Expertinnen und Experten

Meinung, Reflektion und Standpunkte zum aktuellen Geschehen.

Aktuelle Kommentare

Kontrapunkt von Martin Rhonheimer

Jesus tadelt nicht das Gewinnstreben, sondern die Faulheit

Die christliche Tradition der Kritik des Privateigentums stammt aus einer lange vergangenen Zeit, in der man nur reicher werden konnte, wenn andere ärmer wurden – sie wurde im Mittelalter überwunden. Und auch Jesus war mit Sicherheit kein Kapitalismuskritiker, sonst hätte er in seinen Gleichnissen das auf Gewinn gerichtete unternehmerische Tun nicht als Bild für tugendhaftes und lobenswertes Verhalten verwendet. Was Jesus tadelt, ist die Habgier der Geizigen, Faulen, der rücksichtslosen Genießer und Wohlstandshedonisten, die eben „vor Gott nicht reich“ und deshalb letztlich „Narren“ sind.

Kommentar von Sara Grasel

Wenn der Mutterinstinkt des Staates in freien Märkten wütet

Ein haarsträubender Markteingriff folgt dem nächsten und das ausgerechnet in Bereichen, in denen Nachbarländer bereits vorexerziert haben, welche katastrophalen Folgen das hat. Was bleibt ist der schale Geschmack, dass Österreich zum Schreckgespenst für kleine und große Investoren wird.

Kommentar von Christian Tesch

Stromgesetz: Netzdienlichkeit senkt Kosten für Netzausbau

Richten wir unser Stromnetz an den Spitzenzeiten (mittags an einem wolkenlosen und windigen Sommertag) aus, wird das richtig teuer. Und ineffizient. Die Kosten dafür werden auf alle Nutzer aufgeteilt – und diese Netzkosten sind ein großer Anteil auf der Stromrechnung. Würde maximal-dimensioniert ausgebaut, wäre Strom für alle teurer als notwendig. Ein großes Ziel ist also, die Auslastung des Netzes möglichst gleichmäßig zu verteilen und Spitzen abzuflachen.

Kommentar von Rainer Nowak

Trump, Putin und das Europa-Kabarett

Der Trump-Putin-Gipfel in Alaska hat es gezeigt: die Kopfloses-Huhn-Taktik Brüssels, Berlins und Paris im Ukraine-Konflikt ist gescheitert. Wirtschaftssanktionen sind süß zu beschließen, bringen aber ohne Rest der Welt wenig bis nichts. Die Entscheidungen über den Ausgang des Kriegs fallen woanders.

Kommentar von Heike Lehner

Patriotische Umerziehung: Europas Kapitalfehler

Europäer lassen immer noch Billionen Euro auf Konten und Sparbüchern ungenutzt, während Unternehmen dringend Kapital für Innovationen benötigen. Der Wunsch, das Vermögen privater Haushalte in vorgegebene Branchen zu lenken, verfehlt das Ziel. Denn Staaten sind notorisch schlecht darin, die richtigen Gewinner auszuwählen.

Zeitgeschichten von Gerhard Jelinek

Als in Österreich das Brot ausging

Soll, kann, darf ein Preis in einer freien Marktwirtschaft staatlich festgesetzt werden? Und zeitigt das den erwünschten Erfolg?

„Wohin mit dem Geld?“ von Monika Rosen

Die Wall Street straft Enttäuschungen besonders hart

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen im S&P 500 haben ihre Halbjahreszahlen schon vorgelegt. Dabei zeigt sich: werden die Erwartungen der Wall Street für Gewinn und Umsatz verfehlt, geht der entsprechende Aktienkurs mehr als doppelt so stark in die Knie, als es im Schnitt der letzten fünf Jahre der Fall war. Trotzdem: die US-Gewinne steigen derzeit stark an.

Kommentar von Georg Renner

Der Mittelspecht im Raum

Vor zwei Wochen hat die Bundesregierung beim „Sommerministerrat“ ihre Ideen vorgelegt, wie Genehmigungsverfahren in Österreich beschleunigt werden könnten. Dass Mittelspecht, Fledermaus, Ziesel und Co. Großprojekte aufhalten oder sogar ganz verhindern, kommt immer wieder vor. Dass Bürgerinitiativen solche Viechereien einsetzen können, um Projekte auszubremsen, wird sich durch ein bisschen Herumschrauben am Verfahrensrecht aber nicht ändern.

Zeitgeschichten von Gerhard Jelinek

Der Staat sollte einfach mal nichts tun

Vielleicht braucht Österreichs Wirtschaft – und nicht nur diese – einfach stabile Verhältnisse, Rahmenbedingungen, die nicht alle paar Monate geändert, Gesetze auf die sich Investoren aller Größenordnungen einfach verlassen können, Rechtssicherheit eben. Zwei aktuelle Beispiele.

Kommentar von Gerald Loacker

Teilzeit ist das neue Feindbild

Kaum ein Thema entzündet die innenpolitische Debatte derzeit so sehr wie die Arbeitszeitfrage. Zwischen „Lifestyle-Teilzeit“ und dem Fingerzeig auf ausbeuterische Unternehmen versinkt eine komplexe gesellschaftliche Realität in groben politischen Schwarz-Weiß-Mustern. Doch wer wirklich verstehen will, warum in Österreich so viel in Teilzeit gearbeitet wird, muss tiefer graben: in den Sozialstaat, in die Steuerlogik, in die Motive der Menschen selbst.

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