Morning in Brief ・ 22.06.2026

Morning in Brief, 22. Juni 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing um 7 Uhr! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel und Maximilian Kern – wir melden uns aus Wien.

Heute mit WM-Tipps für das Match Argentinien-Österreich von Ministern, CEOs und Ökonomen. Wir wünschen ein spannendes Spiel!

News – das müssen Sie heute wissen:

🇦🇹 WKÖ will raschere, stufenweise LNK-Senkung. Gestern ist die Begutachtungsfrist für das Budgetbegleitgesetz 2027/2028 abgelaufen – insgesamt 40 Stellungnahmen sind eingelangt. Die meisten Beiträge kritisieren die kurze Frist als demokratiepolitisch bedenklich, der Seniorenrat verweist auf nur 9 Tage für einen 654-seitigen Entwurf und fordert künftig mindestens 3 Wochen. Die WKÖ lehnt die zusätzlichen Belastungen ab und regt bei der Lohnnebenkostensenkung eine raschere, stufenweise Umsetzung an. Eine erste Reduktion könne bereits 2027 erfolgen. „Insgesamt fällt auf, dass die vorgesehenen Maßnahmen nahezu ausschließlich auf der Einnahmenseite ansetzen. Strukturierte und nachhaltige Maßnahmen zur Ausgabenreduktion werden hingegen vermisst“, heißt es in der Stellungnahme der Industriellenvereinigung. Auch der Rechnungshof kritisiert fehlende strukturelle Maßnahmen in finanzierungsintensiven Bereichen sowie eine fehlende Vereinfachung des Steuerrechts, das im Gegenteil eher komplexer wird. Die Länder-Stellungnahmen drehen sich vornehmlich um die Finanzierung der Lohnnebenkostensenkung, zu der es vergangene Woche eine grundsätzliche Einigung mit dem Bund gab. Das Land Burgenland kritisiert, dass es vor der Budgetrede keine Verhandlungen dazu gab: „Das ist insbesondere bei Mindereinnahmen durch Bundesmaßnahmen angesichts der erheblichen Auswirkungen auf die Budgets und die mittelfristige Finanzplanung inakzeptabel“. [Quellen: Stellungnahmen Budgetbegleitgesetz]

„Aus wirtschaftlicher Sicht sollte Österreich gewinnen“
Interview mit Miriam Gross und Daniela Ulbing

Miriam Gross, Senior Researcher bei SportsEconAustria (SpEA), und Daniela Ulbing, Researcher bei SpEA und selbst aus dem Leistungssport, analysieren im Selektiv-Interview die Ökonomie der Fußball-WM 2026 – von konjunkturellen Auswirkungen über Sponsoring bis zum Frauenfußball als Wirtschaftssegment. Und warum der Transfermarkt einem Aktienmarkt näher ist als einem klassischen Arbeitsmarkt. Mit Tipp für das Spiel Österreich gegen Argentinien heute Abend.

💡 Wirtschaftsstimmung: Österreich unter Schlusslichtern. Die Wirtschaftsstimmung in Österreich liegt deutlich unter dem EU-Schnitt. Der Economic Sentiment Indicator der Europäischen Kommission steht im Mai 2026 bei 90,4 Punkten, gegenüber 93,7 im EU-27-Durchschnitt und einem langjährigen Referenzwert von 100. Damit liegt Österreich im hinteren Drittel der erfassten Länder, nur Deutschland, Dänemark und Belgien schneiden noch schlechter ab. Spitzenreiter ist Griechenland mit 107,5 Punkten. Der Index fasst Umfragen unter Unternehmen und Konsumenten aus Industrie, Dienstleistung, Einzelhandel, Bau und Haushalten zu einem gewichteten Wert zusammen. [Quelle: Europäische Kommission | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 Hattmannsdorfer: Rot-Weiß-Rot-Karte als Standortinstrument ausrichten. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer möchte die Rot-Weiß-Rot-Karte stärker auf Unternehmer, Gründer, Forscher und Investoren aus Drittstaaten ausrichten. Unter Verweis auf die vergangene Woche präsentierte Economica-Studie zur Unternehmermigration fordert er u. a. schnellere und digitale Verfahren, weniger Bürokratie sowie mehr Gewicht für unternehmerische Erfahrung gegenüber formalen Bildungsabschlüssen. Zudem spricht er sich für Fast-Track-Verfahren entlang der Schlüsseltechnologien aus der Industriestrategie aus. Laut Studie kann ein unternehmerisches Projekt innerhalb von fünf Jahren, je nach Szenario, zwischen 13,6 Mio. und 155 Mio. Euro Bruttowertschöpfung generieren. Als Beleg für Reformbedarf verweist das Wirtschaftsministerium darauf, dass 2025 von mehr als 12.000 Rot-Weiß-Rot-Karten 0,5 % an Selbstständige und Startups vergeben wurden. [Quellen: Aussendung BMWET, IV-Pressegespräch]

🇦🇹 Baldige Entscheidung zur Wehrpflicht? Verteidigungsministerin Tanner optimistisch. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ist zuversichtlich, dass vor dem Sommer eine Einigung zu einem neuen Wehrpflichtmodell gefunden wird. Es liege alles auf dem Tisch und es gelte nun rasch zu einem Ergebnis zu kommen, so Tanner im Ö1-„Journal zu Gast“. Es solle eine Lösung unter den Vorschlägen der „breit zusammengestellten“ Wehrdienstkommission gefunden werden, statt eigene Parteivorschläge ins Spiel zu bringen. Das von der Wehrdienstkommission präferierte 8+2-Modell sei das kostengünstigste der Vorschläge und die dafür zusätzlich benötigten rund 300 Mio. Euro würde man aufbringen können. Bei sicherheitspolitischen Themen sollte es darüber keine Diskussion geben, so die Verteidigungsministerin. Mit dem Verteidigungsbudget zeigt sich Tanner zufrieden und betont ihre Zuversicht, dass das Ziel eines Budgets in Höhe von 2 % des BIP bis 2032 weiterhin möglich sei. [Quelle: Ö1-Journal zu Gast]

🇦🇹 Doppelbudget 2027/28: Mehr Geld für die Digitalisierung. Nach einem Rückgang der budgetären Mittel für die Digitalisierung von rund 69,8 Mio. Euro 2025 auf 63 Mio. Euro 2026 werden diese für 2027 und 2028 kumuliert auf 217,5 Mio. Euro erhöht. Das Detailbudget Digitalisierung steigt auf 106 Mio. Euro 2027 und 111,5 Mio. Euro 2028. Davon entfallen 97,2 Mio. Euro bzw. 102,5 Mio. Euro auf Sachausgaben für Digitalisierungsprojekte – die Differenz sind Personalkosten. Zusätzlich verweist das Bundeskanzleramt auf Mittel für die Public-AI-Initiative sowie budgetrechtliche Ermächtigungen, wodurch der verfügbare Finanzierungsrahmen auf bis zu 117 Mio. Euro im Jahr 2027 und bis zu 130 Mio. Euro im Jahr 2028 steigt. Die Schwerpunkte liegen u. a. auf dem Ausbau der ID-Austria sowie dem Project X, das die Verwaltung digitalisieren und somit Bürokratie abbauen soll. [Quelle: Bundeskanzleramt, Bundesvoranschlag – 2027, 2028]

🇦🇹 🌐 Energiepreis-Update. Die mittleren Treibstoffpreise lagen gestern bei 1,685 Euro für Diesel und 1,614 Euro für Benzin. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im August lag heute Früh bei 79,47 Dollar, ein Minus von 1,4 %. Der Gaspreis laut dem für die EU richtungsweisenden Terminkontrakt lag Montagfrüh bei 42,69 Euro pro MWh – ein Anstieg um 1,4 %. Der Iran hat am Wochenende die Straße von Hormus aufgrund der anhaltenden Kämpfe im Libanon wieder gesperrt. Gestern begannen in der Schweiz die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran – binnen 60 Tagen soll das Abkommen stehen. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis, APA via Medienberichte]

🇦🇹 Energiepreise im Mai um 2,2 % gefallen. Der Energiepreisindex sank gegenüber April um 2,2 %, liegt aber weiterhin um 9,8 % über dem Vorjahresniveau und damit deutlich mehr als der VPI (+3,7 %). Treiber waren sinkende Heizöl- (−9,5 %) und Dieselpreise (−7,2 %), während Superbenzin leicht zulegte. Strompreise gaben um 0,7 % nach (−10,3 % im Jahresvergleich). Laut Energieagentur dürften sich US-Iran-Abkommen und die schrittweise Öffnung der Straße von Hormuz in den kommenden Monaten zusätzlich dämpfend auswirken. [Quelle: Österreichische Energieagentur]

🇦🇹 Zehetner erklärt Preissteigerung in Hotellerie und Gastgewerbe. Die Preise in Hotellerie und Gastgewerbe sind seit 2015 um 66 % gestiegen. Auf die Frage zur Leistbarkeit von Urlauben in Österreich verweist Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner in der ZIB 2 auf gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise sowie KV-Abschlüsse von über 20 % in den letzten 3 Jahren. Diese müssten bis zu einem gewissen Grad an die Gäste weitergegeben werden, deren Lohnniveau jedoch auch gestiegen sei. Die Betriebe könnten die Kosten allerdings nicht zur Gänze weitergeben, was zwar zu höheren Umsätzen führe, der Gewinn und somit die Wertschöpfung jedoch sinke. Maßvolle Lohnabschlüsse seien eine faire Lösung, so Zehetner. Zugleich solle die Bürokratie für Betriebe reduziert und die Digitalisierung gestärkt werden. Urlaub in Österreich sei „für jeden Geschmack und jedes Börserl“ leistbar. [Quelle: ZIB 2]

Fußball-WM 2026: Argentinien – Österreich
Wie tippen Minister, CEOs und Ökonomen?

Beate Meinl-Reisinger, Außenministerin – 1:1
Klaudia Tanner, Verteidigungsministerin – 1:1
Michaela Schmidt, Sport-Staatssekretärin – 1:2
Sabine Herlitschka, CEO Infineon Austria – 2:1
Andreas Brandstetter, CEO Uniqa Group – 1:2
Thomas Kicker, CEO Magenta Telekom – 2:2
Michael Strugl, CEO Verbund – 2:2
Martin Kocher, Gouverneur OeNB – 1:1

🇦🇹 Wallner kritisiert EABG: „Behindert uns“. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner hat im Rahmen der Landeshauptleutekonferenz in Innsbruck Kritik am jüngst beschlossenen Erneuerbaren-Ausbaubeschleunigungsgesetz (EABG) geübt. Das Gesetz, das Bundesländer u. a. zur Errichtung von Windrädern verpflichtet, treffe „die Vorarlberger Realität gar nicht“. Vorarlbergs Energiewirtschaft sei „europäisch ausgerichtet“ und auf die Lieferung von Regelenergie nach Deutschland fokussiert, das Land setze auf den Ausbau von Speicherkapazitäten und Wasserkraft. Das Potenzial für Windkraft liege in Vorarlberg bei 4 bis 6 %. Den Fokus des EABG auf nationale Grenzen und Bundesländergrenzen kann Wallner nicht nachvollziehen. Auch Tirols Landeshauptmann Anton Mattle plädiert für einen Fokus auf Wasserkraft und sieht Energiespeicher als „Potenzial alpiner Regionen“, Tirol sei aber „technologieoffen“. [Quelle: APA via Medienberichte | Reaktion: FPÖ]

🇦🇹 Reformpartnerschaft: Bundesländer bereit für weitere Verhandlungen mit dem Bund. Die Landeshauptleutekonferenz hat Verhandlungslinien für die Bereiche Gesundheit, Bildung, Energie sowie Verwaltung und Verfassung erarbeitet. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner betont, die Länder seien „bereit, umfassende Reformschritte zu gehen“. Reformen sollen sich daran messen lassen, ob sie konkreten Mehrwert für die Bevölkerung schaffen, Verwaltungsabläufe vereinfachen, öffentliche Leistungen verbessern oder die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Unter anderem wird im Bereich Gesundheit die von den Landesgesundheitsreferenten erarbeitete Position in die weiteren Verhandlungen einbezogen. Im Energiebereich begrüßen die Länder die laufenden Bemühungen um eine klare Kompetenzverteilung im Elektrizitätswesen, eine Kompetenzentflechtung soll mit Zustimmungsrechten der Bundesländer verbunden sein. Tirols Landeshauptmann Anton Mattle sieht nun die Bundesregierung am Zug und peilt einen Abschluss des Gesamtpakets bis Jahresende an. [Quelle: Land Tirol | Reaktionen: Die Grünen, IV, Younion]

🇦🇹 Bundesländer fordern Stopp des Bürokratieaufbaus auf EU-Ebene. Die Landeshauptleutekonferenz fordert die Bundesregierung auf, in den europäischen Gremien gegen zusätzlichen Bürokratieaufbau vorzugehen und „überschießende EU-Vorschriften“ zu korrigieren. Bei der Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Recht solle kein Gold Plating mehr stattfinden, zusätzliche nationale Belastungen über die EU-Vorgaben hinaus seien zu vermeiden. [Quelle: Land Tirol | Reaktion: Land NÖ]

🇦🇹 🇪🇺 EU-Rat zum nächsten EU-Budget und Emissionshandel. Im Europäischen Rat standen Ende der vergangenen Woche erste Gespräche zum Entwurf des Mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 auf der Agenda. Österreich und die weiteren Nettozahler der EU zeigen sich mit dem Budgetentwurf der EU-Kommission sowie mit den Kürzungsvorschlägen der zyprischen Ratspräsidentschaft nicht zufrieden. Bundeskanzler Christian Stocker fordert eine deutliche Reduktion des Budgetvolumens. Neuen Eigenmitteln für die EU steht Stocker „konstruktiv“ gegenüber, neue Steuern sieht er aber kritisch. EU-Ratspräsident António Costa betonte, dass bis Jahresende eine Einigung gefunden werden müsse. „Ich werde dem nicht im Wege stehen, aber der Vorschlag müsste sich noch ändern“, sagte Stocker nach dem Rat. Die Staats- und Regierungschefs nahmen außerdem den Kommissions-Plan an, bis Mitte Juli einen konkreten Vorschlag zur Überprüfung des EU-Emissionshandelssystems vorzulegen – „einschließlich der kostenlosen Zertifikate“ über 2034 hinaus, auf die Österreich gedrängt hatte. „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, eine langjährige Forderung der energieintensiven Industrie in die Verhandlungen einzubringen“, so Stocker. [Quellen: Costa nach dem EU-Rat, EU-Rat Ergebnisse, Exit-Doorstep Stocker | Reaktion: Wirtschaftsbund]

🇦🇹 🇪🇺 Europaministerin Bauer kritisiert geplanten Verwaltungsausbau der EU-Kommission. Die EU-Kommission möchte im Mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034 ihre Verwaltungsausgaben um 39 % erhöhen und rund 2.500 zusätzliche Stellen schaffen. Dagegen formieren sich Österreich, Deutschland und 7 weitere EU-Mitgliedstaaten in einem gemeinsamen Brief an die EU-Kommission. „Die Regeln für Haushaltsdisziplin und Effizienz müssen auch für Brüssel gelten“, so Bauer bei einem Treffen mit ihrem deutschen Amtskollegen Gunther Krichbaum. Ein zentrales Problem seien die langfristigen Pensionskosten der zusätzlichen Beamten. Laut einer Eurostat-Berechnung würden diese bis zum Jahr 2073 mindestens 1 Mrd. Euro betragen. [Quelle: Bundeskanzleramt]

🇦🇹 🇨🇳 Österreich – China: Beziehungen sollen „auf eine neue Ebene“ gehoben werden. Anlässlich des 55. Jahrestags der diplomatischen Beziehungen erklärte Chinas Staatspräsident Xi Jinping, die bilateralen Beziehungen auf eine neue Ebene heben zu wollen. Seit gestern befindet sich Außenministerin Beate Meinl-Reisinger auf einem fünftägigen Arbeitsbesuch in China – dem ersten eines Regierungsmitglieds der aktuellen Koalition. Sie wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet und von Chinas Außenminister Wang Yi empfangen. In den kommenden Tagen wird sie u. a. Gespräche mit Vertretern österreichischer Unternehmen in China führen. Es gehe darum „die europäische Souveränität zu stärken, uns aus Abhängigkeiten zu befreien und gleichzeitig stabile Handelsbeziehungen mit China zu pflegen, die auf fairen, verlässlichen und regelbasierten Bedingungen basieren“, so Meinl-Reisinger gegenüber der APA. Dieses Jahr sollen zudem Bundeskanzler Christian Stocker mit einer Wirtschaftsdelegation und unabhängig davon Nationalratspräsident Walter Rosenkranz nach China reisen. [Quellen: Chinesische Regierung, WKÖ, APA via Medienberichte]

🇩🇪 Deutsches Exportvolumen stieg 2025 nach 3 Jahren wieder. Nach 3 Jahren mit rückläufigen Exportmengen nahm das Exportvolumen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % zu. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 lag es jedoch weiterhin 6,3 % niedriger. Auch bei den Importen zeigt sich ein ähnliches Bild: Nach 2 Jahren Rückgang stieg das Importvolumen 2025 um 1,6 %, lag aber noch 4,2 % unter dem Niveau von 2019. Während die gehandelten Warenmengen seit 2019 zurückgingen, erhöhte sich der nominale Wert des Außenhandels bis 2025 um 17,8 %. [Quelle: Statistisches Bundesamt]

🇩🇪 Pensionsreform nimmt Formen an. Am Dienstag wird die Pensionskommission ihre Vorschläge der Pensionsreform an den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz übergeben. Die Deutsche Presse-Agentur und weitere Medien berichten vorab von den Vorschlägen. So soll u. a. das Pensionsantrittsalter mit der Lebenserwartung steigen und bis 2051 auf 68 Jahre erhöht werden, die Berechnung soll regelmäßig überprüft werden. Der abschlagsfreie Pensionsantritt nach 45 Versicherungsjahren („Rente mit 63“) soll abgeschafft werden. Zudem soll ein Teil der Beiträge zunächst 0,5 %, später bis zu 2 % des Bruttolohns nach schwedischem Vorbild am Aktienmarkt angelegt werden, je zur Hälfte getragen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Erstmals sollen auch Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Pensionsversicherung einzahlen, ausgenommen sind berufsständisch abgesicherte Selbstständige. [Quelle: APA/dpa via Medienberichte, Deutsche Bundesregierung | Grafik: Mehrheit der Österreicher für höheres Pensionsalter]

Selektive Agenda:

Heute, Luxemburg: EU-Ministerrat „Agrar- und Fischerei“ (bis 23.6.) [Info]

Heute, Peking: Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in China (bis 25.6.)

16:00 Uhr, Luxemburg: Die EU-Kommission veröffentlicht die Vorabschätzung zum „Verbrauchervertrauen Eurozone Juni“

19:00 Uhr, Dallas: 2. WM-Spieltag für Österreich, gegen Argentinien

Wochenvorschau

Am Montag kommt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig mit seinen Amtskollegen in Luxemburg zum EU-Ministerrat „Agrar- und Fischerei“ zusammen. Die EU-Kommission veröffentlicht ihre Vorabschätzung zum „Verbrauchervertrauen Eurozone Juni“. Um 19:00 Uhr spielt Österreich gegen Argentinien.

Am Dienstag findet ein Gipfeltreffen der Visegrad-Gruppe mit möglichen zukünftigen Mitgliedstaaten wie Österreich in Budapest statt. Der Europäische Autoherstellerverband ACEA präsentiert die „Pkw-Neuzulassungen Mai“, S&P Global veröffentlicht den „Einkaufsmanagerindex Juni“ für das verarbeitende Gewerbe sowie Dienstleistungen in der EU und Eurozone.

Am Mittwoch tagt der Ministerrat. Die EU-Kommission stellt Pläne für eine einfachere Besteuerung und für Vorschriften zu Energieprodukten vor. Die Statistik Austria veröffentlicht ihren Bericht „Digitalisierung in Unternehmen 2025“.

Am Donnerstag findet eine Sitzung des WKÖ-Wirtschaftsparlaments statt, zudem endet der Tiroler Vorsitz im Bundesrat. Auf europäischer Ebene tagt der EU-Ministerrat zum Thema Umwelt. Wifo und IHS veröffentlichen ihre Sommerprognosen zur Konjunktur 2026 und 2027.

Am Freitag findet ein Expertenhearing im Budgetausschuss zum Doppelbudget 2027/28 statt. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner wird zum EU-Ministerrat „Energie“ erwartet. Die Statistik Austria veröffentlicht die Berichte „Urlaubseuro 2026“, „Tourismusparitäten 2026“ sowie die Zahlen zum Tourismus im Mai. Die UniCredit Bank Austria veröffentlicht ihren „Einkaufsmanagerindex Juni“.

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link wechselt jeden Freitag.

Selektives Networking:

Jobwechsel und Karriereschritte: Angela Bachmann ist neue Holcim-Chefin für Österreich und Zentraleuropa. Der Vorstand der Österreichischen Energieagentur (AEA) hat Franz Angerer für eine weitere Funktionsperiode als Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur wiederbestellt. Die EU-Kommission beruft die AIT-Expertin Krisztina Rozgonyi in das AI Act Advisory Forum. Christoph Schmidt ist der Präsident des neu gegründeten „Bundesverband Energiespeicher“. Viktoria Kudrna ist die neue ÖH-Vorsitzende.

Geburtstage: Wir gratulieren Klaus Maria Brandauer zum Geburtstag.

Sehen & gesehen werden:

9:15 Uhr, Wien: Veranstaltung der OeNB und der EIB zu „Trade Policy beyond the Inflection Point: Economic Implications for Austria“ in der OeNB u. a. mit Martin Kocher, Karl Nehammer und Marie-Valerie Brunner [Info]

16:00 Uhr, Wien: Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien an Christian Ludwig Attersee im Rathaus [invite only]

17:30 Uhr, Wien: Diskussion „Europa Club Wien: Das Ende der Bequemlichkeit – Wer schützt Europa?“ im Haus der Europäischen Union u. a. mit Walter Feichtinger, Arnold Kammel, Loïc Simonet und Stephanie Fenkart [Info]

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