Weekender ・ 12.09.2026

Weekender, 12. September 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel, Stephan Frank und Maximilian Kern – wir melden uns aus Wien.

Editor’s Note: Hoffentlich macht der Witz mit der Klimaneutralität nicht Schule
von Sara Grasel

Sara Grasel Illustration

Nach jahrelangem Schulterzucken konnte es jetzt nicht schnell genug gehen mit dem Klimagesetz. Grund dafür war nicht etwa die steigende Sorge, dass massive Dürre zum neuen Normal werden könnte – es war ein politischer Abtausch für die Symptombehandlung in der Landwirtschaft. Letzteres war für die ÖVP unabdingbar, ersteres der SPÖ ein Herzensanliegen. Wir haben uns längst an diese Art der Politik gewöhnt. Wenn man sich aber dieses Klimagesetz, das diese Woche im Ministerrat beschlossen wurde, genau ansieht, hat die ÖVP offenbar sogar den umstrittensten Punkt hinausverhandelt: die Klimaneutralität 2040.

Die steht da zwar so irgendwie drinnen, bleibt im Gesetz aber ein Lippenbekenntnis. Das Klimagesetz verankert lediglich die EU-Vorgaben rechtlich bindend: Senkung der Treibhausgasemissionen in der Union von 90 Prozent bis 2040 – und eben nicht von 100 Prozent, wie von den Grünen und der SPÖ gewünscht. Die Klimaneutralität 2040 steht da zwar ebenfalls drinnen, aber eher als Wunschziel, falls es sich (zufällig?) ausgeht. Das ist auch dem Kontext-Institut aufgefallen, das die verfrühte Klimaneutralität Österreichs in dem Gesetz als „dekorative Prosa“ bezeichnet. Das ÖVP-geführte Wirtschaftsministerium macht da kaum einen Hehl daraus: „Nur wenn es die Wettbewerbsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze zulassen, können etwaige Ambitionen über dieses Ziel hinaus – zu denen wir uns bekennen – verfolgt werden“, heißt es auf Nachfrage von Selektiv. Für das 2040-er-Ziel soll ein Klimafahrplan gestaltet werden, der Ende 2027 vorliegen soll – aber, wer weiß, bis dahin vergeht noch viel Zeit.

Das ist doch ein Witz, denken sich die Anhänger der (sinnlosen) verfrühten Klimaneutralität. Kann man diesen Witz mit 2040 dann nicht gleich bleiben lassen, fragen sich die Gegner. Ist vielleicht das die neue Politik in der Koalition: Ich will etwas durchbringen, also muss ich ein Zugeständnis machen, das ich hasse und deshalb zu einem leeren Lippenbekenntnis ausgestalte? In diesem Fall mögen WKÖ und IV hinter vorgehaltener Hand jubeln (offiziell tun sie es jedenfalls nicht). Das Prinzip kann aber natürlich auch nach hinten los gehen und wer will schon ein Lippenbekenntnis statt eines Industriestrompreises oder zahnlose Anpassungen im Sicherheitsexportgesetz?

Schreiben Sie mir: sara.grasel@selektiv.at

News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:

🇦🇹 Österreich einziges EU-Land mit BIP-Rückgang im 2. Quartal. Während die Wirtschaft in der Eurozone im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,6 % und in der EU um 0,7 % gewachsen ist, verzeichnete Österreich als einziges Land einen Rückgang (-0,1 %). Die Oesterreichische Nationalbank hat deshalb ihre Wirtschaftsprognose für 2026 von 0,6 % auf 0,5 % gesenkt. Ein stärkeres 2. Halbjahr 2026 soll aber die Ausgangsbasis für höheres Wirtschaftswachstum im Jahr 2027 bilden. Dann soll die heimische Wirtschaft um 1,3 % wachsen, um 0,2 Prozentpunkte stärker als bisher prognostiziert. „Die Erholung gewinnt 2027 spürbar an Stärke“, so OeNB-Gouverneur Martin Kocher. Auch Wifo-Chef Gabriel Felbermayr erwartet trotz des kurzfristigen BIP-Rückgangs eine baldige „Trendwende“ – das Minus im 2. Quartal sei durch einen statistischen Sondereffekt zu erklären. [Quellen: OeNB – Pressekonferenz, Aussendung, Eurostat, Wifo, Felbermayr im Selektiv-Interview | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger und Stephan Frank] 

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 Wifo soll Bonus-Malus-System ausarbeiten. Der Österreichische Seniorenrat lässt vom Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo ein Bonus-Malus-System zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer erstellen. Ende des Jahres wollen die Seniorenvertreter das System präsentieren und der Regierung vorlegen. Die Unternehmen würden „ihrer Verantwortung nicht gerecht werden“ und ältere Arbeitnehmer abbauen bzw. nicht einstellen, kritisiert PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. Ein konkreter Vorschlag liegt noch nicht vor, eine Option wäre laut Wifo-Ökonomin Christine Mayrhuber, dass Unternehmen mit einem hohen Anteil von über-60-jährigen Beschäftigten weniger Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, jene mit einem niedrigeren Anteil dementsprechend höhere Beiträge. SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann hat sich vor kurzem ebenfalls für ein Bonus-Malus-System ausgesprochen. Arbeiterkammer und ÖGB sehen darin kein „Strafsystem“ sondern einen „fairen Ausgleich“. Die WKÖ verweist darauf, dass die Beschäftigung Älterer derzeit auch ohne Zwang „deutlich zunimmt“. Die IV fürchtet „zusätzliche bürokratische Belastung und Pönalisierung“ und fordert stattdessen die „schrittweise Anhebung der gesetzlichen Altersgrenzen an die demografische Realität“ – ein Bonus-Malus-System könne eine notwendige Pensionsreform nicht ersetzen. [Quellen: APA via Medienberichte, Korosec auf Facebook | Reaktionen: AK, WKÖ, WB, ÖGB, PVÖ, IV | Grafiken: Was die Anhebung des Frauenpensionsalters bringt, Lebenserwartung steigt deutlich schneller als Pensionsantrittsalter]

🇦🇹 PISA: Lesekompetenz weiter gesunken. Bei PISA 2025 ist die Lesekompetenz österreichischer Schüler um 13 Punkte gesunken. Die Ergebnisse in Mathematik fielen um 10 Punkte niedriger aus als 2022. Bei den Naturwissenschaften wurde hingegen ein Anstieg von 6 Punkten verzeichnet. Österreich liegt damit in allen erhobenen Kompetenzfeldern über dem OECD-Schnitt, was aber daran liegt, dass die Leistungen in den anderen OECD-Staaten noch stärker zurückgegangen sind. Bei der Lesekompetenz erreicht unter den europäischen Staaten nur noch Irland den ursprünglichen Mittelwert von 500 Punkten. Österreich liegt mit 467 Punkten hinter Finnland (474), der Türkei (472) und der Schweiz (470), aber vor Deutschland (465). „Besonders besorgniserregend ist der Rückgang gerade jener Kompetenzen, auf die es im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz besonders ankommt: Informationen bewerten, Bezüge zwischen verschiedenen Quellen herstellen und das Gelesene kritisch hinterfragen“, so Andreas Schleicher, Leiter der OECD-Direktion Bildung und Kompetenzen. [Quelle: OECD, PISA 2025 – Englisch (voller Report), Deutsch (auszugsweise Übersetzung) | Reaktionen: SPÖ, FPÖ, Grüne, WKÖ, IV, AK | Grafik: Österreichs PISA-Ergebnisse mit Licht und Schatten]

💡 Mehr als ein Viertel der Schüler hat nicht-deutsche Umgangssprache. Der Anteil der Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache in Österreich ist seit dem Schuljahr 2006/07 um über 10 Prozentpunkte auf 26 % gestiegen. In Wien hat rund die Hälfte der Schüler eine andere Umgangssprache als Deutsch, in Favoriten sind es fast drei Viertel. Kärnten verzeichnet im Bundesländervergleich mit 16,8 % den niedrigsten Anteil. Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch sind die häufigsten nicht-deutschen Erstsprachen, dahinter folgen Arabisch, Rumänisch und Albanisch. ​​Der Anteil der Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache variiert nach Schultyp, am höchsten ist er an Sonderschulen (44,6 %), Polytechnischen Schulen (41,5 %) und Mittelschulen (34,9 %), am geringsten an BHS (15,4 %) und Berufsschulen (11,3 %). [Quelle: ÖIF | Grafik von Stephan Frank]

🇦🇹 Nationalrat: Sondersitzung am 14. September. Auf Verlangen der Grünen findet am Montag, den 14. September, eine außerordentliche Sitzung des Nationalrates zum Thema Klima- und Hitzeschutz statt. Die Grünen kritisieren u. a. die angekündigte Version des Klimagesetzes sowie nicht vorliegende Hitzeschutzmaßnahmen. Grünen-Chefin Leonore Gewessler fordert Antworten des Bundeskanzlers Christian Stocker in der Sondersitzung. Nach Informationen des Pressedienstes der Parlamentsdirektion lässt er sich jedoch durch Staatssekretär Alexander Pröll vertreten. [Quellen: Parlament, Die Grünen, APA via Medienberichte]

🇦🇹 🌐 Energiepreis-Update – Öl bleibt über 100 Dollar. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im November ist im Verlauf der Woche um gut 7 % auf über 104 US-Dollar gestiegen. Der Gaspreis laut des für die EU richtungsweisenden Terminkontrakts für Oktober hält das Niveau von rund 80 Euro/MWh – ein Anstieg um rund 10 % seit Montag. Die mittleren Treibstoffpreise lagen gestern bei 2,194 Euro für Diesel (+2,8 % seit Montag) und 1,914 Euro für Benzin (-0,7 % seit Montag). Energie-Experte Walter Boltz erwartet einen weiteren Anstieg der Preise um 20 bis 30 %. Ein Benzinpreis von über 2 Euro und ein Dieselpreis von über 2,50 Euro würden ihn „nicht überraschen“. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis, Boltz in der ZIB 2 | Reaktionen: Die Grünen]

🇦🇹 Stocker kündigt „Herbst der Ergebnisse“ an. Der kommende Herbst soll der „Herbst der Ergebnisse“ werden, so Bundeskanzler Christian Stocker am Dienstag. Anfangen soll dieser mit dem Nationalratsbeschluss der Dürrehilfen in den nächsten Plenarsitzungen am 23. und 24. September. Ebenso geplant ist die Verabschiedung der Aktivpension, die ab 1. Jänner 2027 gelten soll. Zudem soll das Klimagesetz in Begutachtung geschickt werden, das Verbot von Carbon Capture and Storage (CCS) aufgehoben und UVP-Genehmigungsverfahren vereinfacht werden. Über das Zukunftsdepot werde weiter verhandelt. Für die Wettbewerbsfähigkeit sei ein schwacher Kapitalmarkt das größte Hemmnis, so Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger. Sie legt den Fokus v. a. auf Fortschritte bei der Entbürokratisierung sowie die Umsetzung bildungspolitischer Reformen im Zuge der Reformpartnerschaft. Es müsse die Wettbewerbsfähigkeit erhöht und Unternehmen dabei geholfen werden, erfolgreich zu sein, so Meinl-Reisinger. [Quellen: Doorstep, BKA, Sitzungen des Nationalrats | Reaktionen: SPÖ, FPÖ | Grafik: CO2-Neutralität 2040: Der Preis des Alleingangs]

🇦🇹 Förderagenturen werden auf Schlüsseltechnologien und „Made in Europe“ ausgerichtet. Die Förderagenturen Aws, FFG, ABA und die CDG sollen ihre Förderungen künftig „konsequent“ an den Schlüsseltechnologien der Industriestrategie und am Prinzip „Made in Europe“ ausrichten. Bei größeren Investitionszuschüssen sind dazu verbindliche Standortzusagen vorgesehen. Ziel des von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Infrastrukturminister Peter Hanke vorgestellten „Agenturen Leitbild 2030“ ist es, Forschungsergebnisse schneller in die wirtschaftliche Anwendung zu bringen. Bisher investiert Österreich vergleichsweise viel in Forschung und Entwicklung, fällt beim Output jedoch hinter andere Länder zurück. Zugleich soll der Service der Agenturen verbessert werden. Dafür wird u. a. mit „Business Austria“ eine zentrale Anlaufstelle für alle Agenturen geschaffen. Eine gemeinsame Datengrundlage soll zudem sicherstellen, dass ein Antrag nur einmal gestellt werden muss. Im Rahmen des FTI-Pakts stehen dafür zwischen 2027 und 2029 insgesamt 2,341 Mrd. Euro zur Verfügung – davon 1,7 Mrd. Euro aus dem Infrastrukturministerium und 641 Mio. Euro aus dem Wirtschaftsministerium. [Quellen: Pressekonferenz, BMWET/BMIMI | Reaktionen: IV, WKÖ, ÖGB | Grafik: Hohe Forschungsausgaben, magere Innovationsbilanz | Service: Industriestrategie 2035, FTI-Pakt, Industriestrategiebarometer]

🇦🇹 Lkw-Maut im Burgenland abgesagt. Die für 2027 geplante Lkw-Maut auf drei burgenländischen Landesstraßen kommt doch nicht. Land und Wirtschaftskammer haben sich auf alternative Maßnahmen geeinigt, um Maut-Ausweichverkehr durch Ortsgebiete und das untergeordnete Straßennetz zu unterbinden. „Wir haben eine sehr gute Lösung für die regionale Wirtschaft gefunden, die gleichzeitig auch Entlastung für die vom Transitverkehr betroffenen Bürgerinnen und Bürger bringt“, so Andreas Wirth, Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland. Auch dem niederösterreichische Landeshauptfrau-Stellvertreter und Verkehrslandesrat Udo Landbauer begrüßt das Ende des „Irrwegs“. Die Industriellenvereinigung Burgenland zeigt sich über die Absage der geplanten Lkw-Maut „erfreut“, will für eine abschließende Beurteilung aber noch die konkreten Verordnungen abwarten. Auch wünscht man sich, früher in Entscheidungen eingebunden zu werden: „Ein frühzeitiger und ehrlicher Dialog hilft, praktische Auswirkungen rechtzeitig zu erkennen, bessere Lösungen zu entwickeln und unnötigen Aufwand auf allen Seiten zu vermeiden“, so Christian Strasser, Präsident der IV Burgenland. [Quelle: Land Burgenland | Reaktionen: WKÖ/Klacska, WKÖ/Danninger, Büro Landbauer, IV Burgenland]

🇪🇺 EU-Kommission schlägt neue Vergaberegeln vor. Die EU-Kommission hat einen Vorschlag für eine neue Verordnung zur öffentlichen Auftragsvergabe vorgelegt. Diese soll die bisher bestehenden 3 Richtlinien sowie vergaberechtliche Bestimmungen in einer einzigen Verordnung zusammenführen. Zudem ist ein gemeinsamer digitaler Beschaffungsmarktplatz vorgesehen, der die Vergabeplattformen der Mitgliedstaaten verbindet. Unternehmen sollen darüber EU-weit Angebote abgeben können, ohne dieselben Nachweise mehrfach einzureichen („Once-only Prinzip“). Neu ist auch ein Rahmen für eine „europäische Präferenz“: Er soll festlegen, welche Anbieter und Produkte unter die internationalen Beschaffungsverpflichtungen der EU fallen. Insgesamt soll die Reform jährlich 650 Mio. Euro an Verwaltungskosten sparen, 570 Mio. Euro bei den Unternehmen und 80 Mio. Euro bei den öffentlichen Auftraggebern. BusinessEurope-Generaldirektor Markus Beyrer sieht in dem Vorschlag einen positiven Schritt, hält aber auch fest, dass „das öffentliche Beschaffungswesen kein Allheilmittel für die strategischen Herausforderungen ist, vor denen Europa steht.“ Der Fokus müsse auf der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Binnenmarkts liegen. [Quellen: EU-Kommission – Aussendung, Verordnungsentwurf | Reaktionen: SPÖ, ÖGB, AK, BusinessEurope]

🇪🇺 EU-Kommission schlägt „European Innovation Act“ vor. Die EU-Kommission hat mit dem „European Innovation Act“ einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der innovativen Unternehmen das Wachstum und die Kapitalaufnahme in Europa erleichtern soll. Vorgesehen sind u. a. ein gemeinsamer EU-Rahmen zur Bewertung von geistigem Eigentum, ein digitaler Marktplatz für dessen Handel sowie ein einheitliches Verfahren für die Beschaffung von Forschung und Entwicklung. Laut Kommission sollen dadurch jährlich bis zu 10,2 Mrd. Euro an zusätzlicher Finanzierung sowie zusätzliche Unternehmensgewinne von 25,92 Mrd. Euro entstehen. [Quelle: EU-Kommission – Aussendung, Q&A, Factsheet]

🇺🇸 🇨🇦 USA verhängen Einfuhrverbot für kanadische Waren. Ab dem 29. September 2026 dürfen bestimmte kanadische Milchprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder nicht mehr in die USA eingeführt werden. Laut US-Regierung ist das eine Reaktion auf kanadische Gegenzölle auf US-Exporte im Wert von rund 20 Mrd. Dollar, die seit Montag in Kraft sind. Zusätzlich wies Donald Trump die Beschaffungsbehörde GSA an, kanadische Produkte im Wert von 50 Mrd. Dollar von den Einkaufslisten des Bundes zu streichen. Um die Folgen für US-Konsumenten zu minimieren, sollen Zölle u. a. auf Zement und Steinsalz gestrichen werden. [Quelle: The White House; Donald Trump via Truth Social]

Neue Daten und Fakten:

🇪🇺 Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinssätze um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Der Zinssatz für die Einlagefazilität steigt damit ab 16. September auf 2,50 %, jener der Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 2,65 % und jener für die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 2,90 %. [Quellen: EZB – Presseaussendung, Pressekonferenz]

🇦🇹 Im August wurden in Österreich 572 Gigawattstunden (GWh) Strom aus Windkraftanlagen erzeugt, ein neuer Rekord. In den ersten 8 Monaten des Jahres wurden insgesamt 5,8 Terawattstunden (TWh) Strom aus Windkraft erzeugt, ein Anstieg um 4,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. [Quellen: IG Windkraft, Florian Maringer]

🇦🇹 Die Großhandelspreise lagen im August um 8,2 % über dem Vorjahreswert, gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,9 %. [Quelle: Statistik Austria | Grafik: Inflation in Österreich fällt unter Euroraum-Schnitt]

🇦🇹 Vor 25 Jahren wurde in Österreich der Strommarkt liberalisiert. Eine Erhebung der Österreichischen Energieagentur (AEA) zeigt, dass die Strompreise dadurch um durchschnittlich 16,3 % gesunken sind und sich Haushalte kumuliert 12,7 Mrd. Euro an Stromkosten erspart haben. Bei Nicht-Haushaltskunden fallen die Einsparungen mit 2,5 Mrd. Euro bzw. 2,5 % geringer aus. [Quelle: Oesterreichs Energie]

🇦🇹 Der Produktionsindex für Bau und Industrie lag im Juli um 1,1 % unter dem Vorjahreswert, das ist der erste Rückgang in diesem Jahr. [Quellen: Statistik Austria – Juli, Übersicht]

🇦🇹 Im 2. Quartal 2026 lagen die durchschnittlichen Wohnungsmieten inkl. Betriebskosten um 3,3 % über dem Niveau des Vorjahresquartals. Im Quartalsabstand sind die Mieten um 0,4 % gestiegen. Treiber waren die Betriebskosten. [Quelle: Statistik Austria]

🇦🇹 Österreichs Handelsbilanzdefizit vergrößerte sich im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 620 Mio. Euro auf 3,72 Mrd. Euro. Ausschlaggebend war das Defizit im Handel mit Drittstaaten von 4,2 Mrd. Euro, allen voran mit China. [Quelle: Statistik Austria | Reaktion: WKÖ | Grafik: Österreich importiert mehr Waren, als es exportiert]

🇦🇹 🇪🇺 Inflationsbereinigt stieg der Einzelhandelsumsatz im Juli in Österreich gegenüber dem Vorjahresmonat um 2 %, in der Eurozone um 0,6 %. [Quellen: Statistik Austria, Eurostat]

🇪🇺 Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Eurozone stieg im September den 5. Monat in Folge und ließ den Sentix-Konjunkturindex um 4 Punkte auf 5,1 Punkte steigen – den höchsten Wert seit Februar 2022. [Quellen: September, August]

🇦🇹 Im August war fast jedes dritte neu zugelassene Auto ein Elektroauto (28,9 %). Damit nehmen E-Autos erstmals den 1. Rang unter den Neuzulassungen ein. [Quellen: Statistik Austria – Kfz-Statistik, August; ACEA]

🇦🇹 Die Speicherung der 20 TWh umfassenden strategischen Gasreserve kostet künftig 38,75 statt 94 Mio. Euro, ein Rückgang um 59 %. [Quellen: BMWET, AGGM | Reaktion: FPÖ | Service: Wem das Gas in den heimischen Gasspeichern gehört]

Wochenendprogramm:

Meistgelesener Kommentar der Woche. Gerhard Jelinek: So eine Pfeife! Jörg Haider und ein historischer „Was-wäre-wenn“-Moment  [Hier lesen]

Meistgelesenes Interview der Woche. Gabriel Felbermayr: „Die Trendwende bahnt sich an“ [Hier lesen]

Long Read I. Der Pragmaticus: Warum die Dänen Pension besser können [Hier lesen

Long Read II. OeNB Report 2026/24: Verbesserter Konjunkturausblick für 2027 [Hier lesen]

Long Read III. Die Presse: Josef Urschitz Die Gründe für den Vormarsch von Kickl, AfD & Co: It´s the economy, stupid [Hier lesen]

Journal zu Gast. Mit Martha Schultz, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1] 

Pressestunde. Mit Gabriel Felbermayr, Direktor Wirtschaftsforschungsinstitut, Wifo. [Sonntag, 11.05 Uhr, ORF 2]

Hohes Haus. Mit Neos-Mediensprecherin Henrike Brandstötter und Sigrid Maurer Geschäftsführende ​​Klubobfrau des Grünen Parlamentsklubs  [Sonntag, 12:00 Uhr, ORF 2]

Das Gespräch. Zum Thema „Streit um den Islam: Zwischen Integration und Verbot“ u. a. mit Yannick Shetty und Ümit Vural. [Sonntag, 22:00 Uhr, ORF 2] 

Nächste Woche auf der Agenda:

Politik Österreich. Die Woche startet am Montag mit einer Sondersitzung des Nationalrates, die auf Verlangen der Grünen einberufen wurde. Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfängt EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Wien. Am Dienstag empfängt Bundeskanzler Christian Stocker den EU-Ratspräsidenten António Costa in Wien. Am Mittwoch findet der Ministerrat statt.

Politik international. Morgen startet der zweitägige European Arctic Summit im finnischen Rovaniemi. Am Montag findet in Dublin ein informeller EU-Ministerrat zum Thema der Kohäsionspolitik statt, zudem kommt das EU-Parlament nach der Sommerpause in Straßburg erstmals wieder zusammen. Am Dienstag stellt die EU-Kommission ihr Paket für „faire Arbeitnehmermobilität“ vor. Am Mittwochmorgen hält die EU-Kommissionspräsidentin im Plenum des EU-Parlaments die Rede zur Lage der Union, zudem stimmen die Mitglieder des EU-Parlaments darüber ab, ob sie Gerald Loacker als österreichisches Mitglied des Europäischen Rechnungshofs bestätigen. Abends gibt die US-Notenbank Fed ihren Zinsentscheid bekannt. Am Freitag beginnt in Dublin eine zweitägige, informelle Tagung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister.

Daten und Fakten. Am Montag veröffentlicht die Statistik Austria „Demographische Indikatoren 2024 nach Bildung“. Am Dienstag folgen, ebenfalls von der Statistik Austria, Daten zu den Baukosten im August. Die Bank Austria veröffentlicht ihren Konjunkturindikator für den September. Auf EU-Ebene veröffentlicht Eurostat die „EU-Handelsbilanz Juli“, „Stellenangebote 2. Quartal 2026“ und den „Monatlichen Energiebericht Juni 2026“. Außerdem veröffentlicht das ZEW seine Konjunkturerwartungen für September. Am Mittwoch kommen weitere Daten von Eurostat: „Eurozonen-Industrieproduktion Juli“, „Unternehmensgründungen und Insolvenzen Juli“ und den „Arbeitskostenindex 2. Quartal 2026“. Am Donnerstag veröffentlichen die Statistik Austria und Eurostat jeweils die endgültige Inflationsrate im August. Am Freitag folgen Eurostat Daten zum Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtstromerzeugung im 2. Quartal, der Produktion im Baugewerbe im Juli und zur Zahlungsbilanz im Juli.

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.

Selektives Networking:

Aufsteiger und Umsteiger der Woche. August Wöginger wurde mit 95,9 % der Delegiertenstimmen als Vorsitzender des ÖAAB wiedergewählt. Stefan Hutschinski ist neuer Bundesobmann des Fahrzeughandels in der WKÖ. Jean-Yves Krummenacher übernimmt ab November 2026 als General Manager DACH die Geschäftsführung von Danone in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stefan Doboczky verlässt den Borouge-Vorstand und wird ab April 2027 CEO der Schweizer Pharma-Technologie- und Dienstleistungsgruppe Hovione Holding. Borouge International ernennt Roland Janssen zum Chief Commercial Officer. Konstantin Matz ist Referent im Kabinett von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Marc Lange übernimmt ab dem 14. September als CEO die Geschäftsführung der Digitalgesellschaft des Medienhauses „Heute“. Georg Hainzl wird Co-Geschäftsführer. Wolfgang Jansky wechselt mit Jänner 2027 in die „Heute“ Verlag Holding.

Preisträger. BusinessEurope-Generaldirektor und ehemaliger IV-Generalsekretär Markus Beyrer wurde mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Valerie Brugger, Leiterin Marketing, Werbung, Innovation und Digitaler Vertrieb der Wiener Städtische Versicherungs AG wurde in der Kategorie „Finanzen & Telekommunikation“ als „Marketing Leader of the Year“ 2025 ausgezeichnet.

Neuerscheinung. „Der Tag, an dem die Menschheit aufhörte, verstehen zu müssen“ von Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will im Morawa Verlag. [Zum Buch]

Am Programm. Am Sonntag feiert das Leopold Museum sein 25-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. [Info]

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