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Aktuelle Kommentare
Drei Tipps für Neo-Gouverneur Martin Kocher
Mit 1. September 2025 hat Martin Kocher sein neues Amt als Nationalbank-Gouverneur angetreten. Geldpolitisch kommt er in einer höchst spannenden, aber auch ebenso herausfordernden Zeit in die Runde der Europäischen Zentralbank (EZB). 2025 ist ein Jahr des Umbruchs: Die Amtszeit von gleich sieben EZB-Gouverneuren endet. Ein idealer Moment also für drei Bitten an den neuen Gouverneur.
Der Elch und die Bundesregierung
Ohne jetzt in überpatriotisches Selbstlob verfallen zu wollen: Was uns Österreicher vor allen anderen auszeichnet, ist unser untrügliches Gespür für das Wesentliche. Wie kaum eine andere Nation vermögen wir Wichtiges von Unwichtigem klar zu unterscheiden. Dazu braucht man nur in die Zeitungen oder besser noch in ihre legitimen Nachfolger, die sozialen Medien zu schauen. Dort ist kostenfrei zu besichtigen, was den Österreichern als wirklich wichtig ins gestrenge Auge sticht.
Schon wieder Zeit für eine neue „anti-westliche“ Weltordnung?
Für China war das medienwirksame Treffen von Xi Jinping mit dem indischen Premier Narendra Modi ein überraschender Propaganda-Erfolg. Die Chancen auf eine Annäherung der beiden Ländern werden aber überschätzt.
Kapitalismus schafft keine Gleichheit, macht aber alle reicher
Ohne eine gewisse Ungleichheit, ohne die großen Konzentrationen von Kapital und Betriebsvermögen, gibt es keinen Fortschritt, keine Innovation, keine Steigerung der Produktivität und damit auch keinen Zuwachs des allgemeinem Wohlstands. Ökonomische Gleichheit bzw. eine Politik, die sich die Bekämpfung der sozioökonomischen Ungleichheit zum Ziel setzt, bewirkt Stagnation und Niedergang. Das heißt aber nicht, dass durch den Kapitalismus die Ungleichheit ständig gewachsen ist, im Gegenteil.
„Das Eigenthum ist unverletzlich“ – von wegen
Man könnte beinahe Sehnsucht bekommen nach der „guten alten Zeit“ in der ein Satz galt: „Das Eigenthum ist unverletzlich“. Die politischen und rechtlichen Entwicklungen der letzten paar Jahre und der letzten Wochen, lassen diese Sehnsucht nach der liberalen Phase der k.u.k Monarchie wachsen: Grundlegende Rechte und grundlegende Prinzipien einer freien Gesellschaft werden angegriffen, von bekennenden Marxisten sowieso, aber auch unter Zutun vermeintlich bürgerlicher Parteien.
Energiewirtschaft zu Unrecht Sündenbock für hohe Strompreise
Zwar haben viele Energielieferanten ihre Strompreise in den vergangenen Monaten spürbar gesenkt, doch der Wegfall der Strompreisbremse kann dadurch nicht vollständig ausgeglichen werden. Entsprechend wird sich das Ende dieser Unterstützungsmaßnahme nach der Methodik zur Berechnung der Inflationsrate noch bis Ende 2025 spürbar in den Inflationsdaten niederschlagen und jeden Monat die Energiewirtschaft als Sündenbock durch die Schlagzeilen getrieben.
Der letzte ÖVP-Kanzler…
Stocker und drei ÖVP-Landeshauptleute bilden zudem die letzte Bastion, die verhindern sollen, dass Kickl sein strategisches Zeil erreicht: die Zerstörung der ÖVP, beziehungsweise die Redimensionierung zur Kleinpartei, die der FPÖ die Koalitionsmehrheit beschafft. Nach zwei bis drei Jahren Sparkurs, den die Wähler vor allem auf Gemeindeebene spüren werden, stehen drei ÖVP-Länder möglicherweise vor dem Fall: Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich. Drei Landtagswahlen, die nicht nur das Schicksal Stockers besiegeln könnten, sondern das der Volkspartei.
Zartes Wachstum als Armutszeugnis für Österreich
Österreich profitiert offenbar weniger als andere kleine und offene Ökonomien und Nachbarländer von Vorzieheffekten der Trumpschen-Zollpolitik. Noch dramatischer als im Außenhandel ist Österreich im Vergleich zu Peers bei der privaten Investitionsdynamik zurückgefallen. Die verhärtet schwache Investitionsdynamik ist gerade in einem Hochlohnland wie Österreich ein schrillendes Alarmzeichen.
Europas Verteidigung wird zur Startup-Sache
Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur sicherheitspolitische Grundannahmen erschüttert, sondern auch einen wirtschaftlichen Umbruch ausgelöst. Gerade Österreichs stark aufgestellte Maschinenbauer und Automobilzulieferer könnten künftig verstärkt sicherheitsrelevante Anwendungen adressieren. Das Land verfügt mit Unternehmen wie Glock und Steyr Arms über eine Reihe hochspezialisierter Akteure mit internationaler Relevanz – insbesondere im Bereich Dual-Use-Technologien. Doch hier braucht es stärkeren politischen Willen und Fokus.
Ab in die Vollkasko-Gerontokratie
Sollten die Pensionen kommendes Jahr tatsächlich um den vollen Anpassungsfaktor steigen, wäre es der endgültige Beweis, dass wir in einer Vollkasko-Gerontokratie leben. Vollkasko, weil die Politik mit einer solchen Erhöhung die Idee der vergangenen Steigerungen konterkarieren würde: Wenn der Wohlstand der Gesellschaft wächst, sollen alle davon profitieren, auch die, die nicht mehr arbeiten – das ist ein fairer Gedanke. Aber dass dieselben Leute dann nicht mitzahlen sollen, wenn es einmal schlechter läuft, wenn die Wirtschaft schrumpft, die Produktivität stagniert und die Schulden steigen – das wäre weder gerecht noch nachvollziehbar.