Expertinnen und Experten

Meinung, Reflektion und Standpunkte zum aktuellen Geschehen.

Aktuelle Kommentare

Kommentar von Heike Lehner

Der Nährboden der nächsten Inflationswelle

Die Zinsen halten still. Doch bei all dem Abwarten und Tee trinken dürfen wir nicht den Fehler machen, die Anfänge der letzten Hochinflationsphase vor ein paar Jahren mit der aktuellen zu vergleichen. Die Ausgangslage hat sich verändert. Damals kamen wir aus einem Jahrzehnt mit niedrigen Zinsen und niedriger Inflation. Heute rutschen wir von der einen Hochinflationsperiode potenziell in die nächste. Und genau dieser Nährboden ist es, wieso wir vorsichtig sein müssen.

Kommentar von Sara Grasel

Willkommen im roten Kompromismus

Am Regierungs-Steuer scheint jetzt endgültig die SPÖ zu sitzen, die ganz konsequent ihren Plan durchsetzt – wenn ein Kompromiss gefragt ist, und das ist in dieser Konstellation Dauerprogramm, wissen die Roten genau, was sie wollen. Welche wichtigen Dinge auch immer im Gegenzug für die vielen schmerzhaften Markteingriffe herausschauen – sie sind als Signale nicht einmal halb so stark. Kein Wunder, dass niemand beruhigt ist, wenn die ÖVP versucht, ihre Wähler beim Thema Erbschaftssteuer oder Grundsteuererhöhung zu kalmieren. Wer weiß, im Gegenzug für eine Lohnnebenkosten-Senkung vielleicht?

Wohin mit dem Geld? Von Monika Rosen

Öl und Gold vom Krieg unterschiedlich betroffen

Der Krieg im Mittleren Osten hat den Ölpreis massiv in die Höhe getrieben. Gleichzeitig konnte Gold seine Rolle als Krisenwährung nicht in gewohnter Manier ausspielen. Was sind die Hintergründe, und warum hat Europa mit dem aufgewerteten Dollar jetzt ein zusätzliches Problem?

Kommentar von Bernhard Seyringer

Für China ist der Irankrieg ein katastrophales Erdbeben

Chinas außenpolitische Architektur im Nahen Osten ist wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Der Iran war die wichtigste Säule im diplomatischen Konzept in einer Region, über die Peking bis dato weder Expertise oder Erfahrung hatte. China verliert dadurch massiv an Einfluss.

Kommentar von Georg Renner

Einfach mal tanken lassen

Der Iran-Krieg ist keine zehn Tage alt und die Republik hat schon zwei Ideen, wie man den Autofahrern das Tanken erleichtern könnte. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) will die Steuern auf Treibstoff vorübergehend senken (die FPÖ will sie überhaupt abschaffen), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) schwebt ein Preisdeckel nach „kroatischem Vorbild“ vor. Es fehlt nur noch eine dritte Idee, die in Österreich so radikal ist, dass sie augenscheinlich niemandem in den Sinn kommt: den Markt einfach wirken lassen.

Kommentar von Rainer Nowak

Überlebenskünstler Babler und das Lob der Grabrede

Die altehrwürdige Tätigkeit des Grabredners bekommt viel zu wenig Respekt in der Öffentlichkeit. Ohne getragene Worte mit der richtigen Mischung aus Pathos, Trost und Feierlichkeit ist der letzte Gang nicht perfekt. Spätestens seit vergangenem Samstag wissen wir: Das gilt auch für Parteitage.

Kommentar von Heike Lehner

Lohntransparenz: Besser gleich arm als unterschiedlich reich

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Dieses Mantra, den Gender Pay Gap zu schließen, ist nicht neu. Als neuestes Allheilmittel dafür gilt die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in jedem EU-Land umgesetzt sein muss. Gleich arm als unterschiedlich reich, ist die Realität, die uns hier als Fortschritt verkauft wird.

Kommentar von Barbara Schmidt

Wie viele Eingriffe verträgt der Strommarkt?

Missverständnisse zur Merit-Order. Auch die österreichische Bundesregierung fordert in den vergangenen Wochen immer wieder eine Reform des Strommarkts auf EU-Ebene. Das Argument lautet: Trotz hoher Anteile an erneuerbaren Energien in Österreich würden die Strompreise durch teure Gaskraftwerke bestimmt. Das sei nicht mehr zeitgemäß. Allerdings: Aber auch wenn sie gut gemeint sind – Eingriffe in dieses komplexe System können nach hinten losgehen.

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