Rudolf Schrefl ist Chief Executive Officer (CEO) bei Drei Österreich © Ludwig Schedl APA / Montage: Selektiv
Rudolf Schrefl ist Chief Executive Officer (CEO) bei Drei Österreich © Ludwig Schedl APA / Montage: Selektiv
Interview

Drei-CEO Schrefl: „Investoren fragen sich, warum sie in Österreich investieren sollen“

Drei-CEO Rudolf Schrefl sieht die eigentliche Herausforderung der österreichischen Telekom-Branche in stagnierenden Umsätzen bei kontinuierlich steigenden Kosten – Letztere getrieben u. a. von Arbeits-, Energie- und Mietkosten. Hinzu komme der intensive Wettbewerb, insbesondere durch die Discount-Marken, die laut Schrefl mittlerweile rund ein Viertel des Marktes ausmachen. Zwar investiere die Branche jährlich rund 900 Mio. Euro und sei „die einzige Industrie im Warenkorb, die tatsächlich inflationshemmend wirkt“ – Investoren fragten sich aber zunehmend, warum sie in Österreich investieren sollen, wenn die Erträge immer unsicherer würden. Im Interview spricht Schrefl außerdem u. a. über die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes als möglichen Hebel für Investitionsanreize, föderal unterschiedliche Genehmigungsverfahren beim Netzausbau, die Lücke zwischen Glasfaser-Verfügbarkeit und tatsächlicher Nutzung, den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Drei sowie das Verhältnis europäischer Telekom-Unternehmen zu Big-Tech-Konzernen.

Österreich hat die vierthöchsten Arbeitskosten der OECD und seit 2022 anhaltend hohe Energiepreise. Wie beeinflusst diese Situation das Geschäft von Drei Österreich?

Rudolf Schrefl: Das ist eine riesige Herausforderung für die Telekom-Unternehmen. Wir sind sehr energieintensiv, werden aber bei den Förderprogrammen der Regierung meist nicht berücksichtigt, weil wir andere Anforderungen an den Energieverbrauch haben. Wir sind keine klassische Schwerindustrie mit einem zentralen Energiepunkt, sondern über ganz Österreich verteilt mit 6.000 bis 7.000 Mobilfunk-Standorten und Rechenzentren, die alle Energie konsumieren.

Die eigentliche Herausforderung der Telekom-Industrie in Österreich ist aber, dass die Umsätze stagnieren. Die Umsatzerlöse nach oben zu bringen, wird zunehmend schwierig, während die Kosten ganz von allein steigen: durch Arbeitskosten, jährliche Kollektivvertragsverhandlungen, hohe Energiekosten und indexabhängige Mietkosten an unseren Standorten.

Wir haben also kontinuierliche Kostensteigerungen und ein schwaches Umsatzwachstum. Das hat mehrere Gründe: nicht nur den intensiven Wettbewerb zwischen den Mobilfunkbetreibern, sondern auch die Attraktivität der Preise und die zunehmende Kraft der Discount-Marken, die nach unserer Einschätzung mittlerweile rund ein Viertel des Marktes für sich gewinnen konnten. Diese Faktoren wirken auf die Wirtschaftlichkeit und Ertragsstärke – und damit direkt auf unsere Investitionskraft.

Entweder schaffen wir einen rechtssicheren Rahmen, oder wir schneiden die Regulierung zurück.

Rudolf Schrefl

Wenn Sie auf das Doppelbudget 2027/28 schauen: Was muss die Politik liefern, damit der Standort für infrastrukturintensive Unternehmen wie Drei attraktiv bleibt?

Das Budget ist wahrscheinlich weniger der Weg, über den die Regierung den Investitionsstandort für uns attraktiver machen kann. Viel wichtiger wäre es, die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes zu nutzen, um Investitionsanreize zu setzen.

Die Branche steht durch mehrere Faktoren kontinuierlich unter Druck. Wir sind sehr stark reguliert: Alle AGB-Änderungen, Einzelgebühren und Tarife müssen wir vorher durch den Regulator prüfen lassen. Bei unserer letzten großen Tarifinnovation, der Handyfreiheit, mussten wir mehrere Wochen mit dem Regulator Lösungen für aus unserer Sicht bürokratische Hürden strukturieren – ein irrsinniger Aufwand. Und obwohl wir durch diese Vorabregulierung mit Rechtssicherheit rechnen müssten, sind wir laufend mit Klagen der Arbeiterkammer, des VKI oder von Prozessfinanzierern konfrontiert – Stichwort Servicepauschale, Einzelgebühren – und stehen unter dem Damoklesschwert riesiger Rückzahlungen. Das verunsichert unsere Investoren stark.

Für uns wäre die Forderung klar: Entweder schaffen wir einen rechtssicheren Rahmen, oder wir schneiden die Regulierung zurück. Bei wenig Regulierung müssen wir als Unternehmen mehr Risiko nehmen – fair enough, das können wir. Aber in Österreich ist es leider beides: hoch reguliert und keine Rechtssicherheit. Das wäre ein Punkt, den man in der TKG-Novellierung sehr gut adressieren könnte. Wir stehen ja auch im konzerninternen Wettbewerb um Investitionen. CKH ist ein Mischkonzern, und wir konkurrieren mit anderen Sparten. Dieselbe Herausforderung haben A1 oder Magenta, die im Wettbewerb mit anderen Ländern stehen.

Ein zweites großes Thema sind die hohen Hürden beim Ausbau. Wir haben in jedem Bundesland faktisch andere Ausbauregelungen. Bei uns in Österreich kostet der Glasfaseranschluss eines Hauses 1.500 bis 2.000 Euro, manchmal mehr. In Spanien, Irland und vielen anderen Ländern kostet das nicht einmal 200 Euro, weil dort sehr viel oberirdisch verlegt wird. Wir hätten genug Masten mit Stromverkabelung, an die man problemlos eine Glasfaser dranhängen könnte. Wenn es erlaubt wäre.

Auch im Mobilfunk: In manchen Bundesländern geht der 5G-Ausbau schnell voran, in anderen dauern die Verfahren zwei bis drei Jahre. Das ist widersprüchlich, weil wir Frequenzen ersteigern – mit Ausbauverpflichtungen und potenziellen Strafen –, aber dann keine Genehmigungen bekommen, in genau diesen Gemeinden auszubauen.

Bei den Genehmigungsverfahren bräuchten wir dringend Digitalisierung. In manchen Gemeinden geht wirklich nur Papier – bei uns laufen die Leute herum und suchen den A0-Plotter, den wir genau für diese Fälle noch haben. Das gehört digitalisiert und auf Bezirksebene zentralisiert. Außerdem könnten wir die Genehmigungsfiktion aus dem europäischen Regelwerk nutzen: Wenn innerhalb von acht Wochen kein Einspruch kommt, gilt die Genehmigung als erteilt.

Die Telekom-Branche hat in Österreich so viele Jobs geschaffen, wie Villach in Kärnten Einwohner hat, und generiert eine Wertschöpfung von rund elf Milliarden Euro. Jedes Jahr werden insgesamt rund 900 Millionen Euro investiert. Und das, obwohl die Telekommunikation die einzige Industrie im Warenkorb ist, die tatsächlich inflationshemmend wirkt. Trotzdem fragen sich unsere Investoren zunehmend, warum sie in Österreich investieren sollen, wenn die Erträge immer unsicherer und risikobehafteter werden.

Österreich liegt beim Glasfaseranteil mit rund 13,6 % OECD-weit auf dem vorletzten Platz – obwohl die Verfügbarkeit bei rund 58 % liegt. Wie erklären Sie diese Lücke zwischen Ausbau und tatsächlicher Nutzung?

Da sind wir ein bisschen mitschuld, denn Drei in Österreich konzentriert sich stark auf den mobilen Internetausbau. Wir haben heute schon mehr als 95 Prozent aller Haushalte mit 5G erreicht – und nicht nur 5G non-standalone, sondern auch standalone. Damit können wir gerade beim Internet für zu Hause sehr hohe Qualitäten liefern, ohne dass man die Straßen aufreißen muss.

Der zweite Aspekt: Die Förderprogramme wurden über viele Jahre für das Vergraben der Infrastruktur vergeben. Wir sagen seit ein paar Jahren, dass die Förderprogramme jetzt auf das Abrufen der Infrastruktur ausgerichtet werden sollten. Es geht ja immer um Angebot und Nachfrage. Wir hätten jetzt schon ein Angebot von rund 58 bis 60 Prozent, aber die Nachfrage wird nicht angekurbelt. Man könnte die Förderprogramme so ausrichten, wie man es bei Wärmepumpen oder Solarenergie macht, damit Haushalte sagen: Diese 400, 500, 1.000 oder 1.500 Euro für die letzte Meile nehme ich jetzt in die Hand.

Drei hat eine Mobile-First-Strategie, aber wenn ein Kunde Glasfaser braucht – und das wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren in diese Richtung entwickeln –, haben wir über unsere Reselling-Abkommen mit A1, ÖGiG, NÖGiG, Breitband Oberösterreich und vielen mehr die Möglichkeit, unsere Kunden direkt umzustellen.

Bei den Kunden ist hängen geblieben: Die letzte Meile kostet viel Geld, also gehe ich zu einem Mobilfunker, hole mir einen Würfel für zu Hause, stecke ihn an und habe damit eine breitbandige Internetverbindung. Ich selbst habe darüber 500 bis 600 MBit Download und 150 MBit Upload – Bandbreiten, die kein Haushalt wirklich braucht. Heute kommt jeder Haushalt mit 100 bis 150 MBit locker aus, und dann fragen sich die Kunden: Wofür brauche ich denn Glasfaser?

Das ist auch gefährlich. Wenn 58 Prozent der Infrastruktur schon im Boden liegen, gehen diese Investitionscases bei einer Take-up-Rate von 15 bis 20 Prozent nicht auf. 

Die „Industriestrategie 2035″ sieht eine Stärkung der digitalen Souveränität in Europa vor. Wie definieren Sie digitale Souveränität – und welche Rolle nehmen private Telekommunikationsanbieter in diesem strategischen Konzept ein?

Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten wie diesen, muss Europa eine klare Position entwickeln. Die muss nicht heißen, dass wir alle eigenen Datacenters bauen oder eigene Digitalunternehmen aufstellen, die Microsoft ersetzen können.

Digitale Souveränität muss aus meiner Sicht so interpretiert werden, dass wir die Wahlmöglichkeit haben: dass wir unsere Daten jederzeit von einem Cloud-Anbieter zum nächsten transportieren können und dass die Lösungen so gebaut sind, dass wir im Tagesgeschäft keine Abhängigkeiten haben. Es geht aber natürlich auch darum, mehr Infrastruktur in Europa und in Österreich selbst zu betreiben. Wir bei Drei haben zwei große Datacenters, in denen wir unsere wichtigsten Core-Systeme redundant vor Angriffen schützen. Bei Themen wie KI oder Storage-Lösungen nehmen wir auch Cloud-Services in Anspruch.

Telekommunikationsunternehmen müssen diese Gatekeeping-Funktion für ihre Kunden übernehmen – gerade was Sicherheit betrifft. Wir haben ein eigenes Security Operation Center und tauschen uns in der Gruppe regelmäßig aus. Vieles läuft aber auch über Kooperation. Wir werden in Europa nicht alles selbst erfinden. Aber wir müssen unabhängig werden in der Wahlmöglichkeit – und dürfen nicht in die Falle tappen, die Abhängigkeit nur in eine Richtung zu erhöhen.

Sie sprachen Ende 2025 von einem intensiven Preiskampf in der Branche. Wie hat sich die Wettbewerbssituation seitdem entwickelt – und wie positioniert sich Drei im Spannungsfeld zwischen attraktiven Kundenpreisen und hohen Netzinvestitionen?

Wir haben in diesem intensiven Preiskampf eigene Werkzeuge entwickelt, um Schritt halten zu können. 

Wir haben festgestellt, dass wir trotz unserer Anstrengungen – wir haben mit Spusu und Mass Response auch große MVNOs (Mobile Virtual Network Operator) am Netz – innerhalb des Discount-Segments noch keinen wirklich fairen Anteil der Wertschöpfung in Österreich generieren konnten. Deswegen adressieren wir mit tiefpreisigen Angeboten eine sehr junge, digitale und kostenbewusste Zielgruppe.

Wenn man auf die Kernprodukte von A1, Drei und Magenta schaut, sehen wir extrem günstige Preisniveaus bei sehr hoher Qualität. Genau das ist die Gefahr: Mit den Hürden, die uns in den Weg gelegt werden, kommen wir unter Druck. Wir können hohe Qualität liefern, beste Preisniveaus halten und gleichzeitig hohe Investitionen tätigen – aber nur mit den richtigen Rahmenbedingungen, vor allem über die TKG-Novelle.

Drei hat 2025 einen Stellenabbau angekündigt. Wie hat sich das entwickelt – und wie verbindet das Unternehmen Effizienzsteigerungen mit der Sicherung von Arbeitsplätzen in Österreich?

Wir haben keine Stellen abgebaut, wir haben sie angekündigt. Wir haben eine Voranmeldung beim AMS gemacht, weil durch inflationsbedingte und kollektivvertraglich bedingte Anpassungen unsere Kosten in die falsche Richtung gegangen wären.

Wir haben dann gemeinsam mit dem Eigentümer entschieden, den Abbau nicht im angekündigten Umfang durchzuführen, weil wir andere Wege gefunden haben, Kosten zu optimieren, ohne dass sich das auf das Preisniveau auswirkt. Unser EBITDA ist auf einem stabilen Niveau zum Vorjahr gelandet.

Umsatzwachstum ist sehr schwierig, die Kosten steigen, und das EBITDA kann man dann nur durch Kosteneinsparungen und durch Verschieben oder Strecken von Investitionen optimieren. Das ist uns im letzten Jahr gelungen, und es ist eine riesige Herausforderung für dieses Jahr. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir auch heuer ohne große strukturelle Maßnahmen ein gutes Geschäftsergebnis liefern können.

Wo setzen Sie bei Drei künstliche Intelligenz ein – in welchen Bereichen?

Wir setzen KI faktisch in fast allen Bereichen ein. Wir haben vorletztes Jahr große Programme initiiert, um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit künstlicher Intelligenz zu konfrontieren – im Sinne von: Das ist ein Werkzeug, mit dem man umgehen lernen muss.

Im Customer Service ist KI schon stark im Einsatz. Wenn Sie heute im Service Center anrufen, musste der Agent früher eine Zusammenfassung des Gesprächs schreiben. Heute passiert das völlig automatisch: Der Agent bekommt die Transkription und Zusammenfassung von der KI, liest kurz darüber und speichert ab. Auch bei Entscheidungen hilft die KI: Sie hat in einem Language-Modell quasi alle Unternehmensinformationen zu Prozessen und historischen Tarifen verfügbar und unterstützt unseren Customer Service oder Shop-Mitarbeiter:innen, die bestmögliche Lösung für den Kunden zu finden.

In den Apps unserer Marken können Kund:innen heute in unterschiedlichen Sprachen betreut werden. Wir erkennen Auffälligkeiten im Netzwerk mit KI-Lösungen. In der IT haben wir die Entwicklungsprozesse modernisiert – Code-Qualität, Testing und Qualitätssicherung werden KI-gestützt verbessert. Das zieht sich durch alle Bereiche: Präsentationen, Prozessdokumentation, Big-Data-Analytics – alles passiert immer stärker mit KI.

In Österreich sind wir sehr risikoorientiert und nicht chancenorientiert.

Rudolf Schrefl

Welche digitalen Fähigkeiten müssen Mitarbeitende heute mitbringen – und wo muss die Bildung ansetzen, von der Schule bis zur Erwachsenenbildung?

Es sind zwei Themen: der kulturelle und der regulatorische Aspekt.

In Österreich versuchen wir Dinge zu regulieren, bevor wir voll verstehen, welche Potenziale damit entstehen. Wir sollten zuerst den Rahmen schaffen, dass man Dinge ausprobieren kann, und nicht ex ante regulieren, sondern ex post – wenn Grenzen überschritten oder Risiken sichtbar werden. Diese Vorab-Regulierung verursacht riesige Aufwände im Unternehmen. In jedem Fachbereich gibt es einen so aufwändigen Prozess, KI-Lösungen zu testen, dass sich das in der Kultur verankert: Mitarbeiterinnen sagen sich dann, bevor ich diesen Prozess durchlaufe, mache ich es lieber manuell.

Der zweite Aspekt ist die Kultur. In Österreich sind wir sehr risikoorientiert und nicht chancenorientiert. Wir versuchen, Bewusstsein zu schaffen: Nicht der Mitarbeiter wird durch eine KI ersetzt, sondern der Mitarbeiter, der mit dem Werkzeug KI nicht umgehen will oder kann, wird wahrscheinlich ersetzt. Wir brauchen Mitarbeiter:innen, die diese digitalen Lösungen mit uns weiterentwickeln.

Bei der Bildung sieht man in den Schulen, dass oft davon gesprochen wird, KI herauszuhalten. Das ist der völlig falsche Weg. Wir müssen lernen, wo KI sinnvoll ist, wo Grenzen entstehen, und Schülerinnen und Schülern zeigen, wie man mit Fakten umgeht und wie man diese von Fake News unterscheiden kann. Je früher man das erlernt, desto besser.

Tech-Konzerne wie Google oder Microsoft gelten als agiler, anpassbarer und profitabler als klassische Telekommunikationsunternehmen. Was kann die Telekom-Branche von ihnen lernen – und wo hinkt der Vergleich?

Ich fange dort an, wo der Vergleich hinkt. Diese Tech-Konzerne stehen unter völlig anderen Regulatorien als Telekommunikationsunternehmen.

Ein Beispiel: Wir Telekoms müssen Daten, die wir selbst haben, teilweise bei Google einkaufen, um Vermarktungsinformationen daraus aggregieren zu können. Wir sind nicht nur durch das Datenschutzgesetz eingeschränkt, sondern zusätzlich durch das Telekommunikationsgesetz. Man muss also ein Level Playing Field herstellen: Wir sollten dasselbe tun dürfen wie diese Tech-Konzerne, ohne zusätzliche Hürden überwinden zu müssen.

Das zweite Thema: Wir sind als Telekommunikation der Wegbereiter für die Digitalisierung. Die Dienste von Google, Amazon und Microsoft funktionieren nur mit extrem performanten Datennetzen – und die kommen von uns. Die Tech-Konzerne ziehen die Wertschöpfung eins zu eins aus Österreich ab und nutzen sie in steuerschonenden Konstruktionen für Aktionärsausschüttungen, ohne Rücksicht darauf, welche Anforderungen sie an Kapazitäten und Qualitäten in den Netzen verursachen.

Nehmen Sie Netflix: Früher haben wir in HD geschaut, heute in 4K, bald in 8K. Das fordert die Netze und löst zusätzliche Investitionen aus. Wird Netflix mitinvestieren? Derzeit nein. In den USA gibt es diese Diskussion schon. In Europa werden wir durch das Thema Netzneutralität von vielen Möglichkeiten abgehalten – bei uns muss jedes Bit und jedes Byte gleich behandelt werden. Da gäbe es Möglichkeiten, über die Regulatoren den Telekom-Unternehmen Spielraum zu geben, differenzierter zu reagieren.

Nichtsdestotrotz kooperieren wir und lernen von ihnen. Wir haben einen engen Austausch mit Microsoft, arbeiten eng mit Amazon im Bereich Cloud zusammen und kooperieren weltweit mit Nvidia und allen relevanten Playern – damit wir auf Augenhöhe unsere Kunden mit hochwertigen Diensten bedienen können.