Guten Morgen Österreich!
Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – ich melde mich aus Wien.
Editor’s Note: Der Kampf der SPÖ gegen vermeintliche Gutsherren
von Sara Grasel
Klar müssen alle den Gürtel enger schnallen, aber nicht ganz so eng, denn die Budgetkonsolidierung ruht stärker auf neuen Belastungen. Sparen, das ist für die Regierung ein dehnbarer Begriff – warum nicht einfach mehr vom Geld der anderen ausgeben? 1,6 Milliarden zusätzliche Einnahmen sind laut einem Arbeitspapier zu den Budgetverhandlungen vorgesehen, das diese Woche ein paar Medien zugespielt wurde. Ausgaben reduziert, also gespart im eigentlichen Sinne, wird demzufolge im Ausmaß von 900 Millionen Euro. Wie dieses Weniger-Ausgeben funktioniert, hat man am Beispiel der Pensionserhöhung vorexerziert. Die sollen „nur“ um 2,95 % steigen statt um 3,3 %. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass der richtungsweisende Metaller-KV für heuer eine Erhöhung der Ist-Löhne um 1,8 % bringt und für 2027 erneut 1,8 %.
Die „Spielräume“ für Offensivmaßnahmen müssen sich Unternehmen schon selbst schaffen. Die Senkung der Lohnnebenkosten ist zwar toll, ihr steht aber eine Erhöhung der Körperschaftsteuer gegenüber. Die Bankenabgabe wird verlängert und erhöht. Die Erträge von Öbag-Unternehmen durch Sonderdividenden geschmälert. Und der Agrardiesel wird mit höheren Pensions- und anderen Sozialversicherungsbeiträgen für Bauern sowie einer höheren Dividende der Bundesforste finanziert. Wenn schon nicht die „Superreichen“, dann sollen wenigstens die Unternehmen zur Kasse gebeten werden, um nicht ernsthaft sparen zu müssen. Dass das auf Kosten von Zukunftsinvestitionen geht, die unser aller Wohlstand absichern, muss wohl leider erst bewiesen werden.
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Unternehmen haben es mit dieser Regierungskonstellation halt nicht immer leicht. Wie sehr Teile der SPÖ Unternehmen verachten, wurde diese Woche auf einer Pressekonferenz zu einem ganz anderen Thema deutlich, zu der die Arbeiterkammer geladen hatte. Es ging um die österreichische Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, bei der die Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern zuletzt ergebnislos endeten – nun muss auf Chefebene weiterverhandelt werden. SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner ließ auf besagter Pressekonferenz tief blicken, was sie von Unternehmen hält. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen führt sie darauf zurück, dass Unternehmen und deren Interessenvertretungen schlicht „keine Stärkung der Frauen“ wollen. AK-Präsidentin Renate Anderl kann sich im Dienste der Gerechtigkeit sogar vorstellen, dass Löhne an anderer Stelle sinken: „Dann wäre es halt so, dass Männer weniger verdienen“, sagt sie auf die Frage, ob die Lohntransparenz das Lohnniveau senken könnte (was sie allerdings nicht glaubt).
Regner stellt sich vor, dass diese Unternehmen von Gutsherren geleitet werden, wie sie ganz offen sagt. Das bringt wohl ganz gut auf den Punkt, wo die SPÖ stehen geblieben ist – irgendwo an den Anfängen der Arbeiterbewegung mit Scheuklappen für jeden Fortschritt, der seither gelungen ist. Den wütenden Arbeiter, der unter haarsträubenden Bedingungen arbeiten muss bis zum Umfallen, gibt es in österreichischen Unternehmen nicht. Wer einmal einen Schritt in eine moderne Industrieproduktion gesetzt hat – ja, man kann Werksführungen machen, auch als Schreibtisch-SPÖler –, weiß das. Auch Zahlen zu Arbeitsunfällen, freien Tagen, Arbeitszeit und Löhnen bestätigen, dass das Kampfbild der Roten in Österreich fern von jeglicher Realität ist. Das ist ein Dilemma, das sich auch in Umfragen abzeichnet, vor denen viele Sozialisten offenbar die Augen verschließen. Längst wird die SPÖ nicht mehr von Arbeitern gewählt – die stimmten bei der letzten Nationalratswahl genauso wie Erwerbstätige allgemein ganz eindeutig für die FPÖ –, sondern von Nicht-Arbeitenden, die sich über jede Stärkung von Papa Staat freuen müssen. Arbeiterinnen und Arbeiter wissen, dass ihre Unternehmen nicht von Gutsherren geleitet werden, die Frauen bewusst unterdrücken wollen (warum sollten sie überhaupt?).
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Grafik: Lohntransparenz brachte Dänen falschen Effekt
[Quellen und Infos: Arbeitspapier zum Budget via trend und Kurier, Pressekonferenz AK, Lohntransparenz auf Chefebene via Die Presse, Wählergruppen via Foresight]
News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:
🇦🇹 Die Frühjahrslohnrunden laufen heuer in einigen Bereichen besonders zäh. Die Papierindustrie konnte sich gestern nach 6 Verhandlungsrunden auf einen KV-Abschluss für Mindestgehälter und -löhne in Höhe von 2,4 % einigen – die rollierende Inflation betrug 3,35 %. In der Elektro- und Elektronikindustrie und in der Chemieindustrie brachte die 4. bzw. 6. Runde diese Woche hingegen kein Ergebnis. Auch beim KV Gastronomie und Hotellerie gab es in der 3. Runde keine Einigung. In der Elektrobranche wollen die Arbeitgeber um 1 % erhöhen und eventuell im Herbst noch etwas drauflegen, die Arbeitnehmer fordern aber 3,5 %. In der Chemieindustrie wollen die Arbeitgeber eine Einmalzahlung statt einer Erhöhung. Die Gewerkschaft hat zu einem zweistündigen Warnstreik im Zeitraum von 26. Mai bis 1. Juni aufgerufen. [Quellen: Papierindustrie – Pro-Ge, Elektro- und Elektronikindustrie – FEEI, ÖGB, Chemieindustrie – ÖGB, FCIO, WKÖ]
🇦🇹 Entscheidung zu Unibudget erst im Herbst. Nach Kritik an möglichen Kürzungen, wird die Entscheidung zum Universitätsbudget verschoben und soll erst im Herbst fallen, sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner gestern. 2027/28 bleibt es bei den 5,2 Mrd. Euro, über die nächste Periode 2028-2030 wird im Herbst bei einer Klausur entschieden. Die kolportierte Kürzung wurde von der Universitätenkonferenz thematisiert und von einigen Länderchefs heftig kritisiert. Finanzminister Markus Marterbauer nannte die kolportierte Kürzungssumme gestern auf Bluesky „frei erfunden“. „Eine Verschlechterung der Studienbedingungen und eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten sind abzulehnen“, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) diese Woche. Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sprach von einem „Rückschritt mit Anlauf“ für den Standort Österreich. Auch der Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) kritisierte die Einsparungen: „Wer bei Bildung und Forschung spart, gefährdet langfristig Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Perspektiven für junge Menschen.“ [Quellen: Pressekonferenz, ZIB2, Marterbauer auf Bluesky, Ö1, Der Standard | Kommentar: Bei Innovation kürzen, Pensionen um Milliarden erhöhen]
🇦🇹 Rechnungshof kritisiert Paketabgabe. Der Rechnungshof bemängelt in seiner Stellungnahme zum Gesetzesentwurf der Paketsteuer, dass die Mindereinnahmen der MWSt-Senkung auf Lebensmittel von 1,7 Mrd. Euro nicht vollständig durch die erwarteten Einnahmen aus der Paketsteuer von 1,12 Mrd. Euro gedeckt werden können. „Damit besteht ein Risiko für eine Erhöhung der Verschuldung des Bundes“, so der Rechnungshof. Weiters würde die „geplante Paketsteuer dem mit der Umsatzsteuersenkung beabsichtigten Effekt der Entlastung und der Verringerung der Inflation entgegenwirken“. Auch die Komplexität der Regelungen wird vom Rechnungshof kritisiert, da komplexe steuerliche Bestimmungen einen hohen Verwaltungsaufwand für die Finanzverwaltung sowie für die betroffenen Unternehmen verursachen würden – „entgegen den Entbürokratisierungsplänen der Bundesregierung“. [Quelle: Stellungnahme Rechnungshof | Reaktionen: FPÖ]
🇦🇹 MWSt-Senkung im Nationalrat beschlossen. Gegen die Stimmen der Oppositionsparteien hat der Nationalrat diese Woche die Umsatzsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel. Der neue Steuersatz von 4,9 % gilt ab 1. Juli – dafür müssen nun alle Kassensysteme in Österreich umgestellt werden, aber gerade ältere Systeme wären nie für Steuersätze mit einer Kommastelle konzipiert worden, warnt nun das Softwareunternehmen BMD. Bereits jetzt gebe es „Staus“ in der Umsetzung. Der Budgetdienst schätzt die jährlichen Steuerausfälle auf rund 400 Millionen Euro. Bei vollständiger Weitergabe der Senkung an die Konsumenten würde ein durchschnittlicher Haushalt rund 73 Euro pro Jahr sparen. Die Entlastung fällt je nach Einkommen unterschiedlich aus. [Quelle: Parlamentskorrespondenz, Medienberichte | Reaktionen: SPÖ, FPÖ/Petschnig, FPÖ/Fürtbauer | Grafik: Wer von der Umsatzsteuersenkung profitiert | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

Alle Grafiken von Selektiv 📈
Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.
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🇪🇺 🇲🇽 EU-Mexiko-Abkommen erneuert. Vor 10 Jahren hatten EU und Mexiko mit den Verhandlungen zu einer Novelle des gemeinsamen Handelsabkommens begonnen – gestern folgte in Mexiko-Stadt die Unterzeichnung des erneuerten Pakts. Für Mexiko ist die EU der zweitwichtigste Absatzmarkt nach den USA. „Mexiko ist unter anderem ein wichtiger Produzent von Flussspat, Wismut und Antimon – Rohstoffe, die für Industrie, Digitalisierung, Energie- und Umwelttechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das EU-Mexiko-Abkommen stärkt damit nicht nur unsere Exportwirtschaft, sondern auch Europas wirtschaftliche Resilienz und Versorgungssicherheit“, kommentiert Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer den Abschluss. Chancen für Österreich sieht er vor allem in Maschinenbau, Metallverarbeitung, Energie- und Umwelttechnologien. Neben dem Handelsteil umfasst das Abkommen u. a. Kooperation bei Klimaschutz und Energiesicherheit. Aus Sicht der WKÖ liegt das zusätzlich nutzbare Exportpotenzial für Österreich bei rund 1,1 Mrd. Euro bis 2030. Im vergangenen Jahr exportierte Österreich Waren im Wert von 1,8 Mrd. Euro nach Mexiko, in den vergangenen 10 Jahren stiegen die Exporte um 129 %. [Quellen: EU-Kommission, Hattmannsdorfer | Reaktionen: IV, WKÖ, BusinessEurope]
🇦🇹 Förderung in Österreichs größtem Gasfeld gestartet. Die OMV hat diese Woche mit der Gasförderung in Österreichs größtem Gasfeld begonnen. Im niederösterreichischen Wittau wurden vor 3 Jahren 48 Terawattstunden (TWh) Erdgas entdeckt, in einem ersten Schritt sollen 11 TWh gefördert werden. Erste Mengen sollen im Winter 2026/2027 geliefert werden. Der durchschnittliche Jahresverbrauch Österreichs liegt bei rund 80 TWh – zwei Drittel davon entfallen auf die Industrie. Durch den Produktionsstart in Wittau wird Österreich seine Eigenversorgung von derzeit 6 % des Gasverbrauchs auf ungefähr 9 % steigern können. [Quellen: OMV, Dolna-Gruber auf Linkedin, Hattmannsdorfer auf Linkedin, Boltz in der ZIB2 | Reaktion: FPÖ]
🇦🇹 Wirtschaftskammer Wien senkt Kammerumlage 2 ab 2027. Die Wirtschaftskammer (WK) Wien reduziert ihren Anteil an der Kammerumlage 2 ab dem 1. Jänner 2027 schrittweise um 25 %. Der Landeskammeranteil sinkt bis 2029 von derzeit 0,24 % auf 0,18 % der Bruttolohnsumme (2027: 0,22 %, 2028: 0,20 %). Da der Bundeskammeranteil von 0,12 % unverändert bleibt, fällt der Gesamthebesatz für Wiener Unternehmen damit von derzeit 0,36 % auf 0,30 % ab 2029. Die WK Wien trage damit laut eigenen Angaben rund 22 Mio. Euro zum Sparziel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) von 100 Mio. Euro bis 2030 bei. [Quelle: WK Wien, WKÖ | Reaktion: Unos]
🇦🇹 Steuerfreie Mitarbeiterprämie halbiert und eingeschränkt. Die Auszahlung einer steuerfreien Mitarbeiterprämie wird auch heuer möglich sein, der maximale Betrag wurde jedoch von 1.000 auf 500 Euro halbiert. Die Prämie kann zwischen Juli und Dezember 2026 ausgezahlt werden. Die Prämie muss künftig auf einer kollektivvertraglichen oder betrieblichen Grundlage beruhen und kann nicht mehr individuell vom Arbeitgeber vergeben werden. Es muss sich weiters um eine zusätzliche Zahlung handeln, Zahlungen etwa aufgrund von Leistungsvereinbarungen, regelmäßig wiederkehrenden Bonuszahlungen oder außerordentlichen Gehaltserhöhungen zählen nicht. Sollte neben einer Prämie auch eine Gewinnbeteiligung gewährt werden, kann insgesamt nur ein Betrag von 3.000 Euro steuerfrei bleiben. [Quelle: Ministerrat – Vortrag, Gesetz]
💡 Wirtschaftswachstum: Österreich erneut unter Schlusslichtern. Die EU-Kommission erwartet in ihrer Frühjahrsprognose für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,6 % für Österreich. Das bedeutet den 23. Platz im EU-Vergleich. Österreich liegt gleichauf mit Deutschland – nur Italien (0,5 %), Rumänien (0,1 %) und Irland (-1,2 %) wachsen noch weniger bzw. schrumpfen. Für 2027 wird ein BIP-Wachstum von 0,9 % prognostiziert. Im EU-Schnitt beträgt das BIP-Wachstum heuer 1,1 % und nächstes Jahr 1,4 %. Bei der Inflation liegt Österreich 2026 mit prognostizierten 3,0 % im EU-Mittelfeld, knapp über Deutschland (2,9 %) und nahe am EU-Schnitt von 3,1 %. Bis 2027 soll die Inflationsrate auf 2,5 % zurückgehen. Das Budgetdefizit wird laut der Prognose auch 2026 und 2027 mit je 4,1 % über dem Maastricht-Referenzwert von 3 % liegen. Die Staatsschuldenquote werde bis 2027 auf 84,9 % des BIP ansteigen. [Quellen: EU-Kommission – Übersicht, Österreich, BIP-Vergleich | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

🇦🇹 Kritik an Waldfonds wird lauter, Kürzung steht im Raum. Der Waldfonds ist ein Fördertopf, der mit 450 Mio. Euro dotiert ist und vorerst bis 2027 läuft. Er sollte ursprünglich der Anpassung der Wälder an den Klimawandel dienen. Hersteller anderer Baustoffe kritisieren, dass es sich um eine wettbewerbsverzerrende Industrieförderung handle, die als solche nicht mit EU-Recht vereinbar sei. „Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um eine steuerfinanzierte Wettbewerbsverzerrung zugunsten von Holz und zulasten anderer Baustoffe wie Stahl, Aluminium, Beton oder Zement“, sagt Sebastian Spaun von der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Der Rechnungshof merkte 2025 an, dass weder der erstmaligen Dotierung noch der Aufstockung 2023 eine nachvollziehbare Bedarfsanalyse zugrunde lag und Überförderungen nicht ausgeschlossen werden konnten. Die Kronen Zeitung berichtet von einem bevorstehenden „Kahlschlag“, für den Waldfonds soll künftig statt den 450 Mio. Euro nur mehr ein zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung stehen. [Quellen: Rechnungshof 2025, Rechnungshof 2026, Zementindustrie, Landwirtschaftskammer, Plattform Forst Holz Papier via BMLUK, Econmove-Studie zur Wertschöpfungskette Wald und Holz, Kronen Zeitung]
🇪🇺 🇺🇸 EU gab grünes Licht für Abkommen mit den USA. Vertretern aus dem Europaparlament und dem Rat der EU-Länder ist in der Nacht auf Mittwoch eine Einigung zum „Turnberry Agreement“ mit den USA gelungen. Formal muss die Einigung nun binnen 6 Wochen abgesegnet werden. EU-Zölle auf US-Industriewaren werden wie mit den USA vereinbart abgeschafft. Für Stahl- und Aluminiumprodukte können Zugeständnisse von der EU-Kommission ausgesetzt werden, sollten die USA bis Ende des Jahres noch immer einen höheren Zollsatz als 15 % auf solche Produkte aus der EU erheben. Die USA senken die Zölle gemäß Vereinbarung auf die meisten Produkte auf maximal 15 %. Der Deal wurde im Herbst 2025 geschnürt und die EU verhandelte nun seit Monaten die Details. Neu ist nun auch, dass das Abkommen mit Ende 2029 auslaufen soll. Eine Notfallsklausel ermöglicht außerdem das Aussetzen der Abschaffung der EU-Zölle, falls US-Präsident Donald Trump von der Vereinbarung abweicht. [Quelle: EU-Parlament]
🇩🇪 Deutsche Rentenkommission will Pension ab 70. Die von der deutschen Regierung eingesetzte Rentenkommission will laut Bild-Zeitung, dass das Pensionsantritsalter schrittweise bis Anfang der 2060er-Jahre auf 70 Jahre angehoben wird. [Quelle: Bild]
Wochenendprogramm:
Meistgelesener Kommentar der Woche. Bernhard Seyringer: „Die USA zeigen, wie schwach Peking in globaler Diplomatie ist“ [Hier lesen]
Meistgelesenes Interview der Woche. Magenta-CEO: „Kurzfristig ein Problem der Branche, langfristig eine Standortfrage“ [Hier lesen]
Long Read I. EU-Frühjahrsprognose – Wachstum bremst, Energieschock treibt Inflation (246 Seiten) [Hier lesen]
Long Read II. Die Nachfrage nach E-Autos könnte heuer deutlich steigen, schreibt die Internationale Energieagentur in ihrer Analyse: „Global EV Outlook 2026“ (295 Seiten) [Hier lesen]
Long Read III. Laut dem „In Gold We Trust“-Report 2026 der Incrementum AG ist der anhaltende Vertrauensverlust in Regierungen, Zentralbanken und das Fiat-System zur entscheidenden Triebkraft von Gold geworden. (486 Seiten) [Hier lesen]
Journal zu Gast. Mit Rechnungshof-Präsidentin Margit Kraker [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]
Kulinarisches Briefing
17. bis 23. Mai
Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik
Diesmal im Kulinarik-Briefing: Legendäre Pioniere des Wiener Italo-Aperitivo, enttäuschende Paradeiskrautfleckerln (Farfalle!), der vielleicht beste Wiener Gastgarten des Sommers und ein Ort, wo man Kölsch trinken kann, ohne nach Düsseldorf oder Köln fahren zu müssen.
Jetzt jeden Samstag im Weekender!
Nächste Woche auf der Agenda:
Politik Österreich. Am Dienstag verhandeln die Sozialpartner gemeinsam mit Arbeitsministerin Korinna Schumann über die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Am Mittwoch tagt der Ministerrat, zudem findet eine Demonstration gegen die geplanten Kürzungen im Universitätsbudget statt. Am Donnerstag folgen weitere Demonstrationen in Linz, Graz, Salzburg und Klagenfurt, in Wien startet die 5. KV-Verhandlungsrunde für die Elektro- und Elektronikindustrie. Am Freitag treffen sich in Salzburg die Wirtschaftsreferenten der Bundesländer.
Politik international. Am Dienstag besucht Innenminister Gerhard Karner seinen Amtskollegen in Bukarest, ebenfalls am Dienstag tagen in Brüssel die EU-Europaminister sowie die EU-Landwirtschaftsminister. Am Mittwoch und Donnerstag treffen sich die EU-Außenminister in Zypern, darunter Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Am Donnerstag wird in Wien Andorras Ministerpräsident Xavier Espot Zamora erwartet, geplant ist auch ein Treffen mit Bundeskanzler Christian Stocker; Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nimmt in Brüssel am EU-Ministerrat für Wettbewerbsfähigkeit teil. Am Freitag vertritt Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner Österreich beim EU-Ministerrat zu Forschung und Raumfahrt in Brüssel, in Washington kommen militärische Delegationen Israels und des Libanon zusammen.
Daten und Fakten. Am Dienstag präsentiert der Forschungsrat Forwit den FTI-Monitor 2026. Am Mittwoch veröffentlicht die UniCredit Bank Austria ihren Einkaufsmanagerindex für Mai. Am Donnerstag gibt das Wifo seinen Konjunkturtest bekannt, die Statistik Austria präsentiert Zahlen zum Straßengüterverkehr 2025 sowie zu den Immobilien-Durchschnittspreisen 2025, und die EU-Kommission veröffentlicht das Wirtschafts-, Industrie- und Verbrauchervertrauen in der Eurozone für Mai. Am Freitag folgen von der Statistik Austria die Arbeitslosenzahlen für April, die Tourismuszahlen der Wintersaison 2025/26, der Erzeugerpreisindex sowie die Frühschätzungen zu Industrie und Bau; S&P Global veröffentlicht die endgültige Fassung des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe.
Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️
Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.
Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.
Selektives Networking:
Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Der polnische Unternehmer Maciej Witucki wurde zum neuen Präsidenten von BusinessEurope gewählt. Roland Weinert wird neuer Parlamentsdirektor. Andreas Treichl wird CEO der ERSTE Stiftung, Philipp Thurn und Taxis sein Stellvertreter. Christoph Hofer ist neuer politischer Direktor von Neos. Antonia Bittermann hat interimistisch die Geschäftsführung der Mediengruppe Wiener Zeitung übernommen. Helmut List tritt als Geschäftsführer von AVL List ab und wechselt in den Aufsichtsrat, ab Ende Mai übernimmt Lukas Walter als Vorsitzender der Geschäftsführung. Caterina Preti wird mit dem 1. Juni Managing Director bei Sky Österreich.
Neuerscheinung. Franz-Stefan Gady, Überfall. Wenn der Krieg zu uns kommt, Molden Verlag, Mai 2026 [Zum Verlag]
Am Programm. Am Pfingstwochenende gehen u. a. die Salzburger Pfingstfestspiele über die Bühne und die Wiener Festwochen starten. Selektiv wünscht eine angenehme Zeit!