Weekender ・ 08.08.2026

Weekender, 8. August 2026

Guten Morgen Österreich!

Wir begrüßen Sie bei unserem wirtschaftspolitischen Briefing am Wochenende! Heute zusammengestellt und editiert von Sara Grasel – wir melden uns aus Wien.

Editor’s Note: Ein Scherbenhaufen namens Pensionssystem
von David Schima

Schön, dass wieder über Pensionen geredet wird und bisher durchaus vernünftige Vorschläge gemacht wurden. Nun hat sich allerdings die Arbeiterkammer (AK) gemeldet. Diese Woche machte sie auf die „Pensionslücke“ aufmerksam und verwies dabei auf jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst zum Jahresende beziehen. Dieser „Equal Pension Day“ fällt heuer auf den 9. August, im Vorjahr war es bereits der 7. August. Damit schließt sich die Lücke zwischen durchschnittlicher Männer- und Frauenpension weiter und liegt inzwischen bei 39,4 %. Was zunächst dramatisch klingt, folgt einer simplen Logik: Die derzeitigen Pensionen spiegeln den Arbeitsmarkt der letzten Jahrzehnte wider. Und da waren viel weniger Frauen erwerbstätig als heute. Umso besser, dass jetzt auch das gesetzliche – und damit auch das faktische – Pensionsantrittsalter der Frauen steigt und sie dadurch mehr Pension bekommen, möchte man meinen. „Dass die Menschen länger arbeiten, wenn man das Pensionsalter anhebt, ist ein Märchen“, so AK-Präsidentin Renate Anderl bei einer Pressekonferenz. Blöd nur, dass die Realität anders aussieht: Die Beschäftigung älterer Frauen stieg in den letzten 3 Jahren von 42.278 auf 94.686. Und das trotz der längsten Rezession der Zweiten Republik.

Grafik: Was die Anhebung des Frauenpensionsalters bringt

Dass die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters wirkt, zeigt auch der Blick auf die Pensionslücke der Neupensionierungen. Diese sank allein zwischen 2020 und 2025 von 43,7 auf 32,4 %. Gleichzeitig stieg die Höhe der Durchschnittspension von Frauen – und zwar stärker als bei den Männern. Dass Frauen trotzdem oft weniger Pension bekommen, liegt vor allem an der nach wie vor hohen Teilzeitquote. Um sie zu reduzieren, braucht es freilich einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, aber auch einen Mentalitätswandel bei den rund 25 % der Frauen, die schlicht nicht Vollzeit arbeiten wollen.

Grafik: Ein Viertel will nicht Vollzeit arbeiten

Interview: APK-Chefin: „Teilzeitarbeit führt auch zu einer Teilzeitpension“

Bereits zu Beginn der Woche war der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle mit der Forderung vorgeprescht, dass ein Pensionsantritt mit 65 künftig erst nach 45 Arbeitsjahren erfolgen darf. Andernfalls müsse man eben noch weiterarbeiten. Dass es ausgerechnet einer der Landesfürsten wagt, diese rot-weiß-rote heilige Kuh anzutasten, stand wohl auch auf keiner Bingo-Karte. Erwartbar war dagegen die Abwehrhaltung der AK: „Auf die Beitragsjahre zu gehen, halte ich nicht für sinnvoll“, so Anderl. Nun kann man von harten Grenzen im Sozialsystem halten, was man will. Es wäre jedenfalls grob fahrlässig, vor der gefährlichen Mischung aus sinkenden Geburtenraten und steigender Lebenserwartung die Augen zu verschließen. Darüber sind sich nahezu alle Experten einig. „Dass wir künftig länger arbeiten müssen, ist notwendig für den Arbeitsmarkt“, sagte etwa AMS-Chef Johannes Kopf am Montag.

Zuletzt wurde auch die Forderung laut, dass doch bitte die Akademiker länger arbeiten sollen. Schließlich steigen die ja erst später ins Berufsleben ein als Menschen mit Lehrabschluss und leben noch dazu statistisch länger. Aber auch das greift zu kurz: Mit ihren tendenziell höheren Einkommen und damit größeren Steuerleistungen finanzieren die Akademiker den immer fetter werdenden Sozialstaat – und zunehmend auch die Pensionen. Denn das Umlagesystem, bei dem die derzeitigen Erwerbstätigen für die derzeitigen Pensionisten zahlen, ist durch den demografischen Wandel in eine derartige Schieflage geraten, dass der Bund jährlich Beträge in Milliardenhöhe zuschießen muss. Im vergangenen Jahr waren die Einnahmen aus dem Umlageverfahren bereits am 12. August erschöpft. Bis zum Ende des Jahres mussten rund 33 Milliarden Euro zugeschossen werden.

Grafik: Pension Overshoot Day 2025

Kommentar: Die staatliche Pension macht uns ärmer

Während dieser Tag immer weiter Richtung erste Jahreshälfte rückt, bewegt sich der von der AK inszenierte „Equal Pension Day“ in die Gegenrichtung und die Pensionslücke schließt sich. Das zeigt: Das wahre Problem des österreichischen Pensionssystems liegt in der fehlenden Generationengerechtigkeit. Bei der AK hört sich das aber so an: „Es ist nicht zwingend, dass man die 2. und 3. Säule stärkt. Stattdessen müssen wir vor allem die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen.“ Allein: Selbst wenn jeder junge Mensch in Österreich einen Job hätte, würde sich das mit dem Umlageverfahren schon rein mathematisch nicht ausgehen. Fakt ist und bleibt eben, dass eine zunehmend kleinere Gruppe Aktiver einer zunehmend größeren Gruppe Passiver gegenübersteht. Wer das Pensionssystem nachhaltig absichern will, muss in die Strukturen gehen und die betriebliche und private Altersvorsorge stärken. Und wohl auch das Pensionsalter erhöhen. Wenn das nicht passiert, lässt die Politik der nächsten Generation einen Scherbenhaufen über.

Grafik: Pensionskosten ziehen davon

Kommentar: Wie, eine Pensionsreform einfach umsetzen? Das geht?

News – was Sie seit dieser Woche wissen müssen:

🇦🇹 Vorstoß zur Pension erst ab 45 Arbeitsjahren findet wenig Anklang. Der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle stärkte Seniorenbund-Chefin Ingrid Korosec in der Pensionsdebatte den Rücken. Eine Pension mit 65 Jahren solle erst ab 45 Arbeitsjahren möglich sein. Wer dieses Mindestmaß nicht erfüllt, müsse über das derzeitige gesetzliche Antrittsalter hinaus arbeiten. Alle Parteien sollten ihre Reformideen für das Pensionssystem präsentieren und in einer öffentlichen, live gestreamten Anhörung konkret diskutieren, so Mattle. Den Pensionsantritt an eine bestimmte Anzahl an Arbeitsjahren zu knüpfen, sei nicht Parteilinie, stellte der neue ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner fest. Laut Wifo-Ökonomin Christine Mayrhuber würden derzeit 47 % der in Pension gehenden Männer die 45 Jahre erfüllen, bei den in den Ruhestand tretenden Frauen wären es 18 %. SPÖ-Geschäftsführer Klaus Seltenheim erteilte Mattles Vorstoß eine Absage: „Hackeln bis 70 wird es mit der SPÖ nicht geben.“ Eine Koppelung des Pensionsantritts an die Arbeitszeit benachteilige Akademiker und führe zu einer höheren Altersarbeitslosigkeit. Neos-Sozialsprecher Johannes Gasser hingegen begrüßte Mattles Vorschlag. [Quellen: Ö1-Mittagsjournal 3.8., ZIB 2 3.8., APA via Medienberichte, Ö1-Morgenjournal 5.8., APA via Medienberichte, SPÖ, Neos | Reaktionen: PVÖ, SPÖ, Die Grünen, IV, PVÖ, Caritas, Vida, FCG, FPÖ | Kommentar: Das ist die billigste Pensionsreform | Grafik: Halbes Leben in Erwerbstätigkeit bleibt Ausnahme]

💡 Halbes Leben in Erwerbstätigkeit bleibt Ausnahme. Bei der Debatte um ein höheres Pensionsantrittsalter wird häufig mit der Lebenserwartung argumentiert. Hierbei ist der Anteil des Arbeitslebens an der Lebenserwartung von Relevanz. In den Niederlanden, Estland, Dänemark und Schweden sind das über 50 %, in Österreich 47,1 %, knapp über dem EU-Schnitt von 45,6 %, aber hinter Deutschland mit 49,3 %. In Jahren gerechnet arbeiten Österreicherinnen und Österreicher im Schnitt 38,7 von 82,1 Lebensjahren. Bei Frauen liegt der Anteil aufgrund höherer Lebenserwartung bei weniger Arbeitsjahren niedriger als bei Männern. Spannend ist der Vergleich mit den Niederlanden. Bei einer Lebenserwartung von 81,9 Jahren – ähnlich wie in Österreich – kommen die Niederländer auf 43,8 statt 38,7 Jahre im Erwerbsleben. [Quellen: Eurostat – LebenserwartungArbeitsleben, eigene Berechnung | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger]

Alle Grafiken von Selektiv 📈

Die Redaktion von Selektiv gießt Zahlen und Daten in anschauliche Grafiken – hier geht es zum Überblick mit Download-Funktion.

Der Link wechselt jeden Freitag.

🇦🇹 550 Anträge für Weiterbildungszeit genehmigt. Das AMS hat bis Ende Juli 550 Anträge für die neue Weiterbildungszeit genehmigt. 471 Anträge wurden abgelehnt – meist, weil zu früh angefragt wurde – und 312 sind noch in Bearbeitung. 28,9 % der Menschen in Weiterbildungszeit sind Akademiker. Die Weiterbildungszeit ist jährlich mit Ausgaben von 150 Mio. Euro gedeckelt. [Quelle: APA via Medienberichte | Kommentar: Berufliche Weiterbildung ist kein Allgemeingut]

🇦🇹 Energiepreis-Update – deutliche Rückgänge im Wochenverlauf. Die mittleren Treibstoffpreise lagen gestern bei 1,979 Euro für Diesel (-3,4 % seit Montag) und 1,743 Euro für Benzin (-4,7 % seit Montag). Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Oktober lag gestern Abend bei 83,61 Dollar, ein Minus von rund 7 % seit Wochenanfang. Der Gaspreis laut des für die EU richtungsweisenden Terminkontrakts lag am Freitagabend bei 55,68 Euro pro MWh – ein Rückgang von 1,6 % seit Montag. [Quellen: Spritpreise, Ölpreis, Gaspreis]

🇦🇹 Trockenheit erhöht Druck auf Landwirtschaft und Donau-Gütertransport. Das 1. Halbjahr 2026 war das zweittrockenste seit Beginn der Messungen und die Trockenheit dürfte Schätzungen zufolge noch bis Dezember anhalten. Das führt zu Einschränkungen beim Gütertransport auf der Donau und in der Landwirtschaft. Die Stromversorgung ist im Unterschied zu manchen anderen Ländern in Europa stabil. Die Güterschifffahrt auf der Donau ist wegen des Niedrigwassers weitgehend zum Erliegen gekommen. Behördliche Sperren gibt es keine, allerdings müssen die Beladungen der Güterschiffe deutlich reduziert werden, weshalb eine Verlagerung der Transporte auf Schiene oder Straße derzeit wirtschaftlicher ist. Heuer fällt zudem aufgrund von Hitze und Trockenheit die Getreideernte, inklusive Körnermais, um 18,4 % niedriger aus als 2025. Mit einer Gesamtproduktion von 4,5 Mio. Tonnen 2026 wird der langjährige Durchschnitt um 14,4 % unterboten. Hält die Trockenheit an, könnte sich besonders in viehstarken Regionen die Futterknappheit weiter verschärfen, da viele Betriebe bereits Winterreserven nutzen. Bundeskanzler Christian Stocker kündigte an, dass die Bundesregierung die Landwirte in den Bereichen unterstützen werde, in denen es notwendig sei. Die Landwirtschaft fordert u. a. die Gewährung zinsloser Kredite. Eine politische Einigung steht noch aus. [Quellen: Oesterreichs Energie auf Selektiv-Anfrage, BMIMI, AMA, ZIB 2, APA via Medienberichte, BMLUK, PK Vorhofer, Stocker/Totschnig | Reaktion: Die Grünen]

🇦🇹 770 Mio. Euro für Klima-Sozialplan geplant. Das Finanzministerium hat die zweite Konsultation zum Klima-Sozialplan gestartet, der die Verwendung der österreichischen Mittel aus der 2028 startenden zweiten Phase des EU-Emissionshandels (EU-ETS2) regelt. Bis 2032 sollen rund 770 Mio. Euro an von Energie- und Mobilitätsarmut betroffene Haushalte fließen, davon 60 % in Gebäudesanierung und 40 % in Verkehrsmaßnahmen. [Quelle: BMF | Service: Konsultation | Reaktion: SPÖ]

🇦🇹 Luftfahrt: Weniger Passagiere, AUA streicht Flugverbindung. Austrian Airlines stellt die defizitäre Verbindung zwischen Wien und Graz mit dem Winterflugplan ein. Graz bleibt über die Drehkreuze Frankfurt, München und Zürich mit insgesamt 46 Flügen pro Woche an das Lufthansa-Group-Netz angebunden. Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger wertet die Streichung als weiteres Warnsignal für den Luftfahrtstandort Österreich: Während der Flugverkehr europaweit wachse, verliere Österreich Strecken und Kapazitäten, die sich in Länder mit günstigeren steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen verlagerten. Nötig sei eine koordinierte Standortstrategie inklusive Abschaffung oder deutlicher Senkung der Flugabgabe. „Verbindungen zu verlieren geht schnell, sie zurückzugewinnen dauert oft Jahre“, so Jäger. Die Zahl der Reisenden an den 6 österreichischen Verkehrsflughäfen in Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz und Klagenfurt sank im 1. Halbjahr 2026 um 2,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 16,4 Mio. Schuld ist laut Jäger nicht nur der Krieg im Nahen Osten, sondern auch die Schwächen in der Wettbewerbsfähigkeit aufgrund hoher Abgaben. [Quellen: Austrian Airlines, Jäger via LinkedIn, AÖV]

🇦🇹 Insolvenz-Entgelt-Fonds harrt eines Kompromisses. Bundeskanzler Christian Stocker kündigte via APA eine baldige Lösung für den Insolvenz-Entgelt-Fonds an, dem heuer das Geld ausgehen dürfte. Konkret wurde er aber nicht. Die WKÖ fordert eine Überprüfung der Leistungen des Fonds, da diese im EU-Vergleich „deutlich höher“ und „weniger zielgerichtet“ seien. Die AK lehnt diesen Ansatz ab und spricht sich stattdessen für eine „stärkere Bekämpfung“ von „Sozialbetrug durch Unternehmen“ sowie eine Anhebung des Arbeitgeberbeitrags auf 0,2 % aus. GPA-Vorsitzende Barbara Teiber sprach sich im Selektiv-Interview auch für eine Anhebung der Beiträge aus: „Wenn der Fonds leer ist, müssen die Beiträge wieder angehoben werden oder man macht Schulden“. [Quellen: WKÖ, AK – Betrugsbekämpfung, Arbeitgeberbeitrag; APA via Medienberichte; Teiber im Selektiv-Interview | Reaktion: Unos | Kommentar: Der Pleitefonds ist pleite – wer zahlt nun die Rechnung? | Grafik: Österreichs Lohnnebenkosten unter den EU-Spitzenreitern]

💡 Sparpaket bremst Schuldenwachstum, stoppt es aber nicht. Die Konsolidierungspakete 2025/26 und 2027/28 sollen den Anstieg der Staatsschuld verlangsamen, aufhalten können sie ihn nicht. Laut aktueller Budgetplanung steigt die Schuldenquote von 81,5 % (2025) auf 85,0 % des BIP im Jahr 2031. Ohne die Sparmaßnahmen läge sie bei 99,1 %, rund 14 Prozentpunkte höher. Gleichzeitig verdoppeln sich fast die Zinsausgaben des Staates, von 8,3 Mrd. Euro (2025) auf 15,4 Mrd. Euro (2031). Die jährliche Neuverschuldung soll ab 2028 erstmals wieder unter die Maastricht-Grenze von 3 % des BIP fallen, von der zweiten Grenze, den 60 % beim Schuldenstand, bleibt Österreich aber weiterhin weit entfernt. [Quelle: Wifo | Grafik von Stanislaus Ruhaltinger] 

🇦🇹 Neos pochen auf Sonntagsöffnung. Die Neos haben diese Woche einen neuen Anlauf gestartet, sich für die Sonntagsöffnung eigentümergeführter Geschäfte sowie von Automatenläden stark zu machen. Eine generelle Liberalisierung sei in dieser Legislaturperiode aber nicht erreichbar, gestand man ein. Derzeit werde nicht verhandelt. Nur 11 europäische Hauptstädte hätten eine Sonntagssperre – darunter Wien. [Quelle: PK Neos | Reaktionen: SPÖ, ÖVP Wien, GPA]

🇦🇹 Österreich steigt im EU-Digital-Ranking auf Platz 11. Österreich hat sich im Digitalisierungsindex DESI des deutschen Branchenverbands Bitkom um 2 Ränge auf Platz 11 der 27 EU-Staaten verbessert. Mit 56,7 Punkten liegt Österreich über dem EU-Durchschnitt von 53,7 Punkten. Am besten schneidet Österreich bei den digitalen Kompetenzen der Bevölkerung ab, wo es von Platz 12 auf Platz 8 kletterte. Schlechter fällt das Ergebnis bei der Netzwerk-Nutzung aus, wo Österreich mit 3,8 Punkten unter dem EU-Wert von 5,4 liegt. [Quelle: Bitkom]

🇺🇸 US-Handelsdefizit deutlich gesunken. Das Außenhandelsdefizit der USA lag im Juni bei 73,3 Mrd. Dollar und sank damit um 5,6 % gegenüber dem Vormonat. Sowohl die Importe (-1,8 %) als auch die Exporte (-0,9 %) von Waren und Dienstleistungen gingen zurück. Grund für das Minus bei den Ausfuhren waren v. a. geringere Rohöl- und Heizöllieferungen. Im 1. Halbjahr nahm das Defizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33,8 % ab. Die größten Warenhandelsdefizite verzeichneten die USA mit Vietnam (21,6 Mrd. Dollar), Mexiko (20,3 Mrd. Dollar) und China (15,3 Mrd. Dollar). Mit der EU waren es 10,9 Mrd. Dollar. Gleichzeitig gingen im Juni auch die Aufträge in der Industrie zurück. Laut US-Handelsministerium verringerten sich die Bestellungen langlebiger Güter wie Flugzeuge und Maschinen um 0,3 % im Monatsabstand. [Quellen: Bureau of Economic Analysis, Reuters]

Neue Daten und Fakten

Die aktuellsten Außenhandelsdaten zeigen, dass Energieimporte im Mai um 34,4 % teurer waren. Die Handelsbilanz blieb im Mai damit negativ und betrug minus 0,64 Mrd. Euro.

Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmer stieg im Juli auf 364.200 und lag damit um 1,3 % über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich nach dem 40. Anstieg in Folge auf 6,9 %, nach 6,7 % im Juli 2025.

Die Bundesausgaben sind im 1. Halbjahr im Jahresabstand um 2,8 % gestiegen. Geplant wurde mit einem Plus von 3,6 %. Treiber waren Arbeitslosenversicherung und Pensionen.

Im 1. Halbjahr 2026 wurden in Österreich 3.443 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet, um 1,6 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Privatinsolvenzen stiegen auf 5.092 (+5,2 %). Die Zahl der Firmeninsolvenzen sank laut Statistik Austria im 2. Quartal im Jahresabstand um 4,1 %. In Deutschland lagen die Firmeninsolvenzen im Juli um 7 % über dem Vorjahresniveau.

Benzin- und Dieselpreise waren im Juli um mehr als 10 Cent teurer als im Juni.

Der österreichische Einzelhandel setzte im Juni nominell um 4,5 % und inflationsbereinigt um 2,3 % mehr um als ein Jahr zuvor.

Die Großhandelspreise in Österreich lagen im Juli um 6,9 % über dem Vorjahresmonat, nach einem Plus von 5,4 % im Juni. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,8 %. Hauptpreistreiber waren Heizöl und Treibstoffe.

Die Industrie-Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,3 % zurückgegangen. Im Vergleich zum Juni 2025 lagen sie um 4,6 % höher.

Der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex in der Eurozone stieg im Juli auf 52 Punkte, nach 50 im Juni und 47,5 im Mai. Werte über 50 stehen für Wachstum.

Die Schweizer Inflation schwächt sich im Juli auf 0,4 % ab.

Wochenendprogramm:

Meistgelesener Kommentar der Woche. Rainer Nowak – Die SPÖ wird grün vor Angst [Hier lesen]

Meistgelesenes Interview der Woche. IMD-Präsident – „Wir haben nach der Eurokrise wichtige Chancen verpasst“ [Hier lesen]

Long Read I. OeNB – Der Nahost-Krieg und der Ölpreis [Hier lesen]

Long Read II. UniCredit Bank Austria – Außenhandel im Wandel: Wo liegt Österreichs Zukunft? [Hier lesen]

Long Read III. Euractive – Why the Mercosur goose is cooked [Hier lesen]

Journal zu Gast. Mit Arbeiterkammerpräsidentin Renate Anderl [Samstag, 12:00 Uhr, Ö1]

Nächste Woche auf der Agenda:

Politik international. Am Montag treffen Bundeskanzler Christian Stocker und Verkehrsminister Peter Hanke in Ankara den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. 

Daten und Fakten. Am Montag veröffentlicht Statistik Austria den Produktionsindex für den Juli sowie den Baupreisindex des 2. Quartals. In Limburg wird das von Sentix erhobene Investorenvertrauen in die Eurozone für den August bekannt gegeben. Am Dienstag werden die „Fahrzeug-Neuzulassungen Jänner bis Juli 2026“ von der Statistik Austria veröffentlicht. Am Mittwoch veröffentlicht die Statistik Austria Daten zu den Einbürgerungen im 2. Quartal und auf EU-Ebene tritt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in Kraft. Außerdem ist ab circa 19:20 eine partielle Sonnenfinsternis in Österreich zu beobachten. Am Donnerstag veröffentlicht Eurostat die „Eurozone Industrieproduktion Juni“. Zum Ende der Woche veröffentlicht die Bank Austria am Freitag ihren Konjunkturindikator für August, die Statistik Austria den „Baukostenindex Juli“ und Eurostat die „EU-Handelsbilanz für Juni“ sowie das „Eurozone-BIP 2. Quartal (2. Veröffentlichung)“.

Selektive Agenda, Termine & Events 🗓️

Was steht auf der Agenda der Bundesregierung und wo treffen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch? Die wichtigsten Termine im Überblick.

Der Link zum Selektiv-Terminkalender wechselt jeden Freitag.

Selektives Networking:

Aufsteiger und Umsteiger der Woche. Margarete Kriz-Zwittkovits hat offiziell die Nachfolge von Walter Ruck als Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer angetreten. Der Aufsichtsrat von Do&Co hat die Vorstandsmandate verlängert: Attila Dogudan wurde bis zum 31.7.29 als CEO bestellt, Johannes Echeverria soll bis zum 31.8.29 CFO bleiben und Bettina Höfinger CLO. Markus Ernst ist der neue Geschäftsführer der Tourismusbetriebe Burgenland.

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