Weekender ・ 20.06.2026

Weekender, 20. Juni 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel und Maximilian Kern – wir melden uns aus Wien.

Editor’s Note: Land der Strategien, umsetzungsarm
von Sara Grasel

Sara Grasel Illustration

Wenn wir 2028 das EU-Defizitverfahren verlassen, dürfte das an ein Wunder grenzen. Damit das gelingt, bräuchte es zusätzliche 5,7 Milliarden Euro an Einsparungen, wie der Fiskalrat diese Woche vorrechnete. Und das Sparen wird auch danach kein Ende haben, weil die Fiskalregeln der EU eine Schuldenquote von maximal 60 % vorsehen, die Schulden Österreichs aber bis 2030 auf 87,9 % des BIP steigen werden. Um hier eine Kehrtwende einzuleiten, muss das Defizit sogar auf 2 % sinken, so Fiskalrats-Chef Christoph Badelt im Interview mit Selektiv. Gleichzeitig gibt es eine Milliardeninvestition, die noch nirgends eingepreist ist: die wohl notwendige Eurofighter-Nachfolge. Im Herbst wird also munter gefeilscht werden, wie man diese kolportierten 10 Milliarden locker machen könnte. Ich sag jetzt mal so: Es ist unwahrscheinlich, dass die Gegenfinanzierung über weitere Einsparungen erfolgt. Wir dürfen also gespannt sein, wessen „breite Schultern“ diesmal herhalten dürfen.

Badelt zum Defizit: „Wenn wir die 2 % nicht erreichen, droht neues EU-Verfahren“

Grafik: Die neuen Einnahmen des Finanzministers

Grafik: Defizit – Fiskalrat und Regierung uneins

Gleichzeitig muss man sich wohl um einen Reformstau sorgen. Die Regierung ist ja keineswegs schmähstad, wenn es ums Schmieden guter Pläne geht. Die Industriestrategie hat lange auf sich warten lassen – seit Jänner ist sie fertig und sie ist ein guter Plan. 117 Maßnahmen. Davon sind nach einem halben Jahr 42 „in Umsetzung“. Wirklich auf den Boden gebracht wurden laut Industriellenvereinigung bisher aber nur 11 Punkte, darunter die Lohnnebenkostensenkung und die Senkung der Elektrizitätsabgabe. Ähnlich ist es beim Entbürokratisierungspaket. Die ersten Strategien sind noch nicht umgesetzt und schon folgen die nächsten Visionen – sei es eine Logistikstrategie oder eine Tourismusstrategie. Wir machen lauter gute Pläne und dann passiert nichts. Die Regierung ist in ihrem Weltbild so breit aufgestellt, dass sie sich bei der Umsetzung selbst im Weg steht. 

Das ist beunruhigend, denn wie man an den mahnenden Worten des Fiskalrats-Präsidenten sehen kann, drängt die Zeit. Wir brauchen eine Konsolidierung, die weit über das hinausgeht, was bisher passiert ist, um uns allein den Fiskalregeln der EU anzunähern. Und da reden wir noch gar nicht von „Puffern“ für die Wahrscheinlichkeit, dass die Konjunktur ungünstiger verläuft als gedacht. Und schon gar nicht von der Umsetzung guter Pläne, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnten. 

KSV1870-CEO: „Ich sehe keine strukturellen Reformen im Doppelbudget“

Wie schwierig diese viel zitierten Strukturreformen sind, die es dafür braucht, hat man diese Woche im Fiskalrat wie durch ein Brennglas beobachten können. In den Empfehlungen des Rats findet sich unter anderem eine Reform des Gesundheitssystems. Bei der Empfehlung, die Finanzierung in einer Hand zu bündeln, konnten aber ausnahmsweise nicht alle Mitglieder des Rats mit. Von den 15 Fiskalräten werden drei von der Arbeiterkammer entsandt und die haben sich dagegen ausgesprochen. Strukturreformen würden ja auch erhebliche Umstellungskosten verursachen, heißt es in der Erklärung ablehnend. Mit diesem Argument kann man natürlich jede grundlegende Reform torpedieren. Ein anderes Beispiel ist die Wehrdienstreform. Es tut ja mittlerweile weh, dabei zuzusehen. Da gab es eine Kommission, die wirklich sehr breit aufgestellt war, von IV bis AK. Trotzdem ist es gelungen, sich hier auf eine Empfehlung zu einigen. Und jetzt kommen SPÖ und Neos mit „besseren“ Ideen daher? „Ich fürchte, keine dieser Empfehlungen ist leicht politisch durchsetzbar“, wie Badelt lapidar meinte, ist wohl die Untertreibung dieser Legislaturperiode.   

Hattmannsdorfer: „Die Volkspartei hat keine Mehrheit im Aufsichtsrat der Republik“

Kommentar: „Danke für gar nichts“ – ein programmatischer Budgetrede-Satz

[Quellen und Infos: Aussendung BMWET, Fiskalrat, Industriestrategiebarometer der IV, Fiskalrat zum Minderheitenvotum]

News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:

🇦🇹 Wallner kritisiert EABG: „Behindert uns“. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner hat im Rahmen der Landeshauptleutekonferenz in Innsbruck Kritik am jüngst beschlossenen Erneuerbaren-Ausbaubeschleunigungsgesetz (EABG) geübt. Das Gesetz, das Bundesländern konkrete, technologiegebundene Asbauziele vorgibt, treffe „die Vorarlberger Realität gar nicht“. Vorarlbergs Energiewirtschaft sei „europäisch ausgerichtet“ und auf die Lieferung von Regelenergie nach Deutschland fokussiert, das Land setze auf den Ausbau von Speicherkapazitäten und Wasserkraft. Das Potenzial für Windkraft liege in Vorarlberg bei lediglich 4 bis 6 %. Den Fokus des EABG auf nationale Grenzen und Bundesländergrenzen kann Wallner nicht nachvollziehen. Auch Tirols Landeshauptmann Anton Mattle plädiert für einen Fokus auf Wasserkraft und sieht Energiespeicher als „Potenzial alpiner Regionen“, Tirol sei aber „technologieoffen“. [Quelle: APA via Medienberichte | Reaktion: FPÖ]

🇦🇹 Finanzierung der Lohnnebenkostensenkung für 2028 fix. Diese Woche haben sich Bund, Länder und Gemeinden zur Finanzierung der ab 2028 geplanten Senkung der Lohnnebenkosten um 2 Mrd. Euro geeinigt. Die Senkung führt zu einem Minus im Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) von rund 600 Mio. Euro. Dieses Minus wird durch eine Erhöhung des Abgeltungsbetrags an den FLAF ausgeglichen, wobei der Bund zwei Drittel und Länder sowie Gemeinden mit 200 Mio. Euro ein Drittel tragen. Die Regelung gilt für 2028, eine Weiterführung wird Teil der Verhandlungen zum nächsten Finanzausgleich ab 2029. Zusätzlich stellt der Bund den Ländern aus dem EU-Wiederaufbau- und Resilienzplan einen Investitionszweckzuschuss von 166,86 Mio. Euro zur Verfügung, davon 50 Mio. Euro noch 2026. Die Gemeinden erhalten im Rahmen eines Infrastruktur-Investitionspakets 30 Mio. Euro. [Quelle: BMF]

🇦🇹 Regierung weiter uneins bei der Wehrdienstreform. Die Neos brachten sich diese Woche mit einer eigenen Idee in die Debatte zur Wehrdienstreform ein. Die Partei will nach skandinavischem Vorbild auf Freiwilligkeit setzen, wobei das Bundesheer eine Mindestzahl an Grundwehrdienern definieren soll. Nur wenn es nicht ausreichend Bewerber gäbe, sollen Rekruten einberufen werden. Kritik dazu gab es vom Vorsitzenden der Wehrdienstkommission, Erwin Hameseder. Dieses Konzept sei derzeit schlichtweg nicht tauglich. Außerdem sei die Wehrpflicht in der Verfassung verankert, daran dürfe man sich nicht einfach so vorbeischummeln. Bundeskanzler Christian Stocker beschwor die Koalition diese Woche, die Wehrdienstreform rasch umzusetzen. „Geredet wurde genug“, sagte er und meinte, dass in den kommenden Wochen eine Lösung gefunden werde. Die ÖVP präferiert das von der Wehrdienstkommission empfohlene Modell der Verlängerung des Wehrdienstes auf 8 Monate plus 2 Monate verpflichtende Milizübungen. Stocker betonte aber, dass die Kommission auch weitere Modelle vorgeschlagen hatte, die wohl alle in Frage kommen würden. Die SPÖ hatte vorgeschlagen, den Präsenzdienst bei 6 Monaten zu belassen und 2 Monate verpflichtende Milizübungen einzuführen. Auch dieses Modell wurde von der Wehrdienstkommission nicht vorgeschlagen. [Quellen: Pressekonferenz Stocker, Krone, APA via Medienberichte, FPÖ, MVÖ]

🇦🇹 „Überragendes öffentliches Interesse“ auch für Schlüsseltechnologien. Das Wirtschaftsministerium hat ein eigenes Beschleunigungsgesetz für Projekte im Bereich Energie- und Umwelttechnologien in Begutachtung geschickt. Damit soll auch diesen Projekten der Status des „überragenden öffentlichen Interesses“ in Genehmigungsverfahren zuerkannt werden können – ein Modus, der bereits aus dem EABG bekannt ist. Um einen solchen Status erlangen zu können, muss das jeweilige Projekt eingereicht werden und das Wirtschaftsministerium entscheidet binnen 30 Tagen anhand von Kriterien, die im Gesetz festgelegt sind bzw. im Net Zero Industry Act der EU festgeschrieben sind. Das „überragende öffentliche Interesse“ soll in weiteren Schritten für alle Schlüsseltechnologien aus der Industriestrategie möglich werden, dafür braucht es jedoch zuerst den Industrial Accelerator Act der EU, der derzeit auf Ebene der EU-Staaten verhandelt wird. Für innovative Pilot-Produktionsanlagen ist außerdem ein neuer Fördercall mit einem Volumen von 18 Mio. Euro gestartet. [Quellen: BMWET, Begutachtungsentwurf, Fördercall | Reaktionen: IV, FPÖ, WKÖ, Wb]

💡 IMD-Ranking: Österreich fällt ab, die Schweiz verliert Platz 1. Österreich rutscht im aktuellen IMD-Ranking von Rang 26 auf Rang 29 ab. Die Schweiz, 2025 noch das wettbewerbsfähigste Land, wird von Singapur (Platz 1) und Hongkong (Platz 2) überholt. Das Ranking bewertet anhand statistischer Daten und Befragungen von Führungskräften die Wettbewerbsfähigkeit von 70 Volkswirtschaften. In 2 der 4 übergeordneten Kategorien verbessert sich Österreich: in der Infrastruktur von Platz 14 auf 13 und in der Wirtschaftsleistung von Platz 40 auf 39. In den Kategorien Betriebliche Effizienz (Platz 33) und Effizienz der Verwaltung (Platz 43) rutscht Österreich zurück. Die niedrigsten Platzierungen erreicht Österreich u. a. bei den öffentlichen Finanzen (Platz 55) und in der Steuerpolitik (Platz 65). Seit 2020 ist Österreich im Gesamtranking um 13 Plätze zurückgefallen. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sieht darin einen „beunruhigenden Trend“ und einen „neuen lauten Weckruf“. Österreich habe eine starke Basis, um diese zu halten und auszubauen, brauche es eine schnelle Umsetzung von Reformen in den Bereichen Deregulierung, steuerliche Entlastung und Standortattraktivierung für in- und ausländische Investitionen. [Quellen: IMD – Österreich, Ranking; IV – Pressegespräch, Aussendung | Reaktionen: FPÖ, WKÖ, Handelsverband | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 UniCredit Bank Austria: Stagnation im 2. Quartal erwartet. Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator fiel im Quartalsdurchschnitt von minus 0,8 Punkten im 1. Quartal auf minus 1,6 Punkte im bisherigen 2. Quartal. Dies signalisiere eine mögliche Stagnation der Wirtschaftsentwicklung. Nach dem Rahmenabkommen zum Irankrieg rechnet die Bank ab dem 2. Halbjahr mit moderaten Wachstumsraten. Für 2026 wird ein unverändertes BIP-Wachstum von 0,8 % erwartet, für 2027 von 1,2 %. Die Inflationsprognose wurde für 2026 von 3 auf 3,4 % angehoben. Zudem wird eine weitere Anhebung der EZB-Leitzinsen im September erwartet. [Quelle: UniCredit Bank Austria]

🇦🇹 Firmeninsolvenzen könnten heuer zurückgehen. Der Kreditschutzverband 1870 rechnet im 1. Halbjahr 2026 mit 3.401 Unternehmensinsolvenzen, das wären um 2,6 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abweisungen mangels Masse um 7,3 % auf 1.414 Fälle. Die meisten Firmenpleiten gab es im Handel (553) und im Baugewerbe (495), gefolgt vom Grundstücks- und Wohnungswesen (270) und der Industrie (131). Alle diese Bereiche verzeichneten einen deutlichen Rückgang an Insolvenzen. In der Gastronomie und Hotellerie gab es hingegen 441 Firmenpleiten bzw. einen Anstieg von 8,4 % im Jahresabstand. Für den Rest des Jahres rechnet der KSV1870 mit einer ähnlichen Dynamik wie 2025, die 6.800 Insolvenzen im Vorjahr dürften allerdings nicht überschritten werden. Besonders im 3. Quartal soll sich die Lage vor dem Hintergrund der Ferien- und Urlaubszeit beruhigen. [Quelle: KSV1870 | Grafik: Firmeninsolvenzen: keine Trendwende in Sicht]

🇦🇹 ÖBB-Rahmenplan: 19,5 Mrd. Euro Investitionen zwischen 2027-2032. Zwischen 2027 und 2032 sollen rund 3 Mrd. Euro pro Jahr in die ÖBB-Infrastruktur investiert werden. Der Rahmenplan für diesen Zeitraum wurde gestern im Ministerrat beschlossen. Damit bleiben die Investitionen auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen Jahren. Der Fokus liegt auf dem Ausbau der Transeuropäischen Verkehrsachse. Zentrale Projekte sind u. a. der Bau einer neuen Südstrecke mit dem Semmering-Basistunnel, Zulaufstrecken für den Brenner-Basistunnel sowie der Ausbau der Weststrecke. Der Brenner-Nordzulauf soll 2039 in Betrieb gehen. [Quellen: Bundeskanzleramt, BMIMI | Reaktion: SPÖ]

🇦🇹 Verwaltungs-Digitalisierungspaket beschlossen. Das Digitalisierungspaket der Reformpartnerschaft umfasst 3 Maßnahmen: Erstens soll der bestehende Digital Austria Data Exchange (dadeX) bis 2028 mit 15 Mio. Euro zur zentralen Datenplattform des Staates ausgebaut werden. Bis Ende 2029 sollen Register wie Firmenbuch, Grundbuch und das Zentrale Melderegister darüber abrufbar sein, sodass Bürger und Unternehmen Informationen nur einmal angeben müssen. Zweitens erlaubt eine Novelle des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) Behörden den Einsatz von Chatbots, automatisierte Bescheide sowie Verfahren ohne Antragstellung. Drittens wird das verwaltungsgerichtliche Verfahrensrecht aktualisiert, u. a. durch elektronische Gutachten und Maßnahmen gegen Verfahrensverzögerungen. Die Leitprinzipien hinter den Maßnahmen bleibe der Datenschutz, die Datensicherheit und eine klare Zweckbindung, so Staatssekretär Alexander Pröll. [Quellen: Bundeskanzleramt, Pressefoyer | Reaktionen: BMFWF, ÖVP, FPÖ, IV, WKÖ, Wb, DOÖ]

💡 Österreichs Lohnstückkosten steigen stärker als in Vergleichsländern. Von 2017 bis 2025 haben sich die nominellen Lohnstückkosten in Österreich um 37,3 % erhöht. Das ist mehr als in Deutschland (+34,5 %), im Euroraum-Schnitt (+27,0 %) und in Frankreich (+18,2 %). Die Schweiz verzeichnet mit +6,2 % den geringsten Anstieg, hier stammen die letzten Daten allerdings aus 2024. Lohnstückkosten steigen, wenn Löhne schneller wachsen als die Produktivität. Das war in Österreich der Fall: Die reale Arbeitsproduktivität legte im selben Zeitraum lediglich um 4 % zu. Für heimische Unternehmen bedeutet das einen wachsenden Kostennachteil im internationalen Wettbewerb. [Quelle: EcoAustria | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

🇦🇹 🇪🇺 EU-Rat zum nächsten EU-Budget und Emissionshandel. Gestern standen beim EU-Rat erste Gespräche zum Entwurf des Mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 auf Ebene der Staats- und Regierungschefs auf der Agenda. Österreich und die weiteren Nettozahler der EU zeigen sich mit dem Budgetentwurf der EU-Kommission sowie mit den Kürzungsvorschlägen der zyprischen Ratspräsidentschaft nicht zufrieden. Bundeskanzler Christian Stocker fordert eine deutliche Reduktion des Budgetvolumens. Neuen Eigenmitteln für die EU steht Stocker „konstruktiv“ gegenüber, neue Steuern sieht er aber kritisch. EU-Ratspräsident António Costa betonte, dass bis Jahresende eine Einigung gefunden werden müsse. „Ich werde dem nicht im Wege stehen, aber der Vorschlag müsste sich noch ändern“, sagte Stocker nach dem Rat. Die Staats- und Regierungschefs nahmen außerdem den Kommissions-Plan an, bis Mitte Juli einen konkreten Vorschlag zur Überprüfung des EU-Emissionshandelssystems vorzulegen – „einschließlich der kostenlosen Zertifikate“ über 2034 hinaus, auf die Österreich gedrängt hatte. „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, eine langjährige Forderung der energieintensiven Industrie in die Verhandlungen einzubringen“, so Stocker. [Quellen: Costa nach dem EU-Rat, EU-Rat Ergebnisse, Exit-Doorstep Stocker | Reaktion: Wirtschaftsbund]

🇪🇺 🇨🇳 China verdoppelt Direktinvestitionen in Osteuropa. Während deutsche und österreichische Investoren in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zurückhaltend agieren, hat China seine zugesagten Investitionen in der Region 2025 von 9 Mrd. Euro auf rund 16,5 Mrd. Euro fast verdoppelt. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (Wiiw) hervor. Damit ist China der größte Neuinvestor in der Region, macht jedoch nur etwas mehr als 1 % der bestehenden Investitionsbestände aus. Rund 70 % stammen weiterhin aus EU-Staaten, allen voran Deutschland. Insgesamt sind die Greenfield-Investitionen in Osteuropa im 1. Quartal 2026 um 44 % gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. [Quelle: Wiiw – Aussendung, Studie]

🇺🇸 US-Notenbank belässt Zinsspanne bei 3,5 und 3,75 %. Die amerikanische Zentralbank Fed hat die Leitzinsen unverändert zwischen 3,5 und 3,75 % belassen. Grund dafür sind die Folgen des Irankriegs und ein Anstieg der Beschäftigten im Mai. [Quelle: Fed]

Wochenendprogramm:

Meistgelesener Kommentar der Woche. Gerhard Jelinek: „Wie Österreich die Bildung und Gesundheit privatisiert“ [Hier lesen]

Meistgelesenes Interview der Woche. Wolfgang Hattmannsdorfer: „Die Volkspartei hat keine Mehrheit im Aufsichtsrat der Republik“ [Hier lesen]

Long Read I. BusinessEurope hat seine Frühjahrsprognose für Europa veröffentlicht. „The outlook continues to be weighed down by heightened geopolitical tensions in the Middle East, rising energy prices, modest investment momentum, and persistent uncertainty surrounding global trade“, heißt es darin. [Hier lesen]

Long Read II. Aus gegebenem Anlass der Bericht der Wehrdienstkommission von Jänner. [Hier lesen]

Long Read III. Eine neue Ifo-Analyse beleuchtet Fracking in Deutschland: „Zwischen Versorgungssicherheit, Klimapolitik und gesellschaftlicher Akzeptanz“ [Hier lesen]

Journal zu Gast. Mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]

Pressestunde. Mit Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur [Sonntag, 11.05 Uhr, ORF 2] 

Das Gespräch. Zum Thema „Welt ohne Spielregeln – Regieren nur noch Deals und das Recht des Stärkeren?“ mit Volker Türk, Cathryn Clüver Ashbrook und Gordon Repinski [Sonntag, 22:10 Uhr, ORF 2] 

Kulinarisches Briefing
13. Juni bis 19. Juni

Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik  

Diesmal im Briefing: Wo gibt es passend zum WM-Match Österreich-Argeninien ein richtig gutes argentinisches Steak? Ein eher durchwachsenes Erlebnis in einem neuen Restaurant auf der Seilerstätte, Wels-Tacos am Donaukanal und eine empfehlenswerte italienische Espressobar im Filmmuseum.

Jetzt jeden Samstag im Weekender!

Nächste Woche auf der Agenda:

Politik Österreich. Am Mittwoch tagt der Ministerrat. Am Donnerstag findet eine Sitzung des WKÖ-Wirtschaftsparlaments statt. Zudem endet der Tiroler Vorsitz im Bundesrat. Am Freitag findet ein Expertenhearing im Budgetausschuss zum Doppelbudget 2027/28 statt.

Politik international. Ab morgen, Sonntag beginnt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ihre fünftägige China-Reise. Am Montag kommt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig mit seinen Amtskollegen in Luxemburg zum EU-Ministerrat „Agrar- und Fischerei“ zusammen. Am Dienstag findet ein Gipfeltreffen der Visegrad-Gruppe mit möglichen zukünftigen Mitgliedsstaaten wie Österreich in Budapest statt. Am Mittwoch stellt die EU-Kommission Pläne für einfachere Besteuerung und für Vorschriften für Energieprodukte vor. Am Donnerstag tagt der EU-Ministerrat zum Thema Umwelt. Am Freitag wird Staatssekretärin Elisabeth Zehetner zum EU-Ministerrat „Energie“ erwartet. 

Daten und Fakten. Am Montag um 19 Uhr spielt Österreich gegen Argentinien. Zudem veröffentlicht die EU-Kommission ihre Vorabschätzung zum „Verbrauchervertrauen Eurozone Juni“. Am Dienstag präsentiert der Europäischer Autoherstellerverband ACEA die „Pkw-Neuzulassungen Mai“. Außerdem veröffentlicht S&P Global den „Einkaufsmanagerindex Juni“ für das verarbeitende Gewerbe sowie Dienstleistungen in der EU und Eurozone. Am Mittwoch veröffentlicht die Statistik Austria ihren Bericht zum Thema „Digitalisierung in Unternehmen 2025“. Am Donnerstag veröffentlichen Wifo und IHS ihre Sommerprognose zur Konjunktur 2026 und 2027. Am Freitag veröffentlicht die Statistik Austria den Bericht „Urlaubseuro 2026“, „Touristenparitäten 2026“ sowie die Zahlen zum Tourismus im Mai. Die UniCredit Bank Austria veröffentlicht ihren „Einkaufsmanagerindex Juni“. Am Sonntag um 4 Uhr spielt Österreich gegen Algerien. Um 15 Uhr startet der Formel 1 Grand Prix in Spielberg.

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.

Selektives Networking:

Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Michael Baminger ist neuer Präsident von Oesterreichs Energie. Rainer Nowak ist der neue Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen. Christian Nusser ist ab dem 1. Juli Mitglied der Chefredaktion der Kronen Zeitung. Maria Scholl und Klemens Ganner übernehmen interimistisch die APA-Führung. Kathrin Stainer-Hämmerle wurde zur neuen Rektorin der FH Kärnten gewählt.

Am Programm. Im Raurisertal findet am Samstag der traditionelle Hengstauftrieb statt [Info], in der Wiener Freudenau das Festival „Red Bull Midsummer“ [Info] und am Stephansplatz das Volksfest „70 Jahre FPÖ“ [Info].

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