quellen: Statistik Austria, Pressekonferenz, Arbeitsmarktdaten Q4 2025, Kopf via APA]

🇦🇹 Budget-Fahrplan fixiert. Die Präsidiale des Nationalrats hat diese Woche den Fahrplan für die Budgetverhandlungen abgesegnet. Wie geplant findet die Budgetrede des Finanzministers am 10. Juni statt, am 11. Juni folgt die „Erste Lesung“ im Nationalrat, am 26. Juni startet der Budgetausschuss die Beratungen mit einem Experten-Hearing und am 8. Juli startet das Finale im Nationalrat, der am 10. Juli zu einem Beschluss der Bundesfinanzgesetze für 2027 und 2028 kommen soll. [Quelle: Parlamentskorrespondenz]

🇦🇹 KV-News. Nach 7 Verhandlungsrunden gab es diese Woche eine Einigung beim IT-Kollektivvertrag. Die Mindestgehälter steigen gestaffelt – im Schnitt ergibt das einen Anstieg um 2,9 %. In den oberösterreichischen Ordensspitälern brachte die 7. Verhandlungsrunde hingegen kein Ergebnis, am 17. März wird weiterverhandelt. Auch in der 1. Runde der KV-Verhandlungen in der Tourismusbranche gab es kein Ergebnis, die Arbeitnehmer fordern 3,8 %. Für Montag ruft die Gewerkschaft für die Beschäftigten der Werbung und Marktkommunikation Wien nach 4 erfolglosen Verhandlungsrunden zu einer Kundgebung auf. [Quellen: IT – WKÖ, GPA; Tourismus – WKÖ, vida; OÖ – vida, Werbung und Marktkommunikation – GPA]

🇦🇹 Wertpapierbesitzer sorgen für Pension vor. 31 % der Österreicher besitzen laut einer aktuellen Umfrage Wertpapiere. Die Zahl stagniert damit im Jahresvergleich (2024: 30 %), seit 2022 ist der Anteil aber um 6 Prozentpunkte gewachsen. Einen stärkeren Anstieg gab es im Vorjahresvergleich bei ETFs und Investmentfonds sowie Anleihen, während es beim Aktienbesitz so gut wie keine Bewegung gab. Die Hauptmotivation ist die Pensionsvorsorge, gleichzeitig ist die Risikobereitschaft eher niedrig. [Quelle: Pressekonferenz, Aktienbarometer]

🇦🇹 Erneuerbaren-Produktion 2025 um ein Fünftel gefallen. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern ist im Vorjahr um 19,1 % zurückgegangen. Verantwortlich für den Rückgang war vor allem die Wasserkraft mit einem Minus von 24,8 %. Nachdem Österreich im Jahr 2024 mit einem Überschuss von 4.747 Gigawattstunden (GWh) zum Stromexporteur wurde, mussten im Jahr 2025 wieder 5.360 GWh importiert werden. 78,9 % des Stromverbrauchs konnten 2025 aus Erneuerbaren gedeckt werden (2024: 94 %). In Deutschland lag der Anteil der Erneuerbaren bei 58,6 % (2024: 59,5 %). [Quellen: APG, Destatis | Grafik: Österreich im Winter von Strom-Importen abhängig]

🇪🇺 Von der Leyen fordert „Renaissance der Kernenergie“ in Europa. In den letzten Jahren erlebe man eine weltweite Renaissance der Kernenergie und an dieser wolle Europa nun teilhaben, die stetige Verringerung der Kernenergie ein „strategischer Fehler“ gewesen, so EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen. Über 5 Mrd. Euro soll in die Kernforschung investiert werden. Die neue Strategie für kleine modulare Reaktoren (SMR) sieht u. a. Förderungen in Höhe von 200 Mio. Euro für private Investitionen in innovative Kerntechnologien vor. [Quelle: EU-Kommission – Rede vdL, Q&A | Reaktion: SPÖ, Die Grünen, FPÖ]

🇪🇺 EU-Kommission startet Prozess zur vorläufigen Anwendung des EU-Mercosur-Deals. Die EU-Kommission hat die erforderlichen Verfahrensschritte eingeleitet, um die vorläufige Anwendung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur zu implementieren. Dies bestätigte der stellvertretende Sprecher der Kommission, Olof Gill, gegenüber Politico. Es wird angenommen, dass das Handelsabkommen Anfang Mai in Kraft treten wird. [Quelle: Politico]

🇺🇸 USA lockern Russland-Sanktionen. Obwohl sich die G7 diese Woche eigentlich gegen eine Lockerung der Russland-Sanktionen ausgesprochen haben, hat US-Finanzminister Scott Bessent eine vorübergehende Erleichterung verabschiedet. Russisches Öl und Treibstoffe, die vor dem 12. März auf Tankschiffe verladen wurde, dürfen bis 11. April verkauft werden. So sollen Angebotsengpässe abgemildert werden. Die USA sind nämlich laut US-Energieminister Chris Wright „noch nicht bereit“, Öltanker und Schiffe durch die Straße von Hormus zu diskutieren. Das soll frühestens „gegen Ende des Monats“ geschehen. [Quellen: WSJ, Bessent auf X, Department of Treasury, CNBC/Wright]

🌐 Freigabe strategischer Ölreserven. Österreich ist diese Woche dem Beschluss der Internationalen Energieagentur (IEA) gefolgt, Ölreserven international koordiniert freizugeben, um Engpässe zu vermeiden. Die österreichische Reserve umfasst 2,5 Mio. Tonnen Öl, die dem nationalen Bedarf von 3 Monaten entsprechen. Davon werden 325.000 Tonnen freigegeben werden. International geht es um die Freigabe von 400 Mio. Barrel Rohöl durch 32 Länder, Deutschland will 19,5 Mio. Barrel freigeben, die USA 172 Mio. Die Freigabe soll über 3 Monate erfolgen, wodurch in dieser Zeit in Österreich um 12 % zusätzliche Menge am Markt wären. [Quellen: BMWET, Pressefoyer, IEA, US-Energieministerium]

Wochenendprogramm:

Meistgelesener Kommentar der Woche. Bernhard Seyringer: „Für China ist der Irankrieg ein katastrophales Erdbeben“ [Hier lesen | Alle Kommentare]

Meistgelesenes Interview der Woche. Johannes Wolf, CEO von Copa Data: „Das ist ein Teufelskreis der digitalen Abhängigkeit“ [Hier lesen]

Long Read I. Der Wettbewerbsfähigkeits-Report, den Mario Draghi für die EU-Kommission erstellt hat, war in vielen Bereichen ein Augenöffner. Wie bewerten Unternehmen die Lage der Wettbewerbsfähigkeit 18 Monate nach Erscheinen des Berichts? Der Arbeitgeber-Dachverband BusinessEurope hat die Fortschritte analysiert. Spoiler: Ein Drittel der Befragten sieht eine Verschlechterung des Investment-Umfelds, aber es gibt auch positive Entwicklungen: „Reform Barometer 2026 – 18 months after Draghi: from diagnosis to delivery“. [Hier lesen]

Long Read II. Das Preisbildungsprinzip Merit-Order kann „rein gar nichts für Staatsversagen“, schreiben die Agenda-Austria-Ökonomen Hanno Lorenz und Jan Kluge in einem Gastkommentar für den Standard: „Kampf dem Strompreis? Die Superschurkin Merit-Order ist zurück!“ [Hier lesen]

Journal zu Gast. OMV-Vorstandsvorsitzender Alfred Stern [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]

Pressestunde. Holger Bonin, Direktor des IHS  [Sonntag, 11.05 Uhr, ORF 2] 

Das Gespräch. Christian Rainer, Josef Trappel, Alexandra Borchardt und Andy Kaltenbrunner diskutieren über den ORF. [Sonntag, 22:10 Uhr, ORF 2]

Kulinarisches-Briefing
6.-13. März

Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik   

GUIDE MICHELIN 2026: Neue Bib-Gourmand-Auszeichnungen für Österreich

Vor den Sternen kommen die Bibs: eine Woche vor der offiziellen Sterne-Restaurantselektion 2026 zeichnet Michelin die „Bib Gourmands“ aus. Jene heimischen Spitzenrestaurants mit hochwertiger Küche und dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Insgesamt erhalten 26 Restaurants den begehrten Titel. Föderaler Spitzenreiter ist Niederösterreich, gefolgt von der Steiermark und Wien.

Hier geht es zur Gesamtliste zum Download

BOCA

Neue Superbude in Wien. Nach dem Erfolg im Prater, haben die Gründer der Superbude mit The Companion ein weiteres Hotelprojekt verwirklicht. Das Restaurant Boca und die Bar Calypso runden das kulinarische in-house Angebot ab. In der Küche steht Laryn Therin, die zuvor bei Ottolenghi kochte, und einen Fokus auf (Insta-taugliche) neo-mediterrane Gerichte legt. Damit war jetzt nicht zu rechnen, findet Florian Holzer im Falter, ein gutes und stylisches Hotel-Restaurant mitten im Fastfood-Grätzel um den Westbahnhof.

SAFRAN

Echte persische Küche auf ungewöhnlich hohem Niveau hat Severin Corti im 9. Bezirk gefunden. Im Standard wird ausdrücklich die vielschichtige und vor allem authentisch iranische Küche im Safran gelobt. Besondere Erwähnungen gab es einerseits für die spezielle Wanddekorationen durch KI-generierte Bildern von Menschen in historisch persischen Gewändern, andererseits für eine Spezialität des Hauses: Koofteh Tabrizi.

NAGANO

Japanische Tapas statt Sushi-Bar: Das Nagano im 1. Bezirk bringt das japanische Izakaya-Konzept modern nach Wien – kleine Gerichte to share, auch abseits von Sushi & Co. Sag niemals Tapas dazu, wird bereits in der Speisekarte empfohlen. Inmitten eines bewusst puristischen Ambientes spannt sich der kulinarische Reigen von sehr guten Wagyu Tataki bis hin zu experimentellen Udon-Nudel Carbanora. Fazit der strengen Selektiv-Redaktion: lässiges japanisches Izakaya-Beisl für alle, die mittags mehr wollen als nur schnelles Sushi.

LANZ LAMIAN

Nudeln als Showact. Der nächste Asia-(Street-)Foodtrend erreicht Wien. Im Lanz Lamian am Hohen Markt werden chinesische La-Mian-Nudeln direkt frisch vor Gästen von Hand gezogen. Zumindest subjektiv sind sie elastischer und mit deutlich mehr Charakter ausgestattet als die maschinellen Varianten. Besonders die kräftige Hongshao-Lamian Suppe mit geschmortem Rind, Ei und Pak Choi zeigt wie gut das funktioniert. Das Mini-Lokal ist meist voll, reservieren ist nicht möglich aber das Warten lohnt sich laut Herbert Hacker im Kurier („Lanz Lamian“ im 1. Bezirk: Sind handgezogene Nudeln besser?), der solide 75 von 100 Punkten vergibt.

Das Kulinarische Briefing, jetzt jeden Samstag im Weekender!

Nächste Woche auf der Agenda:

Politik Österreich. Am Mittwoch trifft sich der Ministerrat. 

EU-Ebene. Am Montag ist Staatssekretärin Elisabeth Zehetner beim EU-Energierat und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger beim EU-Außenministerrat in Brüssel. Am Donnerstag und Freitag ist Bundeskanzler Christian Stocker beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Auf der Agenda: Ukraine, Iran, Wettbewerbsfähigkeit, EU-Mehrjahresbudget 2028-2034, Verteidigung, Sicherheit und Migration. 

Daten und Fakten. Am Montag veröffentlicht die Bank Austria ihren Konjunkturindikator und das Finanzministerium die Zollbilanz 2025. Am Mittwoch stellt die EU-Kommission eine Mitteilung zum „28. Regime“ für Unternehmen vor und die US-Notenbank Fed gibt ihren Zinsbeschluss sowie Projektionen zu Wachstum, Inflation, Zinsen und Arbeitslosenrate bekannt – am Donnerstag folgt die EZB mit ihrem Beschluss und Projektionen. Am Donnerstag wird in Wien außerdem der OECD-Wirtschaftsbericht für Österreich vorgestellt. Am Freitag veröffentlicht Eurostat Handelsbilanz-Zahlen für Jänner und am Freitag die OeNB ihre Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen bei Zinssätzen, Krediten, Einlagen und Wohnimmobilien.

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Montag.

Selektives Networking:

Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Martina Salomon bleibt für 2 weitere Jahre Herausgeberin des Kurier, Martin Gebhart für 3 Jahre Chefredakteur. Ingrid Thurnher übernimmt interimistisch als ORF-Generaldirektorin. Doris Lippert wird neue Geschäftsführerin von Cloudflight Österreich. Stefan Trojer ist neuer Geschäftsführer von Nespresso Österreich. Alexandra Kaszay ist mit April neue Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule.

Am Progamm. Am Sonntag um 11 Uhr startet das Wiener Schweizerhaus in die neue Saison.

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