Guten Morgen Österreich!
Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – ich melde mich aus Wien.
Editor’s Note: Vom Staatssekretär zum Moderator
von Stephan Frank
Wann haben Sie zuletzt eigentlich von Entbürokratisierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn gehört? Zu Beginn seiner Amtszeit war ihm die mediale Aufmerksamkeit unfreiwillig sicher, Stichwort Dienstwagenaffäre und NS-Vergleich. Er hatte bestimmt keinen leichten Einstand in sein Amt, vielleicht hat das erste Entbürokratisierungspaket auch deshalb etwas länger auf sich warten lassen, bis es schließlich Anfang Dezember präsentiert werden konnte. Auch die Umsetzung der 113 Maßnahmen geht verständlicherweise nicht von heute auf morgen. Bis heute sind aber nur 10 Prozent davon umgesetzt, der Großteil hängt in „legistischen Prozessen“ fest.
Wenig überraschend ist daher, dass sich eine bürokratische Entlastung bei den heimischen Unternehmern noch nicht bemerkbar macht. „Wir lassen alle Omnibusse durch die Gegend fahren, nur keiner merkt etwas davon. Kein Unternehmer spürt, dass ihm etwas leichter gemacht wird“, fasst das KSV1870-CEO Ricardo-José Vybiral zusammen. Bevor es zu spürbaren Entlastungen kommt, drohen trotz aller Entbürokratisierungsversprechen sogar noch weitere Belastungen.
KSV1870-CEO: „Ich sehe keine strukturellen Reformen im Doppelbudget“
Der Monate im Voraus für den 3. Juni angekündigte zweite „Entbürokratisierungs-Ministerrat“ wurde unzeremoniell abgesagt, wie wir in unserem Morning in Brief am Dienstag exklusiv vermelden konnten. Das passt ins Bild – den zwei akuten Naturkatastrophen bürokratischen Ursprungs hat der Entbürokratisierungsstaatssekretär in den letzten Wochen wenig bis nichts entgegengesetzt.
Zur befürchteten „Bürokratielawine“, die die EU-Entgelttransparenzrichtlinie den heimischen Unternehmen bescheren könnte, war von Sepp Schellhorn gar nichts zu hören. Zwar haben die Neos eine Fristverlängerung und ein „Stop the clock“-Verfahren vorgeschlagen, doch dafür mussten Neos-Wirtschaftssprecher Markus Hofer und Neos-Frauensprecherin Henrike Brandstötter ausreiten. Staatssekretär Schellhorn war in dieser Aussendung buchstäblich nur eine Randnotiz. Auch auf Nachfrage war dem Staatssekretariat über Wochen hinweg kein Statement zur Lohntransparenzrichtlinie zu entlocken.
Den „Bürokratietsunami“, den Handelsvertreter in der österreichischen Paketabgabe orten, bekämpfte Schellhorn ebenfalls nicht öffentlich. Ganz im Gegenteil, er befürwortete diese sogar: „Es ist hinlänglich bekannt, dass Steuern steuern. Die Paketabgabe ist auch eine Lenkungsmaßnahme“, so sein Kommentar dazu. Außerdem gäbe es ja „viele Ausnahmen“. Laut Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will müssten sich aber fast alle Händler in Österreich „freibeweisen“, dass sie unter diese Ausnahmen fallen. Fernost-Händler würden sich „sowieso wieder wegducken“ und am Ende nur die heimische Unternehmen zur Kasse gebeten werden. Das könnte insgesamt knapp 240 Mio. Euro Wertschöpfung und 2.400 Arbeitsplätze kosten, wie eine Analyse von GAW zeigt. Nebenbei bemerkt: Nicht nur der Handel protestiert gegen die Abgabe, auch der Rechnungshof äußert Bedenken und selbst das Wirtschaftsministerium hat eine kritische Stellungnahme abgegeben.
Rainer Will: „Paketsteuer schickt Österreich in die digitale Steinzeit“
Grafik: Paketabgabe trifft nicht nur den Handel
Im Hintergrund betont der kleinste Regierungspartner fast schon resignierend, dass das Entbürokratisierungsstaatssekretariat alleine nunmal keine Maßnahmen umsetzen kann, sondern immer auf die Kooperation der anderen Ministerien angewiesen ist. Man beschränkt sich also auf das koordinieren, moderieren und animieren. Dass ein Staatssekretär im Außenministerium keine Hausmacht in fremden Ministerien hat, war aber von Anfang an klar. Braucht es für eine reine Moderationsrolle wirklich einen eigenen Staatssekretär? Wenn man sich öffentlich nicht mehr gegen weitere Bürokratiekeulen stemmen will, könnte man die Koordinierungs- und Moderationsaufgaben auch gleich einem im Hintergrund arbeitenden Regierungskoordinator anvertrauen.
Eine Neuigkeit hatte Staatssekretär Sepp Schellhorn dieser Tage aber doch zu verkünden: Er will ein Buch schreiben, Arbeitstitel „Tu es nicht“. Dem ist nichts hinzuzufügen.
[Quellen und Infos: Absage des 2. Entbürokratisierungspakets, Selektiv, Neos-Aussendung zu Entgelttransparenzrichtlinie, Paketsteuergesetz – Stellungnahme Rechnungshof, Stellungnahme BMWET; Schellhorn zur Paketabgabe, News]
News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:
🇦🇹 Das Energiegesetz EABG kommt endlich zur Abstimmung. Kommenden Donnerstag wird im Nationalrat auch über das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) abgestimmt. Es ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig, die voraussichtlich die Grünen stellen müssten. Diese ist aber noch nicht gesichert. „Wir verhandeln noch. Das, was bisher auf den Tisch gelegt wurde, reicht noch nicht“, so der grüne Energiesprecher Lukas Hammer zu Selektiv. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer appelliert auf Nachfrage von Selektiv: „Je mehr heimischen Strom wir produzieren, desto niedriger die Preise – und desto unabhängiger werden wir von Energieimporten. Das EABG macht genau das durch schnellere Verfahren möglich. Jeder verlorene Tag kostet Geld – deshalb bringen wir es kommende Woche zur Abstimmung. Wer leistbare Energie ernst nimmt, stimmt zu“. Eine weitere Verhandlungsrunde könnte zu Beginn der Woche stattfinden. Im Wirtschaftsausschuss hatte die Regierungsvorlage im April nur die Stimmen von ÖVP, SPÖ und Neos erhalten. [Quellen: Parlamentskorrespondenz, BMWET auf Nachfrage, Grüne auf Nachfrage]
🇦🇹 Entscheidende Woche für das Doppelbudget. Nächste Woche Mittwoch wird Finanzminister Markus Marterbauer um 10 Uhr das Doppelbudget vorstellen. Damit starten die parlamentarischen Budgetberatungen im Parlament. Die Staatssekretäre Leichtfried (SPÖ) und Pröll (ÖVP) sowie Klubobmann Shetty (Neos) hatten vergangenen Mittwoch weitere Details bekanntgegeben. In der Verwaltung soll jede zweite Pensionierung nicht nachbesetzt werden, das soll 540 Mio. bis 2030 einsparen. 125 Mio. Euro sollen durch effizientere Abläufe in der Verwaltung gespart werden. Bei den Förderungen will die Regierung jährlich 800 Mio. Euro kürzen, insgesamt soll das „Förderungen-runter-Paket“ durch das Streichen von Doppel- und Dreifachförderungen 3,5 Mrd. Euro bis zum Jahr 2031 einbringen. „Das Budgetbegleitgesetz kommt ein bisschen später, weil es schwierige Verhandlungen sind“, so Neos-Klubobmann Yannick Shetty. [Quellen: Pressefoyer nach dem Ministerrat, Ministerratsbeschlüsse, BKA | Reaktionen: FPÖ/Schiefer, FPÖ/Steiner, Grüne]
🇦🇹 KV-Verhandlungen in der Chemieindustrie eskaliert. Nachdem am Dienstag die 7. Runde der KV-Verhandlungen in der Chemieindustrie gescheitert sind, hat die Gewerkschaft mit einer Ausweitung der Streiks ab kommender Woche gedroht. Kommenden Mittwoch soll bis zu 8 Stunden gestreikt werden und für nächsten Donnerstag wurde die nächste Verhandlungsrunde angesetzt. Schon in der Nacht auf vergangenen Donnerstag ist es jedoch zu einer Eskalation gekommen. Im Chemiepark Linz wurde der zentrale Leitstand heruntergefahren, was zu einer Unterbrechung von mehreren Tagen führt. Die Arbeitgebervertreter haben rechtliche Schritte gegen die Kampfmaßnahmen der Gewerkschaft angekündigt, wenn „unseren Mitgliedsunternehmen durch diese Aktionen wirtschaftliche Schäden entstehen“. Die Gewerkschaft sieht die Maßnahmen hingegen rechtlich gedeckt. Die Arbeitgeberseite bot zuletzt eine sofortige Erhöhung um 0,5 % und eine Einmalzahlung oder einen Zweijahresabschluss mit +2 % ab Oktober. Die Gewerkschaft fordert ein Plus von 3 %. In vielen Branchen liegen die KV-Abschlüsse der Frühjahrslohnrunde 2026 unter der maßgeblichen rollierenden Inflation. [Quellen: Chemie – Medienberichte, FCIO I, FCIO II, PRO-GE I, PRO-GE II; GPA Nahrungs- & Genussmittel, PRO-GE Metallgewerbe, vida Handel, GPA IT, WKÖ Energierohstoff, vida Speditionen, GPA Bau, vida Seilbahnen | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

Alle Grafiken von Selektiv 📈
Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.
Der Link wechselt jeden Freitag.
🇦🇹 🌐 Energiepreis-Update. Die mittleren Treibstoffpreise lagen gestern bei 1,844 Euro für Diesel und 1,739 Euro für Benzin. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im August lag gestern bei Handelsschluss bei 92,78 Dollar, ein Rückgang um 2,3 % zu Donnerstag. Der Gaspreis laut dem für die EU richtungsweisenden Terminkontrakt lag Freitagabend bei 48,82 Euro pro MWh – im Tagesabstand stabil. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis]
🇦🇹 Inflation steigt im Mai weiter. Die Inflationsrate (VPI) ist laut Schnellschätzung im Mai auf 3,7 % gestiegen. Im Monatsabstand stiegen die Preise um 0,1 %. Der größte Preistreiber waren erneut die Dienstleistungen mit einem Plus von 4,4 %. Energie war im Jahresabstand um 9,8 % teurer und sorgte für geringeren Inflationsdruck als noch im April. Der für den europäischen Vergleich relevante HVPI lag im Mai ebenfalls bei 3,7 % und damit über dem Durchschnitt der Eurozone (3,2 %) sowie Deutschland (2,7 %). [Quellen: Statistik Austria, Eurostat | Reaktionen: FPÖ, SPÖ, AK, ÖGB | Grafik: Inflation in Österreich steigt weiter]
💡 Brüssel gibt Österreich im Defizitverfahren grünes Licht, aber der Weg bleibt lang. Die EU-Kommission bescheinigt Österreich im Frühjahrspaket 2026, seine Verpflichtungen im laufenden Defizitverfahren zufriedenstellend zu erfüllen. Das Staatsdefizit ist laut Country Report 2026 von 4,6 % des BIP (2024) auf 4,2 % (2025) gesunken; die Frühjahrsprognose erwartet 4,1 % für 2026 und 2027. Die Staatsschulden steigen dennoch weiter von rund 81,5 % des BIP (2025) auf prognostizierte 84,9 % (2027). Ziel bleibt, das Defizit bis 2028 unter die 3-%-Marke zu drücken. Brüssel mahnt jedoch, dass die bisherigen Konsolidierungsmaßnahmen angesichts des hohen Alterungsdrucks bei Pensionen, Gesundheit und Pflege nicht ausreichen. [Quelle: EU-Kommission – Aussendung der Vertretung in Österreich, Country Report Austria 2026, Ratsempfehlung, F&Q, Dokumente zum Frühjahrspaket | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

🇦🇹 Ministerium pocht auf längere Wehrpflicht. Die ÖVP-Ministerinnen Klaudia Tanner (Verteidigung) und Claudia Bauer (u. a. Zivildienst) forderten diese Woche erneut die Verlängerung der Wehrpflicht auf 8 Monate plus 2 Monate Milizübungen bei gleichzeitiger Ausdehnung des Zivildienstes auf 12 Monate. Das von der SPÖ als Kompromiss vorgeschlagene Modell, das 2 Monate „verpflichtende Übungen“ im Anschluss an unverändert 6 Monate Wehrdienst und 9 Monate Zivildienst vorsieht, lehnt die ÖVP ab. Ex-Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) spricht sich als möglicher Präsidentschaftskandidat für das 8+2 Modell aus und kritisiert die Regierung: „Die Bundesregierung eiert seit Jänner nur herum“. Bei einer Pressekonferenz der „Plattform Wehrhaftes Österreich“ wiesen u. a. Erwin Hameseder (Leiter der Wehrdienstkommission) und Peter Koren (Industriellenvereinigung) darauf hin, dass die Verlängerung „kein Wunschzettel des Militärs, sondern die fundierte und logische Konsequenz aus der veränderten geopolitischen Bedrohungslage in Europa“ sei. Wenn politisch keine Entscheidung möglich ist, dann sei eine Volksbefragung eben der letzte Ausweg, so Hameseder. [Quellen: APA via Medienberichte, Kronen Zeitung, Pressekonferenz Plattform Wehrhaftes Österreich | Reaktionen: SPÖ]
🇦🇹🇪🇺 Industrie kurbelt Wirtschaftswachstum im 1. Quartal an. Das österreichische BIP ist vom 4. Quartal 2025 auf das 1. Quartal 2026 um 0,2 % gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag das Wachstum bei 0,9 %. „Das Wachstum lässt sich vor allem auf die Herstellung von Waren und den öffentlichen Konsum zurückführen“, so Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Die Herstellung von Waren legte im Quartalsabstand um 1,0 % zu, der Bau schrumpfte um 0,6 %. Die Land- und Forstwirtschaft schrumpfte um 2,2 %, auch Handel, Verkehr und Gastronomie/Beherbergung verzeichneten ein Minus von 0,8 %. Der private Konsum stieg um 0,1 %, der öffentliche Konsum um 1,6 %, die Bruttoanlageinvestitionen stagnierten. Sowohl Exporte (-0,7 %) als auch Importe (-0,5 %) waren im 1. Quartal rückläufig. „Österreich ist bei Konjunktur und Budget auf Kurs. Baustellen bleiben hohe Inflation und Arbeitslosigkeit“, so Finanzminister Markus Marterbauer. In der Eurozone ist die Wirtschaft im 1. Quartal um 0,2 % geschrumpft – getrieben durch einen Einbruch des irischen BIPs um über 12 %. Spitzenreiter war Dänemark mit +1,9 %. Für das Gesamtjahr 2026 schätzt die OECD Österreichs Wirtschaftswachstum in ihrer aktuellen Frühjahrsprognose mit 0,7 % nun niedriger ein als noch im Herbst (+0,9 %). Für 2027 erwartet die OECD ein Wachstum von 1,1 statt 1,2 %. [Quellen: Statistik Austria, Eurostat, OECD Economic Outlook | Reaktionen: Marterbauer auf Bluesky, FPÖ]
🇦🇹 Arbeitslosigkeit steigt um 0,8 %. Die Zahl der arbeitslosen Personen und AMS-Schulungsteilnehmer ist im Mai um 0,8 % auf 378.278 gewachsen, die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung liegt damit bei 7,1 %. Bei Männern ist die Arbeitslosigkeit um 2,2 % gesunken, während sie bei Frauen um 4,2 % gestiegen ist. „Branchen mit höherem Frauenanteil – Handel (+3,9 %) und Gesundheit (+14,2 %) sind vom Anstieg besonders betroffen“, so AMS-Vorständin Petra Draxl. [Quellen: AMS, BMASGPK | Reaktionen: FPÖ, SPÖ, IV, AK, ÖGB | Grafik: Was die Anhebung des Frauenpensionsalters bringt, Erstmals mehr Pensionisten als unter 20-Jährige]
🇦🇹 PV-Förderung nur noch für Wechselrichter aus Europa. In der Förderung von PV-Anlagen soll eine Pflicht für Wechselrichter aus europäischer Produktion eingeführt werden. Bisher gab es für einen bestimmten Anteil „Made in Europe“ einen Bonus – im Vorjahr enthielten 46 % der PV-Förderanträge einen europäischen Wechselrichter. Die Pflicht soll nicht nur die europäische Produktion weiter stärken, sondern auch der Sicherheit dienen, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Zudem soll es nur noch eine Förderung geben, wenn auch ein Batteriespeicher installiert wird und dieser in ein Energiemanagementsystem eingebunden wird. Zusätzlich muss entweder die netzwirksame Leistung auf 50 % der Modulleistung der PV-Anlage reduziert oder ein Vertrag mit dynamischem Einspeisetarif nachgewiesen werden. Die dafür nötige Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) soll nächste Woche den Regierungspartnern SPÖ und Neos vorgelegt werden. [Quelle: BMWET]
🇦🇹 WKÖ streicht 200 von 800 Stellen. Die Wirtschaftskammer streicht in der Bundesorganisation bis Ende 2027 insgesamt 200 von 800 Jobs. Lehrlinge und Trainees sind nicht betroffen. Die angekündigte Einsparung von 100 Mio. Euro jährlich für Unternehmen soll aber überwiegend bei der Kammerumlage 2 geschehen. [Quelle: APA via Medienberichte | Reaktion: Unos]
🇪🇺 🇦🇹 EU-Startup-Scoreboard: Österreich auf Platz 10 mit Abwärtstrend. Die EU-Kommission stuft Österreich im ersten European Startup and Scaleup Scoreboard als „High-performing“-Land ein, mit 113,8 % des EU-Schnitts auf Rang 10 unter den 27 Mitgliedstaaten. Österreich erreichte seinen Höchststand 2023 und ist seitdem rückläufig. Stärken liegen laut Scoreboard bei Infrastruktur und Netzwerken sowie beim Talentbereich; beim Indikator „Gründungskosten“ liegt Österreich deutlich unter dem EU-Schnitt. EU-weit führen Estland, Schweden, Finnland, die Niederlande und Dänemark das Ranking an. Als politische Konsequenz plant die Kommission u. a. den European Innovation Act und das EU-Inc.-Regime. [Quelle: EU-Kommission | Service: Zum Scoreboard]
🇨🇭 Schweizer Wirtschaft „unter Potenzial“. Die Wirtschaft der Schweiz soll heuer um 1,0 % und nächstes Jahr um 1,2 % wachsen. „Die Schweizer Wirtschaft wächst weiterhin unter Potenzial und steht unter dem Einfluss geopolitischer Unsicherheiten“, heißt es in der Prognose von Economiesuisse. Die Exporte sollen dieses Jahr leicht sinken und nächstes Jahr auf diesem Niveau stagnieren. Sowohl die prognostizierten Arbeitslosen- (3,1 bzw. 3,2 %) als auch die Inflationsrate (0,8 bzw. 1,0 %) liegen in der Schweiz deutlich unter den Werten Österreichs bzw. der EU. [Quelle: Economiesuisse]
Wochenendprogramm:
Meistgelesener Kommentar der Woche. Gerald Loacker: „Wehrdienst verlängern? Dann auch später in Pension“ [Hier lesen]
Meistgelesenes Interview der Woche. Stephan Marik-Lebeck: „Der Babyboom kam nicht von ungefähr“ [Hier lesen]
Long Read I. Die EcoAustria-Studie „Klimaneutralität in Österreich 2040: Volkswirtschaftliche Herausforderungen“ untersucht im Auftrag der Industriellenvereinigung Oberösterreich die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer unilateral in Österreich umgesetzten Klimaneutralität bis 2040. [Hier lesen]
Long Read II. Welche politischen Auswirkungen hat eine Budgetkonsolidierung genau und wie sollte sie gestaltet werden, um die Stabilität einer Regierung nicht zu gefährden? Eine Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) von Philipp Heimberger und Anna Matzner liefert Antworten aus 17 Ländern, darunter Österreich. [Hier lesen]
Journal zu Gast. Mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) Josef Pröll [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]
Pressestunde. Mit Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung, zur Lohntransparenzrichtlinie [Sonntag, 11.05 Uhr, ORF 2]
Hohes Haus. Zum Sparen im Doppelbudget mit Politikberater Thomas Hofer [Sonntag, 12:00 Uhr, ORF 2]
Das Gespräch. Zum Thema „Feilschen bis zuletzt: Spart die Regierung gerecht?“ mit Kai Jan Krainer, Andreas Ottenschläger, Helene Schuberth und Franz Schellhorn [Sonntag, 22:10 Uhr, ORF 2]
Pragmaticus im TV. Zum Thema „250 Jahre USA“ – Supermacht am Scheideweg? – bei Roger Köppel im Studio zu Gast: Leon De Winter, niederländischer Schriftsteller, Filmemacher und Kulturphilosoph, Ralph Schöllhammer, Politikwissenschaftler und Ökonom, Mathias Corvinus Collegium Budapest, Reinhard Heinisch, Professor für Politikwissenschaft, Universität Salzburg, Experte für US-Verfassung und Populismus. [Sonntag, 23:05 Uhr, ServusTV und ServusTV On – Dossier: 250 Jahre USA]
Kulinarisches Briefing
25. Mai bis 5. Juni
Business-Lunch-Geheimtipps gesucht? Ein Überblick über die wichtigsten Restaurantkritiken und kulinarischen Neuigkeiten der Woche. – von Dominik Futschik
Diesmal im Briefing: Eine urige Schank, an der Beuschel und Leber noch ernst genommen werden und ein Stadtheuriger, der ganz klassisch mit Körberl, aber auch mit Flammkuchen und BBQ-Öfen überzeugt. Ein Glaspavillon, in dem bei Burrata ud Pistazien Urlaubsfeeling aufkommt und ein neuer Beitrag zu Wien, als neuem Hotspot für Nudeln aus Schanghai.
Jetzt jeden Samstag im Weekender!
Nächste Woche auf der Agenda:
Politik Österreich. Am Montag tritt das Nachfolgemodell der Bildungskarenz, die Weiterbildungszeit, in Kraft. Am Dienstag berät der Budgetausschuss mit Fiskalratspräsident Christoph Badelt die Analyse der Staatsfinanzen 2024 bis 2029. In der Chemischen Industrie wird am Dienstag gestreikt, für Mittwoch ist die 8. KV-Verhandlungsrunde anberaumt. Die lange erwartete Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer zum Doppelbudget 2027/2028 findet am Mittwoch statt. Die erste Debatte ist für Donnerstag angesetzt, auch soll das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) zur Abstimmung kommen. Ebenfalls am Donnerstag bestellt der ORF-Stiftungsrat den neuen ORF-Generaldirektor bzw. -direktorin für die Periode von 2027-2031.
Politik international. Verteidigungsministerin Tanner nimmt am Dienstag am informellen Treffen der EU-Verteidigungsminister teil, Verkehrsminister Hanke am EU-Verkehrsministerrat. Die EU-Kommission veröffentlicht den Budgetentwurf für 2027 am Mittwoch. Finanzminister Markus Marterbauer trifft am Donnerstag die Finanzminister der Eurogruppe und nimmt am Freitag am Ecofin-Rat teil.
Daten und Fakten. Statistik Austria veröffentlicht am Dienstag die Außenhandelsdaten für März und am Mittwoch den Produktionsindex April sowie die Kfz-Neuzulassungen im Mai. Der EZB-Rat trifft sich am Donnerstag zu einer zinspolitischen Sitzung in Frankfurt, eine Zinserhöhung gilt als wahrscheinlich. Die Oesterreichische Nationalbank veröffentlicht am Freitag ihre gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich 2026-2028.
Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️
Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.
Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.
Selektives Networking:
Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Florian Tursky leitet seit dem 1. Juni das Global Government Technology Centre in Berlin. Marco Porak ist der neue Präsident der Amerikanischen Handelskammer AmCham Austria. Josef Moosbrugger wurde einstimmig als Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich wiedergewählt. Patricia Tschabitscher ist neue Geschäftsführerin für Incyte Biosciences Austria.