Österreich

Interview

Zehetner: Erneuerbaren-Sanktionen für säumige Bundesländer

Die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Preise und Inflation seien derzeit noch schwer abzuschätzen, sagt Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Eingriffe in die Energiepreise hält sie aber nicht für notwendig: „Nach den Schätzungen der E-Control werden die Heizkosten keinen großen Sprung machen, vielleicht um einen Cent.“ Die Gaspreise sind zudem noch sehr weit von dem Preisniveau zu Beginn des Ukraine-Kriegs entfernt.

Elisabeth Zehetner Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im BMWET © BKA/Andy Wenzel/Montage: Selektiv
Interview

„Der Finanzminister ist der ärmste Hund von allen“

Hanno Lorenz, stv. Direktor der Agenda Austria, lehnt Erbschafts- und Vermögenssteuern zur Budgetsanierung ab. Das Problem seien nicht fehlende Einnahmen, sondern die massiv gestiegenen Ausgaben seit Corona- und Energiekrise. „Es ist absurd zu sagen, es fehlt an den Einnahmen“, so Lorenz. Wären die Ausgaben seit 2019 nur mit der Inflation gestiegen, lägen sie 2025 knapp 30 Milliarden Euro niedriger. Stattdessen explodieren demografiebedingte Ausgaben wie Pensionen, Pflege und Gesundheit. Neue Steuern lösen das nicht, sondern bergen das Risiko von Kapitalflucht und ausbleibenden Investitionen.

Hanno Lorenz ist stv. Direktor der Agenda Austria © Markus Rössle / Montage: Selektiv
Kommentar von Barbara Schmidt

Wie viele Eingriffe verträgt der Strommarkt?

Missverständnisse zur Merit-Order. Auch die österreichische Bundesregierung fordert in den vergangenen Wochen immer wieder eine Reform des Strommarkts auf EU-Ebene. Das Argument lautet: Trotz hoher Anteile an erneuerbaren Energien in Österreich würden die Strompreise durch teure Gaskraftwerke bestimmt. Das sei nicht mehr zeitgemäß. Allerdings: Aber auch wenn sie gut gemeint sind – Eingriffe in dieses komplexe System können nach hinten losgehen.

Interview

Energie-Experte: „Anstieg an der Zapfsäule kommt wie das Amen im Gebet“

Energie-Experte Johannes Benigni sieht den Iran-Konflikt derzeit in der ersten Stufe eines zweistüfigen Eskalationsszenarios. Sollte der Konflikt weiter eskalieren und auch Energieproduktionsanlagen unter Beschuss kommen, könnten die Preise längerfristig hoch bleiben und inflationär wirken.

Johannes Benigni ist Direktor von JBC Vienna © Benigni | Montage: Selektiv
Kommentar von Matthias Reith

Inflation ebbt ab, Aufräumarbeiten dauern an

Die Inflation ist vom Gipfel herabgestiegen und wieder im Tal angekommen. Ist jetzt alles „wieder gut“? Nein. Denn ungeschehen macht das die letzten Jahre des inflationären Ausnahmezustands nicht. Die Inflation ist wieder auf dem Niveau des Frühjahrs 2021 angekommen, das Preisniveau ist es nicht. Konsumentinnen und Konsumenten müssen heute um 28 % tiefer in die Tasche greifen als vor fünf Jahren.

Interview

Energie-AG-CEO: „Energieversorgung ist Teil unserer Sicherheitsarchitektur“

Leonhard Schitter, CEO der Energie AG Oberösterreich, fordert im Interview ein neues Modell zur Netzkostenfinanzierung. Er schlägt einen „staatlich gestützten und unabhängig verwalteten Infrastrukturfonds“ vor, der einen schnelleren Ausbau und eine faire, zeitlich gestreckte Kostenverteilung erlauben würde. Die Energiewende sei das „größte Infrastrukturprojekt der Zweiten Republik“, bei dem Österreich jetzt nicht mehr viel Zeit verlieren dürfe. Das Energiesystem sollte als Teil der Sicherheitsarchitektur verstanden werden und muss gegen hybride Bedrohungen und Sabotage gerüstet sein.

Leonhard Schitter ist CEO der Energie AG Oberösterreich © Energie AG | Montage: Selektiv
Interview

ABA-Chef: „USA im Spitzenfeld qualifizierter Zuwanderer“

René Tritscher, Geschäftsführer der Austrian Business Agency (ABA), zieht trotz geopolitischer Unsicherheiten und Schwächeln des traditionell stärksten Markts Deutschland eine positive Bilanz für 2025: Die ABA begleitete Investitionen von 900 Mio. Euro und die Schaffung 2.800 neuer Arbeitsplätze. Besonders stark wuchsen Projekte aus Nordamerika (USA/Kanada), dem CEE-Raum, sowie in der IKT-Branche (72 Projekte). Inzwischen werden jährlich rund 10.000 positive Bescheide der Rot-Weiß-Rot-Karte ausgestellt – dennoch muss die Zuwanderung qualifizierter Kräfte weiter steigen. „Auf Basis der demografischen Daten, die wir haben, wird es weiterhin einen Arbeitskräftemangel geben und der wird nicht durch inländisches Personal allein abgedeckt werden können.“

René Tritscher ist Geschäftsführer der Austrian Business Agency © ABA/Patricia Weisskirchner / Montage: Selektiv
Interview

Porr-CEO: „Teilzeitarbeit gehört unattraktiver gemacht“

„Die Baukonjunktur wird besser sein, als die meisten erwarten“ – Porr-CEO Karl-Heinz Strauss blickt optimistisch auf 2026, vor allem aufgrund des Infrastrukturausbaus in Deutschland, Polen, Tschechien oder Rumänien. Dafür müssen Arbeitskräftepotenziale gehoben werden. Der Wohnbau sei hingegen nach wie vor schleppend. „Ich habe den Eindruck, dass unter der KIM-Verordnung weniger Eigenkapital gefordert wurde als heute. Ganz verstehe ich das nicht.“ Und weiter: „Die Politik tut momentan nichts, um die Wohnungspreise zu unterstützen.“

Karl-Heinz Strauss ist CEO der Porr © Porr/Astrid Knie / Montage: Selektiv