Am 2. Kongresstag des Salzburg Summit 2026 erteilte der ehemalige kanadische Premier Justin Trudeau einem EU-Beitritt Kanadas augenzwinkernd eine Absage und verwies auf die europäische Entscheidungsbürokratie. Als Beispiel nannte er das Handelsabkommen CETA, das nach über zehn Jahren noch immer nicht von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert sei. Eine engere Partnerschaft mit der EU auf dem Niveau der Schweiz oder Norwegens sei dagegen ein sinnvolles Ziel. Kanada und Europa müssten enger zusammenhalten, wenn sie die regelbasierte Weltordnung bewahren wollten.
Trudeau sieht die Welt am Ende einer langen Phase globaler Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwungs. Die dadurch entstehende Verunsicherung treffe vor allem junge Menschen, die erstmals damit rechnen, es nicht mehr besser zu haben als ihre Eltern. Das erzeuge Misstrauen, verstärkt durch Filterblasen und faktenfreie politische Debatten. Trudeau beendete seinen Vortrag mit einem Appell an die Gäste, die politische Verantwortung nicht allein den Regierungen zu überlassen.