Guten Morgen Österreich!
Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – ich melde mich aus Wien.
Editor’s Note: Das Land der Fenstertags-Politik
von Rainer Nowak
Wir befinden uns in der fünften Jahreszeit, den beiden Feiertags- und Fenstertags-Monaten, die so gut zu Österreich passen. Im Mai und Juni wird weniger gearbeitet, denn gerechnet: Wie kommt man mit möglichst wenig Urlaubstagen zu möglichst viel Abwesenheit? Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam. Das ist kein christlicher Kalender, das ist eine Freizeitmentalität. Lange vor der Generation Z.
Geleistet wird in diesen Wochen wohl ein Drittel weniger, dafür gehen sich ein paar Urlaubstrips aus, die sich erstaunlich viele trotz Wirtschaftskrise noch immer leisten. Ein paar Tage Italien. Ein Wochenende Therme. Ein verlängertes Frühstück irgendwo, wo man die Nachrichten nur überfliegt.
Grafik: Österreicher haben mindestens 38 Tage frei
Das Schöne am Wohlstand war und ist, dass man nicht bemerkt, wenn er wegbröckelt. Vor allem wenn man es nicht wirklich wissen will.
Schade nur, dass da gerade einiges zu lesen wäre. Der Internationale Währungsfonds hat Österreich wieder einmal erklärt, was jedes kleine Kind versteht, aber keine Regierung machen will: Wenn immer mehr Pensionisten von immer weniger Arbeitskräften finanziert werden müssen, geht sich das nicht aus. Wenn Menschen immer länger leben, sollten sie immer nicht länger in Pension sein, sondern länger arbeiten. Sonst geht es sich noch weniger aus.
Logischer ist kaum ein Sachverhalt. Deshalb hat er es auch nicht in die politische Wirklichkeit geschafft. Oder ins Regierungsprogramm.
Kommentar: Pensionisten verhätscheln, Leistungsträger ignorieren
Kommentar: Pensionsreform: Kleingeld statt großer Wurf?
Natürlich gibt es auch kleine harte Maßnahmen. Es gibt einen Budgetpfad, einen Reformpfad mit den Ländern und auch einen Heraus-aus-der Krise-Pfad, vulgo Industriestrategie, auf dem Österreich aus dem eigenen Reformstau hinausspazieren soll. Das Problem an den Pfaden ist nur: Sie führen selten dorthin, wo es weh tut. Pfad klingt vielmehr nach Jause und Wanderung für die kommenden Tage und Wochenenden.
Der IWF empfiehlt außerdem, die Öffnungszeiten im stationären Handel zu liberalisieren. Auch das ist keine kühne Theorie. Amazon hat keinen Sonntag. Temu keinen Feiertag. Der digitale Handel kennt keine Sperrstunde und keine österreichische Debatte darüber, ob der Kauf einer Zahnbürste am Sonntag das Abendland gefährdet.
In vielen zivilisierten Ländern darf man auch dann einkaufen, wenn Gewerkschaft und Kirche noch den Kalender schützen. In Österreich hingegen verteidigt man den geschlossenen Laden so lange, bis der Umsatz bei den internationalen Konzernen landet, die keine österreichischen Kollektivvertragsrunden und keine verwaisten Ortskerne kennen und keine Debatten über Standortpolitik führen. Ändert das eine Regierung, in der angeblich Liberale sitzen? Natürlich nicht.
Das ist österreichische Wirtschaftspolitik in ihrer reinsten Form: Man schützt das Gestern und wundert sich, dass heute und morgen woanders buchen und kaufen.
Und dann war da noch die Wehrpflicht. Auch sie wurde über den Feiertagsmarathon natürlich nicht gelöst, sondern vertagt. Die Republik ist neutral, was bei uns meint: Man möchte sich nicht zu genau vorstellen, was Verteidigungsbereitschaft kostet. Die Experten empfehlen eine Verlängerung des Grundwehrdienstes und wieder verpflichtende Milizübungen. Nicht aus Liebe zum Kasernenhof, sondern weil eine pseudoneutrale Republik in einer neuen Welt wenigstens in Ansätzen verteidigungsfähig sein sollte.
Kommentar: Die notwendige Wehrpflicht-Verlängerung und ihre Tücken
Der Kanzler wollte eine Volksbefragung. Die Neos wollten offenbar möglichst wenig von alldem. Andreas Babler wollte nach Venedig und eröffnete dort Kunst. Das darf und muss ein Kulturminister. Es wirkt nur besonders österreichisch, wenn nicht über Wehrpflicht, Pensionen und Sonntagsöffnung geredet wird, während der Vizekanzler in der Lagune erklärt, warum Irritation zur Freiheit gehört.
Da hat er nämlich Recht. Österreich sollte sich irritieren lassen. Von Demografie. Von leeren Kassen. Von der Gefahr eines russischen Aggressors. Von Geopolitik. Von der einfachen Tatsache, dass Wohlstand nicht durch gute Stimmung entsteht, sondern durch Arbeit, Produktivität und guter alter Leistung.
Stattdessen verwaltet die Regierung ihren Pfad. Der Pfad ist ideal. Ein Pfad kann angekündigt, evaluiert, angepasst oder notfalls in einen neuen Pfad überführt werden. So kommt Österreich voran, ohne sich zu bewegen.
Vielleicht ist der Fenstertag deshalb mehr als ein kalendarischer Glücksfall. Er ist das Regierungsmodell dieser Republik. Man ist nicht ganz weg, aber auch nicht wirklich da. Man nimmt sich frei, ohne es groß auszusprechen. Man lässt die Probleme stehen und hofft, dass sie nach dem verlängerten Wochenende weniger dringlich wirken.
Doch das Budget bleibt eng. Die Pensionen teuer. Der Handel reguliert. Das Heer zu klein.
Schön, dass die Lage nie ernst wird.
Hoffnungslos sind nur die Kommentatoren.
[Infos und Quellen: IWF, Milizverband, Die Presse, ÖVP]
News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:
🇦🇹 Schumann sorgt für Irritation mit Anspruch auf Stundenaufstockung. Sozialministerin Korinna Schumann will sich für eine gesetzliche Verankerung eines Anspruchs auf Stundenaufstockung für Teilzeitkräfte einsetzen. Sie will das Thema in den Budgetverhandlungen einbringen – auch in Hinblick auf die geplante Senkung der Lohnnebenkosten. „Arbeitszeiten orientieren sich an Auftragslage, Öffnungszeiten und betrieblichen Abläufen. Viele KMU können Stunden nicht beliebig aufstocken, selbst wenn sie es wollten“, reagierte Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf. [Quellen: APA via Medienberichte, WB, WKÖ | Grafik: Nur 7 von 10 Österreichern wollen mehr arbeiten]
🇦🇹 Gesetz zur MwSt.-Senkung wird nächste Woche beschlossen. Der Gesetzesentwurf zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ist seit 11. März in Begutachtung und soll kommende Woche im Finanzausschuss beschlossen werden, wie der Kurier vom Finanzministerium erfahren hat. [Quelle: Kurier am Samstag]
🇦🇹 🌐 Energiepreis-Update. Die mittleren Treibstoffpreise lagen gestern bei 1,933 Euro für Diesel und 1,802 Euro für Benzin. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Juli lag am Freitag zu Handelsschluss bei 100,25 Dollar. Der Gaspreis laut des für die EU richtungsweisenden Terminkontrakts lag Freitagabend bei 43,71 Euro pro MWh. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis]
💡 Lohntransparenz brachte Dänen falschen Effekt. Als dänische Unternehmen ab 2006 verpflichtet wurden, Lohndaten nach Geschlecht offenzulegen, sank der Gender Pay Gap um 13 % – allerdings vor allem weil Männerlöhne langsamer wuchsen, nicht weil Frauenlöhne stiegen. Die Unternehmensgewinne blieben stabil, weil sinkende Lohnkosten die gleichzeitig gesunkene Produktivität (–2,9 %) kompensierten. Die Ergebnisse sind aktuell: Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie stehen auch österreichische Unternehmen vor ähnlichen Berichtspflichten. [Quelle: Bennedsen et al. (Journal of Finance, 2022) | Kommentar: Entgelttransparenz: Richtiges Ziel, schweres Geschütz | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

Alle Grafiken von Selektiv 📈
Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.
Der Link wechselt jeden Freitag.
🇦🇹 Bauwirtschaft droht 8. Rezessionsjahr. Raiffeisen Research geht davon aus, dass 2026 der österreichischen Bauwirtschaft das 8. Rezessionsjahr beschert. Das ist eine längere Phase als in jeder anderen Branche seit 1977. Die Mietpreisbremse sei dabei ein wesentlicher Faktor: Sie wirke als Investitionsbremse und verschärfe die Angebotsknappheit am Mietmarkt in den Ballungszentren. Der Jahresstart war für den Wohnimmobilienmarkt zwar stark, aber der Irankrieg bremse zusätzlich. Im 1. Quartal stiegen die Preise laut OeNB-Immobilienpreisindex um 1,1 % gegenüber Q4 2025 – deutlich schneller als im Vorquartal (+0,4 %). Der Irankrieg und die damit verbundenen Zinserhöhungen werden die Leistbarkeit 2026 weiter einschränken, für 2027 werden aber wieder sinkende EZB-Leitzinsen erwartet. [Quelle: Raiffeisen Research | Kommentar: Baurezession und kein Ende?]
🇦🇹 WKÖ-Sparten kritisieren E-Auto-Sachbezug. Die Wirtschaftskammer hat diese Woche breite Kritik an den Steuerplänen der Regierung für E-Autos kritisiert. Im Zuge des kommenden Doppelbudgets will die Regierung die Sachbezugsbefreiung für privat genutzte Firmen-Elektroautos ab 2027 streichen. 66 % aller neu zugelassenen Fahrzeuge werden von Unternehmen angemeldet. Für Arbeitnehmer könnte das eine Mehrbelastung von bis zu rund 500 Euro im Monat bedeuten, rechnete der Fahrzeughandel vor. „Wer Unternehmen zuerst in Richtung E-Mobilität lenkt und dann die Spielregeln ändert, beschädigt das Vertrauen in den Standort“, sagte der Spartenobmann Information und Consulting, Markus Roth. Für ein Unternehmen mit 25 Firmen-E-Autos würden trotz der geplanten Senkung der Lohnnebenkosten jährlich rund 40.000 Euro an Mehrkosten entstehen. Der Elektrohandel wies darauf hin, dass die Änderung auch die Nachfrage nach Ladeinfrastruktur, Wallboxen und Photovoltaik bremsen würde. Die Forderung: Übergangsregelungen und Ausnahmen für laufende Verträge. [Quelle: WKÖ – Fahrzeughandel, Elektrohandel, Information und Consulting | Kommentar: Elektrisch fahren – wann, wenn nicht jetzt?]
🇦🇹 Unterstützungen für die energieintensive Industrie. Für die Industrie gab es diese Woche auch gute Nachrichten: Die EU-Kommission hat den Stromkostenausgleich (SAG) für die energieintensive Industrie genehmigt – zwei Wochen nachdem das Wirtschaftsministerium die Antragstellung ermöglichte. Grünes Licht gab die Kommission für eine Rückerstattung von insgesamt 900 Mio. Euro bis 2030. Vorerst wird das nicht ausgeschöpft – Österreich gewährt für 2025 und 2026 jeweils 175 Mio. Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer will sich für eine Verlängerung stark machen, wie er am Donnerstag sagte. Ab 1.1.2027 soll dann der Industriestrompreis nach deutschem Vorbild kommen. Zur Finanzierung verwies Hattmannsdorfer auf die laufenden Budgetverhandlungen. Seit dieser Woche bis September läuft auch ein weiterer Fördercall im Rahmen von „Transformation der Industrie“ mit einem Volumen von 270 Mio. Euro. [Quellen: EU-Kommission, BMWET – Pressekonferenz, Aussendung, Transformation der Industrie | Reaktion: IV]
🇪🇺 EU vereinfacht KI-Regeln und die Entwaldungsverordnung. Das Europäische Parlament und der EU-Rat haben sich auf die Digital-Omnibus-Verordnung zum AI Act geeinigt. Kernpunkt ist ein klarer Fahrplan: Hochrisiko-KI-Systeme (u.a. Biometrie, Bildung, Migration) müssen erst ab Dezember 2027 compliant sein, in Produkte integrierte Systeme ab August 2028. KMU-Erleichterungen werden auf kleine Midcap-Unternehmen ausgeweitet, mehr Unternehmen erhalten Zugang zu Reallaboren. Neu ist das Verbot von KI-„Nudification“-Apps, die nicht einvernehmliche sexuell explizite Inhalte erzeugen. Für die Vereinfachung der Entwaldungsverordnung hat die EU-Kommission einen ersten Vorschlag vorgelegt. Vorgesehen sind Ausnahmen für u. a. Leder, Verpackungsmaterialien, gebrauchte Produkte und Abfälle. Stellungnahmen der Öffentlichkeit sind bis 1. Juni möglich ab 30. Dezember soll die Verordnung für große und mittlere Unternehmen gelten, ein halbes Jahr später auch für kleine Unternehmen. [Quellen: AI Act – EU-Kommission, EUDR – EU-Kommission, EU-Parlament | Service: Entwurf des delegierten Rechtsakts, Q&A]
🇪🇺 EU-US-Zolldeal sorgt für Verstimmung. Die EU ist für den Geschmack des US-Präsidenten Donald Trump zu langsam bei einer Einigung zur EU-US-Zollvereinbarung. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag konnten sich Vertreter der EU-Kommission, des Rates und des Europaparlaments in der 2. Verhandlungsrunde nicht auf eine finale Position einigen. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 19. Mai. Trump hatte zunächst Zölle von 25 % auf EU-Autos angekündigt und der EU schließlich am Donnerstag eine Frist bis zum 4. Juni gesetzt. Sollte es dann kein Go geben, will er die Zölle erhöhen. Zugleich hat ein US-Handelsgericht die seit 24. Februar geltenden weltweiten, pauschalen 10-%-Zölle für unzulässig erklärt, sektorspezifische Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos bleiben davon jedoch unberührt. [Quellen: EU-Parlament, Trump auf Truth Social, Trump auf Truth Social II, APA via Medienberichte]
🇦🇹 Wassermangel schlägt auch auf die Stromerzeugung. Die Laufkraftwerke des Verbund produzieren im laufenden Jahr 28 % weniger Strom als im langjährigen Durchschnitt, teilte der Stromkonzern der APA mit. Grund dafür sind die bisher trockenen Monate 2026 und geringere Schneemengen im Winter. Bei den Pumpspeicherkraftwerken seien die Füllstände im Normalbereich. Laut aktuellem Monatsbericht „Wasserhaushalt Österreich“ gab es im April mit rund 24 mm nur etwa ein Drittel des langjährigen mittleren Monatsniederschlags und von Februar bis April ergab sich ein Defizit von 32 %. An rund 75 % der Pegelmessstellen der heimischen Oberflächengewässer lagen die Werte im April niedrigen bis sehr niedrigen Bereich. Eine längere Niederschlagsphase zeichne sich derzeit nicht ab. [Quelle: APA via Medienberichte, BMLUK – Wasserhaushalt Österreich April, Aussendung | Grafik: Österreich im Winter von Strom-Importen abhängig]
💡 Österreichs Banken: Ein mühsamer Weg zurück. Österreichs Banken verzeichneten in den letzten Jahren wieder steigende Eigenkapitalrenditen. Der Blick auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zeigt jedoch eine lange Schwächephase: Nach der Finanzkrise 2008 belasteten neue Regulierungsanforderungen (Basel III), Abschreibungen und die jahrelange Nullzinsphase die Profitabilität. Zudem müssen österreichische Banken seit 2011 eine jährliche Bankenabgabe zahlen – bis 2025 machte diese kumuliert 5,8 Mrd. Euro aus. [Quellen: Österreichischer Sparkassenverband, Statistik Austria | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

🇦🇹 In welchen Gruppen die Arbeitslosigkeit besonders steigt. Im April ist die Arbeitslosigkeit im Jahresabstand um 1,5 % auf 398.342 Personen gestiegen. Insgesamt liegt die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung bei 7,5 %. Bei Männern ging die Arbeitslosigkeit um 1,6 % zurück, bei Frauen stieg sie um 4,9 %. In der Baubranche sank die Arbeitslosigkeit um 2,8 %, im Tourismus blieb sie mit einem Plus von 0,5 % nahezu stabil. Im Handel legte sie um 5,5 % zu, im Gesundheitswesen um 15,6 %. Bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss sank die Arbeitslosigkeit um 0,8 %, bei Akademikern stieg sie um 14 %. [Quelle: AMS | Reaktionen: BMASGPK, SPÖ, FPÖ, Die Grünen,IV, WKÖ, AK, ÖGB | Interview: AMS-Chef: „Acht Bundesländer sind froh, dass alle Geflüchteten nach Wien fahren“]
🇦🇹 Österreichs CO2-Emissionen gestiegen. In Österreich dürften die CO2-Emissionen 2025 im Jahresabstand um 1 % oder 0,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent auf 67,3 Mio. Tonnen gestiegen sein, wie eine Schätzung des Umweltbundesamts ergab. Im Emissionshandelsbereich beträgt der Anstieg voraussichtlich 6,3 %, v .a. durch mehr Erdgas für die Stromerzeugung und durch ein Plus in der Stahlproduktion. Ab heuer soll die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten schrittweise reduziert werden. Euractiv liegen Informationen vor, laut denen die kostenlosen Zuteilungen gegenüber den ursprünglichen Plänen um 4 Mrd. Euro erhöht werden sollen. [Quellen: Umweltbundesamt, Euractiv | Reaktion: FPÖ]
🇦🇹 Finanz-KV bringt Plus von 3 %; keine Einigung in Chemieindustrie. Der Finanzsektor konnte gestern in der 6. Verhandlungsrunde eine Einigung zum Kollektivvertrag erzielen. Die Mindestgehälter werden um 3 % sowie einen Fixbetrag von 5 Euro erhöht. Die Lehrlingseinkommen sowie die Kinderzulage steigen um 3,13 Prozent. Im Dienstrecht gibt es Verbesserungen bei der Pflegefreistellung. Die Gewerkschaft sieht eine „Einigung an der Schmerzgrenze“. In der Chemischen Industrie gab es diese Woche nach der 5. Verhandlungsrunde noch kein Ergebnis. [Quellen: GPA, FCIO]
🇪🇺 Anstieg der Eurozonen-Industriestimmung täuscht. Der Anstieg des S&P Global Industrie-Einkaufsmanagerindex auf 52,2 Punkte im April, der höchste Stand seit fast 4 Jahren, geht v. a. auf vorgezogenen Lageraufbau und gestiegene Auftragseingänge zurück, beides als Absicherung gegen drohende Preissteigerungen und mögliche Lieferkettenstörungen. Die Geschäftserwartungen für das restliche Jahr sind auf den tiefsten Wert seit November 2024 gesunken. Gleichzeitig stiegen die Verkaufspreise der Hersteller laut Chris Williamson, Chef-Ökonom bei S&P Global Intelligence, so stark wie noch nie seit Beginn der Eurozonen-Einkaufsmanagerindex-Umfragen im Jahr 1997. [Quelle: S&P Global]
Wochenendprogramm:
Meistgelesener Kommentar der Woche. Christian Tesch: „Drill and Chill: Gute Gründe für Heimat-Gas“ [Hier lesen]
Meistgelesenes Interview der Woche. AMS-Chef: „Acht Bundesländer sind froh, dass alle Geflüchteten nach Wien fahren“ [Hier lesen]
Long Read I. „Was fehlt, ist eine bürgerliche Elite“ – ein Interview mit Rüdiger Safranski im Cicero [Hier lesen]
Long Read II. BusinessEurope hat diese Woche erstmals ein Positionspapier zur Verteidigungsindustrie veröffentlicht [Hier lesen]
Long Read III. EcoAustria mit einer neuen Policy Note zu strukturellen Hemmnissen und wirtschaftspolitischen Handlungsoptionen für Biotech in Österreich und Europa [Hier lesen]
Journal zu Gast. Mit Annette Mann, Austrian-Airlines-Vorstandsvorsitzende. [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]
Pressestunde. Mit Beate Meinl-Reisinger, BM für europäische und internationale Angelegenheiten. [Sonntag, 11.05 Uhr, ORF 2]
Kulinarisches Briefing
25. April bis 8. Mai
Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik
Diesmal im Kulinarik-Briefing: Das wohl schönste Gastro-Interieur Wiens gibt es bei einem neuen Italiener, den man auch kulinarisch empfehlen kann. Ein Gastgarten inmitten des Resselparks, der durch einen Umbau leider an Charme verloren hat – Knödelliebhaber werden dennoch glücklich. Sechs Jahre musste man auf den Donauhof warten – und jetzt „schießt er den Vogel ab“ mit Zwiebeltarte mit Crème fraîche (€ 14,–), Paradeiskrautfleckerln mit Sauerrahm (€ 14,–/18,–), Rahmherz mit perfekten Briocheknödeln. Am Schottentor gibt es ein neues Restaurant mit georgischer Karte, ukrainischem Küchenchef-Team und sowjetischem Gemütsgefühl. Champagner statt Spritz, Beef Tartar statt Chips – in der Seilergasse hat eine Aperitivo-Bar aufgemacht, die nichts für die schmale Geldbörse ist. Und in Wien-Neubau gibt es einen neuen Chinesen, der sich etwas traut, von Krabben-Lychee-Knödel mit Trockeneis-Inszenierung bis hin zu schwarzem Reis mit Pork Floss.
Jetzt jeden Samstag im Weekender!
Nächste Woche auf der Agenda:
Politik Österreich und international. Bundespräsident Alexander Van der Bellen reist am Montag zu seinem Amtskollegen in die Slowakei, am folgenden Tag stößt das tschechische Staatsoberhaupt zum Treffen im Slavkov-Format dazu. In Brüssel treffen sich am Montag die EU-Außenminister, für Österreich nimmt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger teil. Am Mittwoch tagt der Ministerrat. US-Präsident Trump ist am Donnerstag und Freitag auf einem Staatsbesuch in China. Am Freitag läuft die Amtszeit von Fed-Chef Powell aus.
Daten und Fakten. Am Montag präsentiert IEA-Chef Birol in Wien den Länderbericht Österreich zur Energiepolitik. Am Mittwoch analysiert die Nationalbank (OeNB) die Risiken und Chancen der österreichischen Außenwirtschaft. Am Freitag veröffentlicht die Bank Austria ihren Konjunkturindikator.
Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️
Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.
Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.
Selektives Networking:
Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Stephan Heyng ist der neue General Manager von British American Tobacco Austria. Mit 1. Juni übernimmt Sebastian Strobl die Funktion des Finanzvorstandes der Brau Union. Gerald Loacker wurde als österreichisches Mitglied für den Europäischen Rechnungshof (EuRH) nominiert. Ernst Gödl wurde einstimmig zum neuen Klubobmann der ÖVP gewählt. Bernadette Arnoldner ist die neue Geschäftsführerin von Iventa. Benny Klein wird Anfang Oktober der neue CEO von Lidl Österreich. Florian Schlechtleitner ist der neue CEO der Gesundheitsservice Burgenland, Franz Öller der neue Geschäftsführer. Simon Kravagna wird Geschäftsführer der Wiener Zeitung. Paul Ehgartner ist neuer Generalsekretär der Land&Forst Betriebe Österreich. Alexander Humer wird zweiter Geschäftsführer von Barcotec.
Am Programm. Heute ab 11 Uhr lädt das ViennaBallhaus zu „Total Champagne“ – Champagner-Tasting und Delikatessen am 2. Winzer-Champagner-Tag [Info] und ab 15 Uhr ist am Stephansplatz das „Europe Day Festival“ der Vertretung der EU-Kommission in Österreich u. a. mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Magnus Brunner, Beate Meinl-Reisinger und Michael Ludwig. Am Samstag und Sonntag ist im Wiener Stadtpark jeweils ab 10 Uhr das Genussfestival [Info].