Expertinnen und Experten

Meinung, Reflektion und Standpunkte zum aktuellen Geschehen.

Aktuelle Kommentare

Kommentar von Rainer Nowak

Vielleicht ist das Stockers und Bablers letzter politischer Herbst?

In der SPÖ sind Phasen ohne Nachfolgediskussion über Andreas Babler mittlerweile die Ausnahme. Gerhard Zeiler scheint nicht mehr im Gerüchte-Rennen zu sein. Vielleicht auch deshalb, weil die Partei mit ihm so fremdelt. Zuletzt wurde im Wiener Rathaus eine Rochade rund um Peter Hanke ventiliert. Hanke würde demnach in die Vizekanzlerei wechseln, samt Medien- und Kulturagenden – und dorthin, wo die politische Koordination der Koalition sitzen sollte. Um Babler den Wechsel schmackhaft zu machen, könnte er SPÖ-Chef bleiben. Es wird ihm nicht schmecken.

Kommentar von Heike Lehner

EZB: Betriebsgeheimnis Geldpolitik

Seit dem Inflationsschub nach der Pandemie diskutieren die Notenbanken darüber, wie viel sie über ihre Absichten verraten sollen. Die Antwort der EZB lautet offenbar: recht wenig. Wie man es besser machen könnte, hat vor zwei Wochen der neue Präsident der Federal Reserve, Kevin Warsh, erklärt. Nicht bei den Zinsen, da liegt die EZB vorn und Warsh hat einiges nachzuliefern. Aber beim Reden: weniger reden, mehr sagen, lautet die Devise.

Kommentar von Gunter Deuber & Matthias Reith

Österreich fällt wirtschaftlich noch weiter zurück

Wieder – nun gemeinsam mit Frankreich – zählt Österreich zu den konjunkturellen Schlusslichtern in Europa. Österreich fällt dadurch noch weiter zurück. Der der in den letzten Jahren entstandene Wachstumsrückstand gegenüber dem Euroraum ist mittlerweile auf über 4 % angestiegen. In Österreich sehen wir zudem eher Abwärtsrisiken für aktuelle Konjunkturprognosen. Warum läuft die Konjunktur hierzulande der Eurozone schon wieder hinterher?

Kommentar von Gerhard Jelinek

So eine Pfeife! Jörg Haider und ein historischer „Was-wäre-wenn“-Moment

Es ist kein Zufall, dass die FPÖ zwar ihren 70. Geburtstag im Festsaal der Wiener Hofburg mit großem Tam-Tam gefeiert hat, aber das eigentliche Fest anlässlich des 40. Jahrestags der „Machtergreifung“ von Jörg Haider in Innsbruck „geschlagen“ wird. Im September 1986 kam es am Parteitag zu einer Kampfabstimmung zwischen Haider und dem damaligen Parteichef und Vizekanzler einer rot-blauen Regierung, Norbert Steger. Vom Rednerpult im Innsbrucker Congress herab verkündete Steger: „Jörg, komm herauf, schlag ein!“ Hätte Haider aufgeschaut, hätte er auf Stegers Angebot reagieren müssen. Er tat es nicht. Haider stopfte gefühlt minutenlang seine Pfeife.

Kommentar von Georg Vetter

CDU: Sag niemals, was du nicht tun wirst

Viele Wähler kreiden der Union an, dass sie die Schuldenbremse aufgehoben hat. Diese Wähler wollen den nächsten Generationen keine noch größeren Schulden aufbürden. Sie halten es für unmoralisch, heute Geld auszugeben und die Kinder und Enkel mit den Rückzahlungen zu belasten. Die etablierten Parteien sprechen viel davon, dass sie die Sorgen der Menschen ernst nehmen wollen. Vor allem die Union sollte das tun und ihre inhaltlichen Konturen schärfen. Und sie sollte vor allem erkennen, dass ihre eigenen Wähler taktische Spielchen zum Zwecke des Machterhalts nur bedingt schätzen.

Kommentar von Carmen Treml

Lehrer sind keine Manager

Mit dem Chancenbonus tritt im neuen Schuljahr ein Instrument in Kraft, das überraschenderweise in die richtige Richtung geht. Mit der Einführung des „Mittleren Managements“ legt das Bildungsministerium aber eine Themenverfehlung hin. Mehr Autonomie für die Schulen ist zu begrüßen – wenn man Lehrer aber als Amateurmanager von ihrem eigentlichen Job abzieht, wird sich am Ende wohl kaum etwas zum Besseren wenden.

Kommentar von Georg Renner

Ein paar unbequeme Wahrheiten über die ÖVP

Falls Sie das Video noch nicht gesehen haben, mit dem Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker am Wochenende sich und die Bevölkerung auf …

Kommentar von Laura Raggl

Österreich überfördert und unterfordert

Anderswo funktioniert Auslese bei jungen, innovativen Unternehmen einfach. Man hat eine Idee, sucht Kapital oder finanziert sich aus dem Umsatz. Findet man nichts, ist es vorbei. Schnell, billig, ohne Drama. Man lernt daraus und probiert das Nächste. Der Markt entscheidet früh, und er entscheidet für alle sichtbar. In Österreich ist dieser Mechanismus schwach, weil das Finanzierungsökosystem noch nicht reif genug ist, um ihn allein zu tragen. Deshalb ist Förderung richtig. Die Frage ist nicht ob, sondern wie und wann.

Kommentar von Sylvia Schwaag Serger

Der Staat als erster Kunde 

In der Praxis ist es schwer, die öffentliche Beschaffung wirksam als Innovationsmotor zu nutzen. Anhand nationaler Politiken, Investitionen und tatsächlicher Ergebnisse haben die Autoren eines neuen Berichts er EU-Kommission die Innovationsorientierung der öffentlichen Beschaffung in den europäischen Ländern bewertet: mit einem Score von rund 70 Prozent führt Finnland die Liste mit großem Abstand an, Österreich erreicht mit 52 Prozent Platz drei. Es bleibt aber viel Potenzial ungenutzt, weil wirksame wie notwendige politische Maßnahmen zur Förderung der Innovationsbeschaffung noch nicht umgesetzt wurden.

Kommentar von Rainer Nowak

Brandmauer, welche Brandmauer?

Es war einmal die Steiermark. Jahrzehntelang war sie Erbpacht der stolzen ÖVP, die Krainers, der Hirschmann und Co schufen eine wirtschaftspolitische und …

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