Weekender ・ 25.04.2026

Weekender, 25. April 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Christoph Hofer – ich melde mich aus Wien.

Editor’s Note: Lohntransparenz – Unternehmen sind keine Montessorischulen
von Sara Grasel

Sara Grasel Illustration

Seit 1979 ist es in Österreich gesetzlich verboten, Frauen weniger Lohn zu bezahlen als Männern, die das gleiche arbeiten. Dennoch gibt es statistisch betrachtet eine Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Ein Teil davon lässt sich erklären – unterschiedliche Ausbildung, Karrierewege, Teilzeitanteil, etc. Trotz allem bleibt ein Teil der Lücke für Ökonomen unerklärbar. Das öffnet Tür und Tor für Spekulationen, eine davon: es könnte eine böse Absicht der Unternehmen dahinterstecken. Die simple Lösung: Unter Strafandrohung müssen sie seitenweise Berichte erstellen und am besten allen Menschen exakt gleich viel bezahlen. So könnte schlimmstenfalls die österreichische Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie der EU aussehen – zumindest wirkt es so, als würden Unternehmen das befürchten, wenn man die Wortmeldungen der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung dazu verfolgt. Das IV-Präsidium hat sich in dieser Sache nun in einem Brief an den Bundeskanzler gewandt: Die derzeitigen Entwürfe für Österreich „können nicht mitgetragen werden“. Genau genommen hat die Politik in der detaillierten Gestaltung der Entlohnung von Leistungen aber genauso wenig verloren wie in der Gestaltung von Spritpreisen, Lebensmittelpreisen, Strompreisen und so weiter und so fort.

Grafik: Die Einkommenslücke beginnt bei der Berufswahl

Das Ziel der Richtlinie ist ja grundsätzlich kein schlechtes – für gleiche Arbeit soll es gleichen Lohn geben. Unterschiede ab 5 Prozent müssen ganz besonders gut argumentiert werden. Falls Sie sich jetzt denken, dass man schon immer gut argumentieren musste, wenn man mehr verdienen will als andere, haben Sie natürlich recht. Neu ist dank der Richtlinie, dass eine leistungsgerechte Bezahlung für Unternehmen zu einem rechtlichen Risiko wird. Gelingt es nicht, die bessere Bezahlung gegenüber den zuständigen Bürokraten zufriedenstellend zu rechtfertigen, drohen Strafzahlungen. 

Kommentar: EU-Lohntransparenz bringt neue Bürokratieflut

Unternehmen sind aber keine Montessorischulen. Nicht jeder Mensch hat ökonomisch betrachtet den gleichen Wert für den Erfolg des Unternehmens und nicht jeder liefert dort intrinsisch motiviert Bestleistungen ab. Hinzu kommt, dass es um die besten Köpfe einen Wettbewerb gibt – demografisch bedingt, einen immer härteren. Die Richtlinie versucht zwar auch hier einzugreifen – Arbeitgeber dürfen nicht mehr nach dem vorherigen Gehalt fragen – das wird aber kaum etwas daran ändern, dass Betroffene bei einem Jobwechsel mehr verdienen wollen als vorher. Müssen künftig nach einem solchen Wechsel alle Gehälter in einem Unternehmen angepasst werden, um Strafzahlungen zu entgehen? 

Kommentar: Lohntransparenz – besser gleich arm als unterschiedlich reich

Sie sehen also, es ist eher kompliziert mit dieser Entgelttransparenzrichtlinie. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Gesetzesentwurf noch auf sich warten lässt – das Sozialministerium wollte ihn eigentlich schon im 1. Quartal vorlegen und am 7. Juni soll die EU-Richtlinie umgesetzt sein. Wahrscheinlich haben die Unternehmensvertreter nicht ganz unrecht, wenn sie hier einen neuen Bürokratiewahnsinn mit Nebenwirkungen kommen sehen. Schweden übrigens will vorerst gar keinen Entwurf vorlegen und eine Verschiebung sowie Überarbeitung der EU-Richtlinie erwirken – der Grund: zu verwaltungsintensiv. Das Land gilt als Vorreiter bei der Lohntransparenz. Österreich will die Richtlinie ordnungsgemäß bis 7. Juni umsetzen, ein entsprechender Gesetzesentwurf scheint sich zu verzögern.

Dass mit der Umsetzung dieser Richtlinie das letzte, bisher unerklärbare Stück der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen wegschmilzt, würde an ein Wunder grenzen. Und wenn sie es tut, dann mit sehr unangenehmen Nebeneffekten und damit ist nicht nur die Bürokratie gemeint. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass die Lohnlücke zwar kleiner wird. Aber nicht, weil Frauen dadurch mehr verdienen, sondern Männer weniger. Dann haben alle weniger, sogar der Finanzminister. Gewinner muss man bei diesem wenig hilfreichen staatlichen Eingriff wohl mit der Lupe suchen. 

[Infos und Quellen: Europäischer Rat, Danninger auf Linkedin, WKÖ, ÖGB, BMFWF, Wirtschaftsbund, AK, IV, Schweden, Studie zu Effekten von mehr Lohntransparenz]

News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:

🇦🇹 Wirtschaftsminister will Spritpreisbremse nicht verlängern. Wie die Krone berichtet, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer die Spritpreisbremse offenbar mit Ende April auslaufen lassen. Die entsprechende Verordnung gilt immer nur für einen Monat und muss dann neu evaluiert werden. Johannes Mayer von der E-Control ging am Freitag auf Ö1 grundsätzlich davon aus, dass die Spritpreisbremse technisch betrachtet verlängert werden könnte – die Verordnung räume bei der Preissteigerung um 30 % binnen 2 Monaten als Grundlage einen Spielraum ein. Hattmannsdorfer will die Spritpreisbremse durch eine „Preis-runter-Garantie“ ersetzen. Sinkende Preise im Großhandel sollen dann schneller an den Tankstellen ankommen. Eine Entscheidung zur Spritpreisbremse dürfte aber noch nicht gefallen sein. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim ließ per Aussendung wissen: „Dieses Erfolgsmodell wollen wir fortführen“. [Quellen: Krone am Samstag, Ö1-Morgenjournal 24.4., SPÖ]

🇦🇹 Lohnnebenkosten-Senkung „in greifbarer Nähe“. Die Presse hat von Budgetverhandlern erfahren, dass im Doppelbudget 2027/28 ein Konsolidierungsvolumen von mindestens 2,5 Mrd. Euro geplant ist, ein Drittel soll durch neue Einnahmen gedeckt werden. Die Neos pochen laut Standard auf Einsparungen von 4,5 Mrd. Euro. Margit Schratzenstaller (Wifo) rechnet mit Kosten von mehr als 5 Mrd. Euro, wenn alle geplanten Offensivmaßnahmen der Regierung umgesetzt werden. Laut Presse ist eine Verlängerung der höheren Bankenabgabe und eine Kürzung des Familienbonus angedacht. Eine Lohnnebenkostensenkung soll „in greifbarer Nähe“ sein. Laut Standard machen die Neos diese Senkung sogar zur Bedingung. Die Gegenfinanzierung könnten Staat und Unternehmen – die SPÖ wünscht sich eine Erhöhung der KöSt – gemeinsam stemmen. Die WKÖ will den Budgetspielraum dafür „durch mehr Effizienz und einen zielgenaueren Mitteleinsatz in den öffentlichen Systemen“ sowie bei „Förderungen und im Föderalismus“ schaffen. Laut den Salzburger Nachrichten ist die Pensionserhöhung 2027 ein weiterer „Knackpunkt“. Die ÖVP soll zu einer gestaffelten Anpassung unter der Inflationsrate bereit sein, die SPÖ fordert volle Abgeltung. [Quellen: Die Presse, Der Standard, WKÖ – Offener Brief, Aussendung, SN, Kurier | Reaktionen: IV, WKÖ/Gleißner, ÖGB | Grafik: Wer von einer Lohnnebenkostensenkung profitiert]

🇦🇹 🌐 Energiepreis-Update. Die mittleren Treibstoffpreise lagen gestern bei 1,909 Euro für Diesel und 1,699 Euro für Benzin. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Juni lag bei Handelsschluss gestern bei 105,88 Dollar, und stagnierte damit zum Vortag. Der Gaspreis laut des für die EU richtungsweisenden Terminkontrakts lag zu Handelsschluss bei 44,81 Euro pro MWh und damit um 1,2 % niedriger. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis]

🇦🇹 OECD: Österreich mit vierthöchster Steuer- und Abgabenquote. Österreich verzeichnete 2025 die vierthöchste Belastung von Arbeit in der OECD. Bei einem alleinstehenden Durchschnittsverdiener ohne Kinder entfielen 47,1 % der Arbeitskosten auf Steuern und Sozialabgaben. Höhere Quoten wiesen lediglich Belgien (52,5 %), Deutschland (49,3 %) und Frankreich (47,2 %) auf. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 35,1 %. Durch Steuererleichterungen und Transfers liegt das verfügbare Einkommen eines verheirateten Alleinverdieners mit Kindern um 17,6 % über jenem eines alleinstehenden Erwerbstätigen ohne Kinder. Bei einer Erhöhung der Arbeitskosten um 100 Euro fließen durchschnittlich 58,30 Euro an den Staat. Bei dieser Grenzabgabenbelastung belegt Österreich nach Belgien und Italien den 3. Platz. [Quelle: OECD Taxing Wages – 2026, 2025 | Reaktionen: Neos, FPÖ, WKÖ, Junge Wirtschaft | Grafik: Österreich hat vierthöchste Arbeitskosten der OECD]

💡 Vorsorgekassen-Reform bringt höhere Zusatzpensionen. Ab 1.1.2027 wird die Möglichkeit (Opt-in) geschaffen, Abfertigungsgelder ohne Kapitalgarantie langfristig renditestärker anzulegen. Kapital kann im neuen System – außer in „Härtefällen“ – nicht mehr vorzeitig entnommen werden. Mehrere Konten bei verschiedenen Vorsorgekassen werden künftig automatisch zusammengeführt. Ein Generalpensionskassenvertrag schafft die Möglichkeit, Guthaben aus der „Abfertigung neu“ kostenfrei in eine Pensionskasse zu übertragen. Für einen Beschäftigten mit mittlerem Gehalt ergebe sich nach 40 Erwerbsjahren eine Zusatzpension von 266 Euro netto. [Quellen: Arbeiterkammer, Pressefoyer nach dem Ministerrat, Ministerratsvortrag, Aussendung | Reaktionen: ÖVP, SPÖ, Neos, FPÖ, Grüne, PVÖ, Seniorenbund, JW, VVÖ, ÖGB | Grafik von Christoph Hofer]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 Strategische Gasreserve wird verlängert. Anfang der Woche hat der nationale Sicherheitsberater Peter Vorhofer die Verlängerung der strategischen Gasreserve, der Gasbevorratungsvorschriften für Gaskraftwerke sowie der Speicheranreize für Unternehmen empfohlen – die Gasreserve ist derzeit nur bis 1. April 2027 vorgesehen. Das will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nun umsetzen. Auch soll die Vorhaltung der strategischen Gasreserve durch reduzierte Netzentgelte künftig günstiger werden. Beide Verordnungen benötigen eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat. Die FPÖ ist der Verlängerung gegenüber aufgeschlossen, sieht aber „noch hohe Einsparungspotenziale von 30 Mio. Euro pro Jahr“, so FPÖ-Energiesprecher Paul Hammerl zu Selektiv. Die Grünen würden eine Verlängerung der Gasreserve nicht blockieren, so ein Sprecher zu Selektiv. [Quellen: BMWET, Pressestatement Vorhofer, Selektiv | Reaktionen: FPÖ | Grafik: Wieviel Gas Österreich noch bleibt]

🇦🇹 Plastikabgabe kommt nicht – rechtliche Zweifel an Paketabgabe. Die zur Gegenfinanzierung der MwSt-Senkung auf Lebensmittel angedachte Abgabe auf nicht-recycelbares Plastik wird doch nicht eingeführt. „Die Abgabe hätte insbesondere Hersteller, Importeure und den Handel getroffen und wäre mit erheblichem administrativen Aufwand sowie spürbaren Mehrkosten verbunden gewesen“, erklärte das Wirtschaftsministerium in einer Aussendung. Die geplante Paketabgabe befindet sich laut Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl „bei den technischen Fragen auf einem sehr guten Weg“. Ab 1. Oktober könnten pro Paket 2 Euro von Händlern mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro im Jahr eingehoben werden, was insgesamt 280 Mio. Euro pro Jahr bringen würde. Führende Unternehmen bezweifeln jedoch, dass eine solche Abgabe dem Gleichberechtigungsgebot entspricht, nachdem alle österreichischen Händler gleich behandelt werden müssen und die Abgabe nicht von der Umsatzhöhe abhängig sein darf. [Quellen: Pressefoyer nach dem Ministerrat, BMWET, Ministerratsvortrag, Medienberichte, APA via Medienberichte | Reaktionen: Handelsverband I, Handelsverband II, WKÖ/Trefelik, WKÖ/Menz, WKÖ/Danninger, WB, FCIO, EWP Recycling Pfand]

💡 Arbeitslosigkeit steigt – Beschäftigung älterer Frauen wächst stärker. Seit der schrittweisen Anhebung des Frauenpensionsalters ist die Arbeitslosigkeit bei 60- bis 64-jährigen Frauen deutlich gestiegen. Im März 2026 waren 7.045 Frauen dieser Altersgruppe arbeitslos – rund dreieinhalbmal so viele wie Anfang 2024. Gleichzeitig ist die Zahl der unselbstständig beschäftigten Frauen von 60 bis 64 Jahren auf 85.138 geklettert – eine Verdoppelung zum Ausgangswert (Dez. 2023: 42.385). [Quellen: AMS, APA via Medienberichte | Grafik von Christoph Hofer]

🇦🇹 WKÖ will Unternehmen 100 Mio. Euro „zurückgeben“. WKÖ-Präsidentin Martha Schultz hat angekündigt, den österreichischen Unternehmen bis Ende 2029 in Summe 100 Mio. Euro „zurückgeben“ zu wollen. Das sei mit den Ländern koordiniert und komme jetzt in die technische Umsetzung, so Schultz. Der Betrag soll unter anderem aus der Kammerumlage II kommen. [Quelle: Schultz im ORF Report | Grafik: Wachstum der Kammerumlagen]

🇦🇹 Wohnungsneubau in Österreich auf Rekord-Tief. Hohe Zinsen, steigende Baukosten und strenge Kreditregeln haben den Wohnungsneubau 2025 weiter einbrechen lassen. Die Zahl der Baubewilligungen für Wohnungen in neuen Gebäuden sank um 7,1 % auf 31.979 und erreichte damit den tiefsten Stand seit Beginn der Statistik 2010. Insgesamt wurden 47.636 Wohnungen bewilligt (-3,7 %). Seit 2015 ist die Neubautätigkeit um 40 % zurückgegangen. [Quelle: Statistik Austria]

🇦🇹 Keine KV-Einigung in Elektroindustrie. In der 2. Kollektivvertragsrunde der Elektro- und Elektronikindustrie konnte am Freitag keine Einigung erzielt werden. Die Arbeitgebervertreter fordern aufgrund hoher Arbeitskosten, stagnierender Aufträge, steigender Inflation und geopolitischer Unsicherheiten einen Abschluss, der Arbeitsplätze sichert und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Die Gewerkschaft verweist auf die positive wirtschaftliche Entwicklung der Branche und die steigende Arbeitsbelastung der Beschäftigten in den letzten Jahren und fordert ein seriöses Angebot für Lohn- und Gehaltserhöhungen. [Quellen: FEEI, ÖGB]

🇪🇺 EU-Kommission präsentiert Energiekrisen-Strategie „AccelerateEU“. Bei gleichbleibender Menge verursachte der Irankrieg bereits 24 Mrd. Euro an Mehrkosten für Energieimporte. Das am Mittwoch präsentierte Maßnahmenpaket sieht eine verstärkte Koordination zwischen den Mitgliedstaaten u. a. bei der Befüllung von Gasspeichern, der Freigabe von Ölreserven sowie die Einrichtung einer Beobachtungsstelle für Treibstoffe zur Früherkennung von Engpässen vor. Während kurzfristig gezielte und befristete Entlastungen für Unternehmen sowie besonders gefährdete Haushalte im Fokus stehen, setzt die Kommission langfristig auf eine beschleunigte Umstellung auf erneuerbare Energien, den Ausbau des Stromnetzes und die Mobilisierung öffentlicher sowie privater Energiewende-Investitionen. [Quellen: EU-Kommission – Pressemeldung, Q&A, Pressekonferenz, Factsheet; Europäischer Rat | Reaktionen: FPÖ, Die Grünen]

🇪🇺 Eurozone rutscht in Rezession. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel im April von 50,7 auf 48,6 Punkte und signalisiert damit einen BIP-Rückgang von 0,1 % gegenüber dem Vorquartal – erstmals seit Ende 2024 liegt der Index im Kontraktionsbereich. Haupttreiber ist der Irankrieg: Er verursacht Lieferverzögerungen, Engpässe und einen branchenübergreifenden Kostenanstieg auf dem höchsten Stand seit Ende 2022. Am stärksten betroffen ist der Dienstleistungssektor, dessen Geschäftstätigkeit so stark zurückging wie seit Februar 2021 nicht mehr. Wachstum in der Industrie geht hauptsächlich auf den Aufbau von Lagerbeständen zurück. [Quelle: S&P Global – Eurozone]

🇩🇪 Dt. Regierung halbiert BIP-Prognose – Geschäftsklima erreicht Tiefststand. Das dt. BIP soll 2026 um 0,5 % wachsen – für 2027 wird ein Zuwachs von 0,9 % prognostiziert. Noch im Jänner war die Bundesregierung von einem Wachstum von 1 % für 2026 und 1,3 % für 2027 ausgegangen. Die Deutsche Bundesbank rechnet für das 1. Quartal 2026 aufgrund steigender Industrieumsätze und Warenexporte noch mit einem leichten Wirtschaftswachstum. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im April 2026 auf 84,4 Punkte, nach 86,3 im März – der niedrigste Wert seit Mai 2020. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate verschlechterten sich. Im Handel und im Bauhauptgewerbe gingen beide Komponenten zurück, im Bau sanken die Erwartungen um knapp 10 Punkte. Im verarbeitenden Gewerbe verschlechterten sich die Erwartungen, v. a. in der chemischen Industrie, während die aktuelle Lage etwas besser bewertet wurde. [Quellen: Bundesregierung – Jänner, April; Bundesbank, Ifo-Institut]

Wochenendprogramm:

Meistgelesener Kommentar der Woche. Gerhard Jelinek: „Ein paar neue Ideen für die Besteuerung von Vermögen“ [Hier lesen]

Meistgelesenes Interview der Woche. Eduard Fröschl: „Was macht der Finanzminister bei ,Untergewinnen‘?“ [Hier lesen]

Long Read I. Studie zu Erneuerbaren Energie-Potenzialen in Österreich (260 Seiten) [Hier lesen] „Kurzfassung“ mit 120 Seiten [Hier lesen]

Long Read II. Studie: OECD – Taxing Wages 2026 (669 Seiten) [Hier lesen]

Long Read III. Forwit: Analyse des österreichischen Hochschulsystems (66 Seiten) [Hier lesen]

Journal zu Gast. ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]

Hohes Haus. Über hitzige Debatten und Gemeindezusammenlegungen mit Studiogast Thomas Waitz, MEP Die Grünen. [Sonntag, 12:00 Uhr, ORF 2] 

Kulinarisches Briefing
17. – 24. April

Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik  

Diesmal im Kulinarik-Briefing: Das Update eines Klassikers verknüpft das Flair eines Old English Style Bombay Cafés mit moderner interpretierter indischer Küche. Ein neues Café am Steinhof-Areal hat eine unschlagbare Atmosphäre, ein veganer Newcomer kulinarisch noch Luft nach oben. Am Kolonitzplatz ist man auf der sicheren Seite: Bier aus Privatbrauereien und Beinschinken-Toast.

Jetzt jeden Samstag im Weekender!

Nächste Woche auf der Agenda:

Politik Österreich. Am Montag findet anlässlich des 81. Jahrestags der Wiedererrichtung der Republik Österreich die traditionelle Kranzniederlegung am Wiener Heldenplatz statt. Am Mittwoch tagt der Ministerrat. Am Freitag ist „Tag der Arbeit“ mit dem traditionellen Mai-Aufmarsch der Wiener SPÖ, der am Rathausplatz endet.

Politik international. Eine Abgeordneten-Delegation aus Österreich reist am Montag nach Kiew – geplant ist ein Treffen mit dem ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk. Justizministerin Anna Sporrer reist nach Montenegro und Albanien und Innenminister Gerhard Karner ist bis Dienstag beim Treffen der deutschsprachigen Innenminister in Luxemburg. Am Dienstag stimmt das Europaparlament in Straßburg über seine Verhandlungsposition für das nächste EU-Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 ab. Am Mittwoch ist der türkische Außenminister Hakan Fidan zu Besuch bei Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Wien. 

Daten und Fakten. Am Dienstag stellen Integrationsministerin Claudia Bauer und Migrationsforscher Rainer Münz eine Studie zu Erwerbsverläufen von Flüchtlingen vor. Am Mittwoch veröffentlicht das wiiw seine Frühjahrs-Konjunkturprognose für Osteuropa, die Industriellenvereinigung ihre aktuelle Konjunkturumfrage, das Wifo den aktuellen Konjunkturtest und der KSV1870 den Austrian Business Check 2026. Die Statistik Austria veröffentlicht u. a. Daten zu Armut und sozialer Eingliederung 2025, die Konjunkturstatistik (Industrie und Bau) für Jänner 2026, Daten zum Straßengüterverkehr im 1. Quartal 2026  sowie zum Schienengüterverkehr 2025. Am Donnerstag liefert die Statistik Austria die VPI-Schnellschätzung für April und „Bildung in Zahlen 2024/25“.

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.

Selektives Networking:

Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Sascha Zabransky ist neuer Geschäftsführer von Wien Energie. Rudolf Krickl bleibt für weitere 4 Jahre PwC-Österreich-Chef. John Ternus wird mit dem 1. September neuer Apple CEO; Tim Cook wird Vorsitzender des Aufsichtsrats. Gernot Purgstaller wird ab 1. Juni Mitglied des Vorstands der Wiener Privatbank. Michael Baminger soll nächster Präsident von Oesterreichs Energie werden, berichtet der Kurier. Christian Habersatter ist neuer Militärkommandant Wiens. Stanislaus Ruhaltinger ist neuer Redakteur bei Selektiv.

Am Programm. Heute Samstag findet ab 11 Uhr das Frühlingsfest im Lainzer Tiergarten statt [Info]

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