Weekender ・ 18.04.2026

Weekender, 18. April 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – ich melde mich aus Wien.

Editor’s Note: Der Irankrieg wird zum ungewollten Reformbeschleuniger
von Christoph Hofer

Dass der Fiskalrat den zusätzlichen Konsolidierungsbedarf für 2027 diesen Mittwoch auf 4,4 Mrd. Euro bezifferte, kommt für die Regierung zur Unzeit. Finanzminister Markus Marterbauer hatte zum Auftakt der Budgetverhandlungen wiederholt von rund zwei Mrd. Euro gesprochen. Doch das Auf und Zu der Straße von Hormus im Persischen Golf ließ die Wachstumsprognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute abschmelzen. Die Budgetwächter des Fiskalrats sehen die Lücke nun mehr als doppelt so groß. Dieses Sparvolumen sei nötig, um den Fahrplan eines Defizits von 3,5 Prozent des BIP im Jahr 2027 einzuhalten. Möchte die Regierung darüber hinaus auch noch Spielraum für Entlastungsmaßnahmen schaffen, wie dies Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl im Selektiv-Interview mit Nachdruck forderte, müsste man wohl endgültig die berühmte Kettensäge aus dem Geräteschuppen holen.

Wirtschaftsprognosen im April 2026

Eibinger-Miedl: „Aussagen über mögliche neue Steuern nicht hilfreich“

Auf der anderen Seite handelt es sich bei 4,4 Mrd. Euro um nicht einmal 1 Prozentpunkt des österreichischen Bruttoinlandsprodukts – bei wohlgemerkt 6 Prozentpunkten oder umgerechnet rund 30 Mrd. Euro (2024), die Österreich jährlich mehr ausgibt als der Durchschnitt der EU-Länder. Zum Vergleich, allein die Ausgaben für direkte Förderungen im Jahr 2025 beliefen sich auf rund 10,5 Mrd. Euro. Die Ausgaben für Sozialleistungen im Alter stiegen in einem Jahr von 64,5 Mrd. Euro (2023) auf 72,5 Mrd. Euro (2024) – Tendenz, weiter stark steigend. Mitten in diese Debatte platzt die Einigung der Koalition auf die sogenannte „Aktiv-Pension“. Ab 2027 sollen Pensionisten, die über das Regelpensionsalter hinaus arbeiten oder dazuverdienen, einen steuerlichen Freibetrag von 15.000 Euro pro Jahr erhalten. Es entfällt zudem der Dienstnehmerbeitrag zur Pensionsversicherung. Auch Selbstständige sind hiervon umfasst.

Österreich gibt 30 Mrd. Euro mehr aus

Was auf den ersten Blick gut klingt – endlich eine Entlastungsmaßnahme und noch dazu eine, die ein längeres Verbleiben im Erwerbsleben belohnt – hat jedoch einige Haken. Sie verursacht eine Budgetlücke von 470 Mio. Euro jährlich. Die Hoffnung, dass sich ab 2027 tatsächlich 30.000 Erwerbstätige finden, die länger vor bzw. neben ihrem Pensionsbezug einer Arbeit nachgehen, ist in einem Land, in dem man ab dem ersten angegrauten Haar an die wohlverdiente Frühpension denkt, gewagt. Der viel gravierendere Kritikpunkt ist jedoch die Ungleichbehandlung jüngerer Beschäftigter. Während man einem 30-jährigen Wiener Familienvater soeben ⅓ der Abgeltung der Kalten Progression gestrichen, den Wohnbauförderungsbeitrag um 50 Prozent erhöht und die Anpassung der Familienbeihilfe verwehrt hat, werden großzügig Privilegien an ältere, meist besser verdienende, Beschäftigte verteilt.

Pensionisten verhätscheln, Leistungsträger ignorieren

Grundsätzlich ist es richtig, Anreize für längeres Arbeiten zu setzen – der beste und generationengerechteste Anreiz wäre jedoch ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter, so wie dies in vielen entwickelten Volkswirtschaften längst erkannt und umgesetzt wurde. Bereits umgesetzt wurde diese Woche auch der lang erwartete Stromkostenausgleich. Für 2025 und 2026 stehen insgesamt 150 Mio. Euro bereit, um energieintensive Betriebe zu entlasten. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer öffnete die Antragstellung vorab nach Monaten des Zuwartens auf Freigabe durch die EU-Kommission. Die heimische Stahl-, Papier- und Chemiebranche steht im europäischen Wettbewerb unter erheblichem Druck, nachdem die Preise für Industriestrom größerer Abnehmer in den letzten Jahren deutlich über dem Eurozonen-Durchschnitt angestiegen sind. Unmittelbare Konkurrenzländer wie Deutschland haben vergleichbare Strompreisentlastungen bereits früher und umfassender umgesetzt.

Österreichs Industrie unter Strompreisdruck

Diese Subventionsspirale hätte man sich in Europa sparen können, wenn man frühzeitig eine pragmatische, unideologische Energiepolitik verfolgt hätte – jenseits von Weltrettungsfantasien und Anti-Atomkrafthysterie. Die Energiepreise in den USA sind in der aktuellen Krise, aber auch davor deutlich günstiger. Das liegt vor allem an der Förderung von Fracking-Gas, wie Wifo-Chef Gabriel Felbermayr im Rahmen einer Pressekonferenz feststellte. Der Irankrieg legt auf diese Weise nicht nur unsere Abhängigkeit von stabilen Energiepreisen offen, sondern zwingt uns auch zum Adressieren lang ignorierter struktureller Kostentreiber. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser (ungewollte) Reformbeschleuniger seine Wirkung nicht verfehlt.

[Quellen und Infos: Fiskalrat, Badelt im Ö1-Mittagsjournal | Pressefoyer nach dem Ministerrat, Bundeskanzleramt, Ministerratsvortrag, Agenda Austria | Krone, Stellungnahme BMWET, EU-Kommission, IV]

News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:

🇦🇹 Energieabgabenvergütung für Industrie kommt vielleicht auf die Waagschale. Die FPÖ warf der Regierung gestern vor, über eine Abschaffung der Energieabgabenvergütung nachzudenken. Dabei handelt es sich um eine Rückvergütung von Abgaben auf Elektrizität, Erdgas, Heizöl und Kohle vornehmlich für die energieintensive Industrie. Das Volumen dürfte laut Industrieexperten aktuell bei rund 300 Mio. Euro pro Jahr liegen. Zum Vergleich: Der Stromkostenausgleich (von der Regierung Industriestrombonus genannt) wurde für 2025 und 2026 mit 75 Mio. Euro pro Jahr dotiert. Im Regierungsprogramm ist festgelegt, dass die Energieabgabenrückvergütung fortgeführt wird, dementsprechend gab sich das Wirtschaftsministerium auf Nachfrage irritiert: Das sei bisher kein Thema gewesen und man wisse davon nichts. Aus dem Finanzministerium war das Nein nicht so deutlich – dort wollte man auf Nachfrage von Selektiv mit Verweis auf die laufenden Budgetgespräche „keinen Kommentar“ abgeben. [Quellen: Selektiv, FPÖ]

🇦🇹 🌐 Energiepreis-Update. Die Straße von Hormus soll laut dem Iran für die verbleibende Dauer der Waffenruhe im Libanon für alle kommerziellen Handelsschiffe vollständig geöffnet bleiben – die USA bestehen aktuell jedoch darauf, ihre Blockade für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen wollen, fortzuführen. Die mittleren Treibstoffpreise lagen gestern bei 1,951 Euro für Diesel und 1,688 Euro für Benzin. Seit Dienstag liegt der Dieselpreis wieder unter der 2-Euro-Marke. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Juni lag bei Handelsschluss gestern bei 90,67 Dollar, ein Rückgang um 7,6 %. Samstagmorgen stieg er wieder leicht auf 92,42 Dollar. Der Gaspreis laut des für die EU richtungsweisenden Terminkontrakts lag zu Handelsschluss bei 39,43 Euro pro MWh und damit um 5,6 % niedriger. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis]

💡 Strompreis-Schock für Österreichs Industrie hält an. Trotz rückläufiger Preise seit dem Krisenjahr 2022 bleibt der Industriestrom in Österreich teuer. Der Durchschnittspreis für energieintensive Betriebe (Band IE) im 2. Halbjahr 2025 lag bei 19,6 Cent pro kWh – nur knapp unter dem Wert von Deutschland (20,1 ct/kWh) und deutlich höher als in Frankreich (9,8 ct/kWh). Der Eurozonen-Durchschnitt lag zuletzt im 1. Halbjahr 2025 bei 16,5 Cent pro kWh. [Quelle: Eurostat | Grafik von Christoph Hofer]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 Entbürokratisierungspaket: Letzte Punkte auf der Liste „komplex“. Von den 113 im Dezember präsentierten Entbürokatisierungsmaßnahmen sind 99 in Umsetzung oder wurden bereits umgesetzt. „Die verbleibenden Punkte betreffen vor allem komplexere Vorhaben, bei denen noch rechtliche oder europäische Rahmenbedingungen zu klären sind oder budgetäre Fragen eine Rolle spielen“, so ein Sprecher des Deregulierungs-Staatsekretariats zu Selektiv. Mit einer Novelle der Buchführungsgrenzen, des Aktivierungswahlrechts und der Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden diese Woche die Maßnahmen 73, 78 und 80 in die interministerielle Koordinierung geschickt. Das nächste Entbürokratisierungspaket mit den Schwerpunkten Berichts- und Meldepflichten, bürgernahe Verfahren und strukturelle Vereinfachungen wird am 3. Juni präsentiert. Ein öffentlicher „Tracker“ ist nun doch nicht geplant – er würde laut Staatssekretariat zu viel Verwaltungsaufwand verursachen. [Quellen: Selektiv via BMEIA, Interview mit Meinl-Reisinger, BMF, BMJ, BMEIA | Service: Liste der Entbürokratisierungsmaßnahmen | Grafik: 8 von 10 heimischen KMUs leiden unter Bürokratie]

🇦🇹 Inflation in Österreich wieder über EU-Schnitt. Mit 3,2 % lag die heimische Inflation (VPI) im März um 0,1 Prozentpunkte höher als in der Schnellschätzung erwartet wurde. „Der Anstieg um einen ganzen Prozentpunkt gegenüber dem Vormonat ist nahezu vollständig auf die stark gestiegenen Treibstoff- (+17,5 %) und Heizölpreise (+38,2 %) zurückzuführen“, so Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Ohne diesen Preisanstieg läge die Inflation bei 2,3 %. Wichtigster Inflationstreiber blieben die überdurchschnittlich gestiegenen Preise für Dienstleistungen (+4,5 %). Der für den europäischen Vergleich relevante HVPI lag im März bei 3,1 %. Die Preise stiegen damit stärker als im Eurozonen- (2,6 %) sowie EU-Durchschnitt (2,8 %). Die niedrigste Inflationsrate innerhalb der EU wurde in Dänemark verzeichnet (1,0 %), die höchste in Rumänien (9,0 %). [Quellen: Statistik Austria, Eurostat | Reaktionen: ÖVP, SPÖ, Neos, FPÖ, ÖGB | Grafik: Irankrieg befeuert Inflation erneut]

🇦🇹 Industriestrom: Kompensation gestartet, Deckel lässt auf sich warten. Seit Montag können energieintensive Unternehmen in Österreich einen Stromkostenausgleich für indirekte CO2-Kosten beantragen. Für 2025 und 2026 stehen dafür je 75 Mio. Euro bereit. Deutlich weniger als noch im Jahr 2022, als 185 Mio. bereit standen. Wohl deshalb fehlt auch das Geld, um die Kompensation auf weitere Branchen auszuweiten – so gehen laut Krone einige Linzer Chemieunternehmen leer aus. Ab 2027 könnte sich das ändern, denn dann stehen für Industriestrompreis und Stromkostenausgleich insgesamt 250 Mio. Euro bereit, in welcher Aufteilung ist noch unbekannt – auch, ob die anspruchsberechtigten Sektoren dann ausgeweitet werden. Die EU-Vorgaben bieten dafür jedenfalls Spielraum. „Diese Mittel werden so eingesetzt, dass sie die energieintensive Industrie möglichst zielgerichtet und effizient dort unterstützen, wo der Bedarf am größten ist und die Wirkung am stärksten ist“, heißt es dazu aus dem Wirtschaftsministerium auf Selektiv-Anfrage. Am Donnerstag hat die EU-Kommission den Industriestrompreis bereits für Deutschland, Slowenien und Bulgarien genehmigt – die Industriellenvereinigung pocht auch für Österreich auf eine rasche Umsetzung und fürchtet einen Nachteil gegenüber Nachbarländern. Das Modell für Österreich soll bis Sommer vorliegen und kann dann erst von der EU-Kommission genehmigt werden. [Quellen: Krone, Stellungnahme BMWET, EU-Kommission, IV | Grafiken: Strompreiskompensation in Europa, Österreichs Industrie unter Strompreisdruck]

🇦🇹 Die Spritpreisbremse klemmt. Da die teilstaatliche OMV die Dieselpreise mit Verweis auf die Importabhängigkeit nur mehr um 2,8 statt 5 Cent reduziert hat und auch bei weiteren Unternehmen „Auffälligkeiten“ festgestellt wurden, hat Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer die E-Control mit einer Sonderprüfung beauftragt. „Die Rechtmäßigkeit des Vorgehens haben die Unternehmen gegenüber der E-Control mit entsprechenden Belegen glaubhaft nachzuweisen“, so der Minister. Laut E-Control sei die OMV bisher sehr kooperativ gewesen, man gehe davon aus, dass das auch so bleibt. Erste Ergebnisse gibt es frühestens nächste Woche. Die Verordnung sieht grundsätzlich vor, dass Unternehmen nicht verpflichtet sind, Treibstoff ohne angemessenen Gewinn zu verkaufen. Wenn man den importierten Diesel isoliert betrachtet, dann könne es sehr wohl sein, dass die OMV damit pro Liter durch die volle Spritpreisbremse einen Verlust erwirtschaften würde, so Wifo-Ökonom Michael Böheim in der ZIB2 am Dienstag. Er kann sich vorstellen, dass das Beispiel OMV bei anderen Tankstellenbetreibern Schule macht. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr schlägt vor, die Mineralölsteuer weiter zu reduzieren, falls Öl- und Treibstoffpreise weiterhin hoch bleiben sollten. Die deutsche Regierung will die Mineralölsteuer – vorerst auf 2 Monate befristet – um ca. 17 Cent pro Liter reduzieren. Die steuerlichen Mindereinnahmen will die Regierung durch „Maßnahmen gegenüber den Mineralölwirtschaftsunternehmen“ gegenfinanzieren. [Quellen: BMWET, APA via Medienberichte, Ö1-Journal 14.4., ZIB2 am 14.4., Dt. Bundesregierung]

💡 Bau schrumpft kräftig – Staat wächst weiter. Die österreichische Wirtschaft zeigt 2025 ein gespaltenes Bild. Während der Bau mit -2,9 % erneut deutlich schrumpft, legt der öffentliche Sektor (Verwaltung, Bildung und Gesundheit) mit +2,8 % kräftig zu. Auch das Grundstücks- und Wohnungswesen wächst mit +2,7 % stark. Die Herstellung von Waren kommt auf ein Plus von 1,2 %, während die Beherbergung und Gastronomie mit -1,4 % ebenfalls rückläufig ist. [Quelle: Statistik Austria | Grafik von Christoph Hofer]

🇦🇹 Biogas-Gesetz könnte Strom verteuern. Das Erneuerbaren-Gase-Gesetz (EGG) befindet sich derzeit in koalitionärer Abstimmung, ein Entwurf liegt der Presse vor. Bis 2030 soll eine Terawattstunde grünes Gas produziert und mit 150 Mio. Euro pro Jahr über eine Marktprämie gefördert werden. Diese soll die Differenz zwischen Produktionskosten und den Erdgaspreisen sowie den Kosten für Treibhausgasemissionen ausgleichen. Bezahlt werden soll diese Förderung aus dem EAG-Förderbeitrag und der EAG-Förderpauschale, die auf Strom eingehoben werden. „Das wird Strom verteuern, ich halte das für kontraproduktiv. Warum soll der Stromkunde etwas zahlen, von dem er gar nichts hat? Das muss der Gesetzgeber dem Stromkunden erklären“, so Verbund-CEO Michael Strugl zur Presse. [Quelle: Die Presse]

🇦🇹 Journalisten erzielen KV-Abschluss, Finanzbranche geht in die 6. Runde. Ab dem 1. Juni werden die bisherigen Tarifgehälter sowie die langjährigen Zulagen und Pauschalen für Journalisten um 2,7 % erhöht. Ständige freie Mitarbeiter erhalten eine Erhöhung von 2,9 %. In der Finanzbranche ging die 5. Verhandlungsrunde hingegen ergebnislos zu Ende. Das Angebot der Arbeitgeberseite einer Gehaltserhöhung von 2,3 %, einem Fixbetrag von 20 Euro sowie einer Einmalzahlung in der Höhe von 250 Euro lehnt die Arbeitnehmerseite weiterhin ab. Die 6. Verhandlungsrunde soll am 4. Mai stattfinden. [Quellen: VÖZ, GPA]

🇦🇹 18 neue Windkraft-Zonen in der Steiermark. Das Land Steiermark hat mit einer Novelle des „Sachprogramms Windenergie“ 18 neue Windkraft-Zonen ausgewiesen – insgesamt wären es dann 30 Vorrang- und Eignungszonen. Die Novelle ist nun 8 Wochen in Begutachtung. Auf 4.800 Hektar sollen bis 2030 Anlagen mit einer Leistung von mindestens 400 Megawatt entstehen – Potenzial gibt es für bis zu 700 MW. Insgesamt wurden in der Steiermark bisher 122 Windkraftanlagen gebaut, 60 sind in Bau und mit der Novelle sollen 100 bis 150 weitere dazukommen. [Quelle: Land Steiermark | Reaktionen: IG Windkraft | Grafik: Wo in Österreich Windräder stehen]

🇦🇹 🇮🇳 Österreich und Indien wollen enger zusammenarbeiten. Im Rahmen des Indien-Besuches von Bundeskanzler Christian Stocker, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und einer Wirtschaftsdelegation wurden gestern bilaterale Absichtserklärungen unterzeichnet. Diese rechtlich nicht bindenden Dokumente sehen eine engere Zusammenarbeit in mehreren Bereichen vor. Dazu zählen neben der Verteidigungspolitik auch die Terrorismusbekämpfung sowie der Abbau bürokratischer Hürden. Weitere Vereinbarungen betreffen die Erleichterung der Fachkräfteanwerbung aus Indien, Kooperationen im Bereich der Lebensmittelsicherheit sowie ein gemeinsames Filmabkommen. [Quellen: APA via Medienberichte – Absichtserklärungen, Wiiw; ZIB2, Instagram – Stocker, Hattmannsdorfer; Modi auf X | Grafik: EU-Indien-Abkommen schafft über 5.000 Jobs]

🇪🇺 EU einigt sich auf deutlich schärfere Regeln für Stahlimporte. Zum Schutz der europäischen Stahlindustrie vor globaler Überkapazität haben EU-Parlament und Mitgliedstaaten eine Einigung erzielt. Ab Juli 2026 wird die zollfreie Einfuhrmenge auf 18,3 Mio. Tonnen pro Jahr begrenzt – ein Rückgang um rund 47 % gegenüber den bisherigen Quoten. Importe oberhalb dieser Menge sollen künftig mit einem Strafzoll von 50 % belegt werden (bisher 25 %). Besonders betroffen sind Billigimporte aus China, Indien und der Türkei. Die bisherige Schutzverordnung läuft Ende Juni 2026 aus. [Quelle: Europäisches Parlament]

🌐 IWF senkt Konjunkturprognose für Eurozone. Im Vergleich zu den Schätzungen vom Jänner reduzierte der IWF die Prognose für das BIP-Wachstum der Eurozone um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 %; für 2027 wird mit 1,2 % ebenfalls ein um 0,2 Prozentpunkte geringeres Wachstum erwartet. Die durchschnittliche Inflationsrate wird für 2026 auf 2,6 % und für 2027 auf 2,2 % geschätzt. Auf globaler Ebene geht der IWF für 2026 von einem BIP-Wachstum von 3,1 % aus – ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der Jänner-Prognose – sowie von 3,2 % für das Jahr 2027. [Quellen: IWF World Economic Outlook – Jänner, April; Datensätze – Eurozone, Österreich, Global]

Wochenendprogramm:

Meistgelesener Kommentar der Woche. Martin Rhonheimer: „Erbschaftssteuer und Gerechtigkeit: Gefährliche Argumente“ [Hier lesen]

Meistgelesenes Interview der Woche. Carmen Treml: „Viele Lehrer unterrichten Wirtschaftskunde nur beiläufig“ [Hier lesen]

Long Read I. „Die Vorstellung, industrielle Volkswirtschaften könnten sich fast vollständig auf Sonne und Wind stützen, ist ein Aufstand gegen die Physik“, sagt der israelische Historiker Guy Laron im NZZ-Interview. Er glaubt, dass Donald Trump und Benjamin Netanyahu im Krieg im Iran in Bezug auf Energie einen grösseren Plan verfolgen. [Hier lesen]

Long Read II. Der Internationale Währungsfonds hat diese Woche seinen neuen „World Economic Outlook“ veröffentlicht und widmet sich darin auch den makroökonomischen Folgen des Booms bei Verteidigungsausgaben. [Hier lesen]

Journal zu Gast. AMS-Vorstand Johannes Kopf [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]

Pressestunde. Michaela Schmidt, Staatssekretärin und Regierungskoordinatorin, SPÖ [Sonntag, 11.05 Uhr, ORF 2] 

Kulinarisches Briefing
10. – 15. April

Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik  

Diesmal im Kulinarik-Briefing: Die besten Kalamari der Stadt gibt es beim verlässlichen Italiener zum Business-Lunch. In Großotten – das ist im Waldviertel – sollte man Speisen wie Karpfen meunière oder Ochsenschlepp-Ravioli verkosten und einen richtig guten Schinken-Käse-Toast gibts beim entstauben Grätzl-Kaffee im 3. Wiener Bezirk. Ein lohnenswertes portugiesisches Update gibt es im Fünften.

Jetzt jeden Samstag im Weekender!

Nächste Woche auf der Agenda:

Politik Österreich. Am Dienstag stellt Bildungsminister Christoph Wiederkehr seinen „Plan Zukunft“ vor. Am Mittwoch tagt der Ministerrat und Kanzler Christian Stocker empfängt seinen mazedonischen Amtskollegen Hristijan Mickoski. Am Donnerstag tagt der Nationalrat u. a. zu einer Verlängerung des Wohnschirms. 

Politik international. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist von Sonntag bis Montag in Äthiopien. Am Dienstag treffen sich die EU-Außenministerinnen und -minister in Luxemburg. Am Mittwoch soll die seit 8. April geltende Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA auslaufen. Am Donnerstag und Freitag ist Bundeskanzler Christian Stocker auf Zypern beim informellen Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs.

Daten und Fakten. Am Montag stellt der Forschungsrat Forwit eine Analyse des österreichischen Hochschulwesens vor. Am Dienstag wird im Wirtschaftsministerium der Austrian Startup Monitor 2025 präsentiert. Austropapier veröffentlicht Daten zur Wertschöpfung der Papierbranche. Am Mittwoch stellt die Nationalbank den „Financial Stability Report“ vor. Am Freitag findet die 2. Runde der KV-Verhandlungen der Elektro- und Elektronikindustrie statt und die Statistik Austria veröffentlicht die Baubewilligungen des 4. Quartals bzw. des Gesamtjahres 2025. Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute DIW, RWI, Ifo, IfW und IWH veröffentlichen am Freitag ihre gemeinsame Frühjahrs-Konjunkturprognose.

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.

Selektives Networking:

Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Martha Schultz wurde zur Präsidentin des Wirtschaftsbunds gewählt. Gernot Maier wurde erneut für 5 Jahre zum Direktor des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) bestellt. Judit Havasi und Sonja Raus sind ab Juli neu im Vorstand der Vienna Insurance Group (VIG). Gerhard Lahner wird der neue zweite Stellvertreter des Vorstandsteams der VIG. Harald Riener ist ab Anfang Juli neuer Vorstand der Donau Versicherung AG. Manuel Schalk ist ab dem 1. Juli neuer Vorstand der Wiener Städtische Versicherung. Die HANDLER Gruppe erweitert ihre Unternehmensspitze um Barbara Freiler und Michael Schranz. Barbara Novak und Jürgen Czernohorszky werden neue Mitglieder des Präsidiums der Wiener SPÖ – Kathrin Gaal scheidet aus dem Präsidium aus. Patrick Jany wird mit 1. Mai Finanzvorstand von Borouge International. Andrea Maier wird neue Medical Director bei Roche Austria.

Am Programm. Am Wochenende findet im Stift Göttweig das „Literatur und Wein“-Festival statt [Info] und am Sonntag in Wien der Vienna City Marathon – wir wünschen einen guten Lauf!

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