Guten Morgen Österreich!
Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – ich melde mich aus Wien.
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Editor’s Note: Allheilmittel Preisdeckel
von Stephan Frank
Der Irankrieg hat für Preiskapriolen auf den Energiemärkten gesorgt und damit Ängste und Sorgen vor einer neuen Energiekrise geschürt. Für die SPÖ eine Steilvorlage, ihr Allheilmittel des Preisdeckels aus der sozialistischen Mottenkiste zu ziehen. Ein Vorgeschmack auf den heutigen SPÖ-Bundesparteitag, der auch vor anderen antiquierten Vorschlägen nicht halt machen wird.
SPÖ-Staatssekretärin Michaela Schmidt preschte bereits am Montag vor und kündigte die „baldige Umsetzung“ des Energie-Krisenmechanismus an, auf den sich die Regierungsparteien aber schon seit Monaten nicht einigen können. Der Strompreis soll laut Schmidt durch diesen Mechanismus auf 10 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden. Dass man einen Mietpreisdeckel in der Koalition mit zwei dem Anspruch nach eigentlich wirtschaftsliberalen Parteien umsetzen konnte, dürfte die Retro-Fraktion in der SPÖ geradezu angespornt haben.
Die aktuellen Preissteigerungen auf den Großhandelsmärkten sind vom Niveau der Krise 2022 noch weit entfernt und kommen derzeit nicht beim Endkunden an. Das dürfte auch auf längere Zeit so bleiben. Denn Verbund und EVN halten an den jüngst vorgestellten und von der Regierung bejubelten Preiskürzungen fest und garantieren den neuen Stromtarif von 10 Cent/kWh für ein ganzes Jahr. Auch sollte man nicht vergessen: Ein gewisser Preisdeckel namens „Sozialtarif“ – finanziert durch die E-Wirtschaft – tritt mit 1. April ohnehin in Kraft.
Kommentar: „Wie viele Eingriffe verträgt der Strommarkt?“
Staatssekretärin Zehetner: Erneuerbaren-Sanktionen für säumige Bundesländer
Ein allgemeiner Strompreisdeckel kann auf ganz unterschiedliche Arten nach hinten losgehen. Wird der Preisdeckel mit staatlichen Mittel finanziert, belastet das den defizitären Staatshaushalt noch weiter. Dabei entfallen die Preissignale, was den Verbrauch des knappen Guts antreibt: „Die künstlich niedrigen Endkundenpreise entkoppeln den Verbrauch vom tatsächlichen Knappheits- und Kostensignal, und führen somit zu noch höherer Knappheit und noch höheren Großhandelspreisen – was die Kosten der Maßnahme weiter erhöht“, so die Analyse von Eco-Austria-Direktorin Monika Köppl-Turyna. Auch könnten Energieversorger versuchen, künftige Verluste durch vorgezogene Preissetzung zu kompensieren – „mit der paradoxen Folge, dass der Preisdeckel selbst zur Ursache noch höherer Marktpreise wird, die er eigentlich verhindern soll“.
Preisausschläge, die direkt beim Endkunden ankommen, gibt es hingegen an den Tankstellen. Hier müssen für einen Liter Diesel mittlerweile 1,829 Euro und für einen Liter Superbenzin 1,689 Euro hingeblättert werden. Der nicht nur im Logo rote Automobilclub ARBÖ schlägt daher einen Spritpreisdeckel von 1,50 Euro pro Liter vor – so günstig war der Sprit in Österreich seit fünf Jahren nicht mehr.
Energie-Experte: „Anstieg an der Zapfsäule kommt wie das Amen im Gebet“
Um die Lehren aus einem solchen Spritpreisdeckel zu ziehen, genügt ein Blick in unsere Nachbarländer. In der Energiekrise 2022 deckelte Ungarn die Spritpreise und sah sich mit Tanktourismus und Engpässen an den Tankstellen konfrontiert. Um den Tanktourismus hintanzuhalten, wurde der vergünstigte Spritpreis auf ungarische Fahrzeuge beschränkt. Aber auch davon musste Ungarn – wohl aus EU-rechtlichen Gründen – wieder abrücken. Ähnliche Erfahrungen machten auch Slowenien und Kroatien.
Was man in der Debatte um die hohen Treibstoffpreise nicht vergessen darf: Profiteur ist auch SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer – denn mehr als die Hälfte des Spritpreises machen Mineralöl-, CO2– und Umsatzsteuer aus. Vielleicht wäre es Zeit für einen Steuerdeckel. Freundschaft!
Livestream: SPÖ-Bundesparteitag ab 10 Uhr auf ORF III [Hier ansehen]
News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:
🇦🇹 Die Folgen des Irankriegs für die Wirtschaft. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr sieht den leichten Aufschwung der österreichischen Wirtschaft durch den Irankrieg „stark gefährdet“. Die Ökonomen von Raiffeisen Research gehen in einer Analyse davon aus, dass das BIP heuer nur halb so stark wachsen könnte, wenn der Krieg länger andauert – die ursprüngliche Prognose für 2026 lag bei 1,0 %. Die Inflation könnte durch den gestiegenen Ölpreis um 0,2-0,5 Prozentpunkte höher ausfallen. Am Freitagabend ging Öl der Sorte Brent mit 93,04 Dollar pro Barrel aus dem Handel – vor dem Krieg waren es noch rund 70 Dollar pro Barrel. Eine Neuauflage des Jahres 2022 mit rekordhoher Inflation droht laut Matthias Reith von Raiffeisen nicht, eine „Stagflation light“ hingegen schon. Die Regierung beobachtet die Entwicklung der Ölpreise „engmaschig“, wie Staatssekretärin Elisabeth Zehetner im Selektiv-Interview betont, derzeit gäbe es aber keinen Anlass für Maßnahmen, da die Preise noch nicht bei den Haushalten ankommen würden. Die E-Control rechne bei den Heizkosten nicht mit einem großen Sprung. Die Entwicklung bei den Spritpreisen wird derzeit vom IHS analysiert – am Freitag gab Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer offiziell den Auftrag dazu. [Quellen: Raiffeisen Research, Kurier, Ölpreis Brent, Zehetner-Interview, BMWET]
🇦🇹 Gasspeicher noch für 2 kalte Monate gefüllt. In den heimischen Gasspeichern befinden sich derzeit noch rund 37 Terawattstunden (TWh) Gas, das entspricht gut einem Drittel der Gesamtkapazität. Der Großteil davon entfällt auf die strategische Gasreserve von 20 TWh – rund 9 TWh sind für nicht-österreichische Speicherkunden reserviert. Die vorhandene Menge reicht laut Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer für 2 kalte Wintermonate. [Quellen: Energie.gv.at, BMWET, E-Control, Selektiv | Grafik von Stephan Frank]

🇦🇹 Inflation zieht wieder an. Im Februar lag die Inflation in Österreich laut Schnellschätzung der Statistik Austria bei 2,2 % – im Jänner waren es im Jahresabstand noch 2,0 %. Im Monatsabstand stieg das Preisniveau um 0,8 %. Der für den EU-Vergleich relevante HVPI ist im Februar auf 2,3 % gestiegen. Wichtigster Inflationstreiber waren die Dienstleistungen (+4,0 %), die Treibstoffpreise dämpften die Teuerung weniger als zuletzt (-4,1 %). Preise für Lebensmittel, Tabak und Alkohol stiegen im Februar um 3,0 %. In der Eurozone stieg der HVPI auf 1,9 %, auch hier befeuerten Dienstleistungen die Teuerung (+3,4 %). [Quellen: Statistik Austria, Eurostat | Grafik: Inflationsentwicklung]
🇦🇹 Erster Plan für Förder-Kürzungen ist fertig. Die von der Bundesregierung eingesetzte „Förder-Taskforce“ hat ihren ersten Bericht vorgelegt. Von 2026 bis 2029 sollen insgesamt 1,95 Mrd. Euro eingespart werden. Ausgehend von der ermittelten Summe von 7,7 Mrd. Euro an „gestaltbarem Fördervolumen“ sollen nächstes Jahr 3,2 %, im Jahr 2028 dann 5,8 % und im Jahr 2029 schließlich 8,4 % eingespart werden. In welchen Detailbereichen wieviel gespart wird, wird im Rahmen des Doppelbudgets ausverhandelt. Die Taskforce hat 9 Grundprinzipien sowie eine Checkliste für Förderungen erarbeitet, die den Grundstein für eine bundesweite Förderstrategie legen sollen. [Quellen: BMF, Ministerratsvortrag, Download des Fördertaskforce-Berichts | Grafik: Förderungen fallen auf Vorkrisenniveau]
🇦🇹 ‚Gender Pay Gap‘ deutlich gesunken. Der Lohnunterschied zwischen unselbständig beschäftigten Männern und Frauen im Alter von 20 bis 39 Jahren fiel seit 2011 deutlich, wie eine aktuelle Wifo-Studie ergab. Betrug der unbereinigte Pay Gap 2011 noch 18,0 %, sank er bis 2024 auf 10,0 % – der um Arbeitszeit, Branche, Bildung und weitere Faktoren bereinigte Gehaltsunterschied fiel von 7,6 % (2011) auf 4,7 % (2024). [Quelle: Wifo | Kommentar: Lohntransparenz – besser gleich arm als unterschiedlich reich]

Alle Grafiken von Selektiv 📈
Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.
Der Link wechselt jeden Freitag.
🇦🇹 Erneuerbaren-Ausbau soll beschleunigt werden, Sanktionen für Bundesländer möglich. Die Regierung arbeitet intensiv daran, den Ausbau erneuerbarer Energie zu beschleunigen. Das entsprechende Gesetz EABG ist in Koordinierung. Für Bundesländer, die die vorgegebenen Ziele nicht einhalten, werden Sanktionen ausgearbeitet, sagte Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner im Selektiv-Interview: „Aber wir mischen uns als Bund nicht ein, wo sie das Windrad hinstellen“. Gleichzeitig hat sich die Reformpartnerschaft, also Bund, Länder, Gemeinden und Städte, grundsätzlich auf die gesetzliche Verankerung des „überragenden öffentlichen Interesses“ für Energieprojekte sowie die Verfahrenskonzentration bei einer einzelnen Behörde („One-Stop-Shop“) geeinigt. [Quellen: BMWET, Zehetner im Interview | Interview: „Müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Bananenrepublik abdriften“ | Grafik: Erneuerbaren-Ausbau stockt in Westösterreich]
🇦🇹 2025: Wirtschaft um 0,6 % gewachsen, Erfindungen um 4,4 % gestiegen. Die österreichische Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2025 ein reales BIP-Wachstum von 0,6 %. Der Dienstleistungssektor wuchs um 1 %. In den Bereichen Handel, Verkehr und Beherbergungswesen betrug der Zuwachs 0,1 %. Innerhalb des produzierenden Bereichs stieg die Herstellung von Waren um 1,2 %. Dennoch verzeichnete der gesamte produzierende Bereich einen Rückgang von 1,2 %, was primär auf die negative Entwicklung im Bauwesen mit einem Minus von 2,9 % zurückzuführen ist. In der Eurozone wuchs das BIP 2025 um 1,4 %, in der EU um 1,5 %. Österreich lag auf Platz 23 von 27. Den höchsten Zuwachs verzeichneten Irland mit 12,3 %, Malta mit 4,0 % sowie Zypern mit 3,8 %. Die niedrigsten Zuwächse wurden in Deutschland und Finnland mit jeweils 0,2 % sowie in Ungarn mit 0,4 % registriert. 2025 wurden beim Österreichischen Patentamt insgesamt 2.272 Erfindungen angemeldet. Dies entspricht einer Steigerung von 4,4 % im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Anmeldezahlen rückläufig waren. [Quellen: Statistik Austria, Eurostat – Übersicht, Daten, Patentamt – Übersicht, Jahresbericht]
🇦🇹 Frühjahrslohnrunden starten – „intensive Verhandlungen“. Diese Woche haben mit der Elektro- und Elektronikindustrie die Frühjahrslohnrunden gestartet – zunächst ohne Ergebnis. Keine der beiden Seiten hat zu Lohn- und Gehaltssteigerungen konkrete Zahlen vorgelegt. Die Gewerkschaft will u. a. Erhöhungen von Zulagen und einen leichteren Zugang zur 6. Urlaubswoche. Die Arbeitgeber verwiesen auf die „seit Jahren herausfordernde wirtschaftliche Lage“ – von Juli 2023 bis Oktober 2025 mussten über 2.700 Mitarbeiter abgebaut werden. Auch in der chemischen Industrie, der Glasindustrie, Papierindustrie und Textilindustrie starten demnächst KV-Verhandlungen. Insgesamt geht es um 130.000 Industrie-Arbeitnehmer. Die Gewerkschaften Pro-GE und GPA gehen von „intensiven Verhandlungen“ aus, verweisen auf eine erste Aufhellung der Industrie-Konjunktur und erteilen Nulllohnrunden eine Absage. [Quellen: Selektiv, ÖGB, WKÖ, GPA]
🇦🇹 Industrieumsätze im Jänner gesunken. Im Jänner verzeichnete der produzierende Sektor in Österreich im Vorjahresvergleich einen voraussichtlichen Umsatzrückgang von 6,7 %. Im Baugewerbe fiel der nominelle Umsatzrückgang mit 11 % am deutlichsten aus, die Industrie wies ein Umsatzminus von 6,2 % auf. [Quelle: Statistik Austria]
🇦🇹 Handel wuchs 2025 erstmals seit 2021. Zwischen Jänner und November 2025 stiegen die Umsätze im österreichischen Handel real um 0,4 %, nachdem zuletzt 2021 ein Plus zu verzeichnen war. Mit einem realen Zuwachs von 3,4 % wuchs die Kfz-Wirtschaft am stärksten, während der Einzelhandel ein reales Plus von 0,7 % erreichte (EU-Schnitt: 2,3 %). Trotz dieser Entwicklung wurden 2025 im Handel mit 1.192 Fällen die meisten Unternehmensinsolvenzen Österreichs gemeldet. [Quellen: WKÖ, KSV 1870, Handelsverband]
🇪🇺 EU präsentierte Industrie-Turbo mit „Made in Europe“. Die EU-Kommission hat diese Woche den Legislativvorschlag zum Industrial Accelerator Act (IAA) präsentiert. Als Kernstück des Clean Industrial Deals soll das Gesetz den Anteil der Industrie am EU-BIP bis 2035 von 14,3 % (2024) auf 20 % steigern. Ein Kernelement ist die „Made in EU“-Klausel: Öffentliche Aufträge und Förderungen sollen an die Verwendung von Komponenten gebunden werden, die innerhalb der EU hergestellt wurden. Drittstaaten können einbezogen werden, sofern der Marktzugang auf dem Prinzip der Reziprozität beruht; eine länderspezifische Liste liegt hierzu nicht vor. Zudem sieht der Entwurf u. a. beschleunigte Genehmigungsverfahren für Industrieprojekte und Bedingungen für ausländische Investitionen vor. [Quellen: EU-Kommission – Übersicht, Q&A, Gesetzesentwurf | Reaktionen: SPÖ, Neos, IV, WKÖ, ÖGB, PRO GE, BDI, Ifw Kiel | Service: Clean Industrial Deal | Grafik: Österreichs Industriequote im freien Fall]
🇮🇹 Italiens Wirtschaft wächst 2025 real um 0,5 % bei sinkendem Defizit. Das preisbereinigte BIP Italiens stieg im Jahr 2025 um 0,5%. Zu diesem Ergebnis trugen höhere Investitionen, steigende Konsumausgaben und Zuwächse bei den Exporten bei. Während die Inlandsnachfrage das Wachstum stützte, wirkten der Außenhandel und die Lagerbestände bremsend. Den deutlichsten Zuwachs auf Sektorebene verzeichnete das Baugewerbe mit einem Plus von 2,4 %. Das Staatsdefizit verringerte sich auf 3,1 % des BIP gegenüber 3,4 % im Vorjahr. Damit liegt der Wert weiterhin über der EU-Obergrenze von 3 % gemäß den Maastricht-Kriterien. [Quelle: Istat]
🇨🇳 China senkt Wachstumsziel für 2026. Die chinesische Führung hat im Rahmen des Nationalen Volkskongresses für heuer ein Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5,0 % als Ziel ausgegeben, der geringste Wert seit 1991. Das Militärbudget soll um 7 % auf umgerechnet 236 Mrd. Euro steigen. Der Zielwert für die Inflation liegt bei 2,0 %, jener der urbanen Arbeitslosigkeit bei 5,5 %; die CO2-Emissionen pro Einheit des BIP sollen um 3,8 % sinken. [Quellen: Xinhua, Caixin, Reuters]
Wochenendprogramm:
Meistgelesener Kommentar der Woche. Barbara Schmidt: „Wie viele Eingriffe verträgt der Strommarkt?“ [Hier lesen | Alle Kommentare]
Meistgelesenes Interview der Woche. Hanno Lorenz: „Der Finanzminister ist der ärmste Hund von allen“ [Hier lesen]
Kommentar: Vor den „Ide(e)n des März“ sollte man sich in Acht nehmen
ZeitGeschichten von Gerhard Jelinek
Der März ist ein Schicksalsmonat. Er ist nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt. Wie passend. Der März verbindet Julius Cäsar mit dem vergessenen Bundeskanzler Josef Klaus und dem kommunistischen Frauentag. Und vielleicht ist es kein Zufall, dass auch der SPÖ-Parteitag heute in den März fällt. Ob der rhetorische Dolch, den die Genossen auf der Bühne wahrscheinlich zücken, so spitz ist, wie jener des Brutus, wird sich zeigen.
Long Read. Ilija Trojanow im Pragmaticus darüber, wie „entwürdigend“ Bürokratie sein kann: „Wie uns der Staat gängelt“. [Hier lesen]
TV-Tipp: SPÖ-Bundesparteitag [Samstag, 10:00 Uhr, ORF III, Livestream]
Journal zu Gast. Politologin und Iran-Expertin Diba Mirzaei [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]
Pressestunde. Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. [Sonntag, 11.05 Uhr, ORF 2]
Das Gespräch. Gabriel Felbermayr, Natalie Amiri und Peter R. Neumann zu „ Der Preis des Krieges: Worauf müssen wir uns einstellen?“ [Sonntag, 22:10 Uhr, ORF 2]
Kulinarisches-Briefing
2.-5. März
Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik
GASTHAUS STERN
Prominenter Neuzugang in Simmering. Armin Hagenhenrich, einst Sous-Chef im Berliner Clärchen Ballhaus und später Hype-Export in Kopenhagen, ist in Wien gelandet und kocht nun im Gasthaus Stern. Selbst Gastro-Ikone Severin Corti zeigt sich im Standard beeindruckt von der handwerklichen Präzision, mit der hier Wirtshausklassiker wie Beuschel, Zungensalat oder selbstgewurstete Debreziner neu interpretiert und umgesetzt werden. Punkteabzug gibt es für manch zu dicker Panier, die im Tunken schlappmacht. Insgesamt, Daumen hoch für eine sehr positive Gesamtwertung: rustikales Wirtshaus mit erstaunlich viel internationalem Feinschliff.
PAPA DUCK
Neue Woche, neuer Asien Trend. Das Papa Duck im sechsten Bezirk setzt auf den aktuellen Social-Media Hype um Inari – Sushi Reis mit Füllungen aller Art in frittierten Tofutaschen. Abgerundet wird das Angebot mit süßen Desserts wie Tangyuan oder Mochi. Insgesamt sehr Influencer- und Instagram-tauglich, findet Florian Holzer im Falter jedoch kulinarisch überzeugt das Konzept wenig.
HEIDINGERS GASTHAUS
Könnte eine Filmkulisse sein: das holzvertäfelte Heidingers ist ein Juwel der Wiener Beisl-Geschichte. Zumindest für einen enthusiastischen Herbert Hacker im Kurier, der neben dem authentischen Interieur vor allem die legendäre Spezialität des Hauses feiert. Das gebackene Gulasch wird weich gekocht, paniert und knusprig herausgebacken. Neu sind die Pächter aus Tirol, die die Alt-Wiener Tradition des Hauses weiterführen. Ergänzt wird die Karte durch Tiroler Akzente wie Kaspressknödelsuppe und Zillertaler Ofenleber. Dafür gibt es 89/100 Punkte von Kurier Freizeit.
Das Kulinarische Briefing, jetzt jeden Samstag im Weekender!
Nächste Woche auf der Agenda:
Politik Österreich. Heute findet der SPÖ-Bundesparteitag in Wien statt, morgen der Weltfrauentag. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer stellt am Dienstag das „Digital Skills Barometer 2025/26“ vor. Am Mittwoch findet der Ministerrat mit anschließendem Pressefoyer statt. Der Bundesrat tritt am Donnerstag zu einer Sitzung zusammen.
Politik international. EU-Kommissionspräsidentin Von der Leyen und EU-Ratspräsident Costa beraten sich am Montag digital mit den Staats- und Regierungschef aus dem Nahen Osten und der Golfregion. Ebenfalls am Montag findet der EU-Sozialministerrat statt sowie ein Treffen der Finanzminister der Eurogruppe, tags darauf folgt dann der EU-Finanzministerrat (ECOFIN). Das Europaparlament tagt von Montag bis Donnerstag.
Daten und Fakten. Statistik Austria veröffentlicht am Montag die Außenhandelszahlen für das Gesamtjahr 2025, am Donnerstag die Arbeitsmarktstatistik für das 4. Quartal 2025 und am Freitag die Wohnkosten für 2025. IV und Aktienforum stellen am Donnerstag das Aktienbarometer 2026 vor.
Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️
Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.
Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.
Selektives Networking:
Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Gabriel Felbermayr wird „Wirtschaftsweiser“ in Deutschland. Victor Breguncci löst Helmut Kaufmann per 1. Mai als CEO der Austria Metall AG AMAG ab. Joachim Schönbeck bleibt für 5 weitere Jahre CEO von Andritz. Alexander Wrabetz ist neuer Beauftragter der Stadt Wien für KI in den Medien – angesiedelt bei der Wien Holding. Norbert Hofer ist Gesellschafter von Exxtra24. Wolfgang Sablatnig ist neuer Präsident des Presserats und Gerald Grünberger ist neuer Vizepräsident. Sabine Brandl bleibt bis Ende 2027 Verkaufs- und Marketingvorständin bei Manner, Scipio Oudkerk ist bis Ende 2029 Finanzvorstand. Norbert Höpoldseder ist neuer Landespräsident des Pensionistenverbands Oberösterreich.
Sonntag, 11:00 Uhr, Wien: Diskussion der Erste Stiftung zum Thema „Freedom of the Media under Pressure – Disinformation as a Threat to Europe’s Democracies“ u. a. mit Gerold Riedmann im Burgtheater [Info]